Niederländische Krankenhäuser überlastet – Zeeland ebenfalls Risikogebiet

Die niederländische Regierung hat einen „Teil-Lockdown“ verhängt, nachdem die Corona-Infektionen sprunghaft angestiegen sind und verschiedene Notaufnahmen zwischenzeitlich wegen Überlastung schließen mussten. Ab Samstag gelten alle niederländischen Provinzen als Risikogebiete.
Von RS-Redakteur Walter Henning

Corona – In den Niederlanden sind die neuen Corona-Infektionen in die Höhe geschossen. In Rotterdam, Den Haag und Amsterdam wurden die Notaufnahmen der Krankenhäuser zeitweilig aufgrund von Überlastung geschlossen, nachdem alle Betten belegt waren und zu wenig Personal zur Verfügung stand. Patienten wurden in andere Krankenhäuser verlegt, denn mit den steigenden Corona-Zahlen ist auch die Zahl der Covid-10-Patienten innerhalb kürzester Zeit stark angestiegen.

Aufgrund dessen hat die Regierung die Maßnahmen verschärft und einen „Teil-Lockdown“ verhängt. Cafés, Restaurant und Bars müssen schließen und dürfen Speisen oder Getränke nur zum Mitnehmen anbieten. Zudem gilt zwischen 20 Uhr und 7 Uhr ein Verbot und den öffentlichen Konsum von Alkohol und Cannabis. Im öffentlichen Raum gilt eine Maskenpflicht, der Mannschaftsport ab 18 Jahren muss eingestellt werden und Niederländer dürfen zurzeit nur noch drei Besucher pro Tag bei sich zu Hause empfangen. Nicht mehr als vier Personen dürfen sich im öffentlichen Raum in einer Gruppe aufhalten – ausgenommen sind Mitglieder eines Haushalts, Kinder bis 13 Jahren zählen hier nicht mit. Bus und Bahn sollen nur noch in dringenden Fällen genutzt werden.

Bereits seit August müssen Besucher ab 13 Jahre im Designer Outlet Roermond bereits beim Betreten der Anlage auch auf den Wegen eine Maske tragen. Foto: Rheinischer Spiegel

Allerdings rechnen die Krankenhäuser damit, dass in den nächsten Wochen mindestens 40 Prozent der regulären Versorgung wegfallen wird. Im schlimmsten Fall könnte dieser Wert laut aktuellen Angaben auf bis zu 75 Prozent steigen. In diesem Moment kann neben der Corona-Pflege nur noch die Erste Hilfe aufrecht erhalten werden. Diese Situation sei schlimmer als die Erfahrungen der ersten Welle. In der vergangenen Woche sind in den Niederlanden fast 44.000 Neuinfektionen registriert worden, weshalb nach aktuellen Informationen ab diesem Samstag die letzte niederländische Provinz, Zeeland, ebenfalls als Risikogebiet eingestuft werden wird.

Damit gelten die ganzen Niederlande als Risikogebiet. In diesem Zusammenhang gibt es war kein Reiseverbot, Reiserückkehrer, die länger als 24 Stunden in den Niederlanden zu Besuch waren, müssen jedoch aktuell 14 Tage in Quarantäne oder einen negativen Test vorlegen. Dies gilt bis zu einer geplanten Änderung der aktuellen Corona-Bestimmungen. Es ist möglich gebuchte Reisen zu stornieren. (wh)

Quelle: RKI, Niederländisches Parlament


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