NightWash: Das Original begeisterte auf der Gladbacher Kleinkunstbühne

Die Kölner Comedyshow NightWash zeigte erneut, dass sie mittlerweile fester Bestandteil der Comedy-Szene in der Region ist. Im Mönchengladbacher TIG-Theater im Gründungshaus begeisterte der „Nachwuchs“ die aus der ganzen Region angereisten Gäste.

Foto: Rheinischer Spiegel

Mönchengladbach – Seit 2001 darf sich die Show, die von keinem Geringeren als Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser geprägt wurde, über ein stetig wachsendes Publikum freuen, nicht verwunderlich warf man gestern einen Blick in die Mönchengladbacher Kleinkunstbühne TiG und auf die begeisterten Besucher. Im Waschsalon oder auf Waschmaschinen saßen die Besucher dieses Mal zwar nicht, dafür war aber auch kaum ein Platz frei geblieben.

Durch den Abend führte als Moderator gekonnt und vor allen Dingen selber mit charmantem Witz als „reiches, männliches Arschloch“ Jens Heinrich Claassen, der am Klavier zunächst die Männerwünsche der Frauen testete. Im TIG ist er am 22. Januar 2019 mit seiner Show zu Gast. Für Niederrheiner euphorisch bat er um ein leichtes Murmeln zunächst für Roberto Capitoni, einen deutsch-italienisch-schwäbischen Mix, der den Abend auf der Bühne mit viel Amore eröffnete und dem lachenden Publikum erklärte warum 70 das beste Alter ist um Kinder zu kriegen. Die italienisch-schwäbischen Familiengeschichten brachte er mitreißend näher und wird seinem Soloprogramm am 3. Februar 2019 das TiG erneut besuchen.

Er wurde abgelöst von Costa Meronianakis, angereist aus Frankfurt am Main, der dem „schlechten Ruf der Pleite-Griechen“ zu Leibe rückte und die neue biologische Einordnung von U-Bahn-fahrenden Gangster-Tauben aus der Großstadt für die neue Schulbuchgeneration den Comedy-Fans ebenso darlegte wie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Kulturen, ihrer Fußballstrafen und Namensgebungen. Noch vor der Pause war es Archie Clapp aus Berlin, der den Abend schon alleine deshalb genoss, weil seine Schwiegermutter gerade bei ihm zu Hause gastiert, er die letzten Nächte im Hundekorb verbracht hatte und er sein Gesicht mit Gummiband-Kunst präsentieren durfte.

Foto: Rheinischer Spiegel

Den Abend vollendeten nach einer kulinarischen Pause Moderator Claassen mit weiteren privaten Details und Costa Meronianakis ohne Vokale und nur nur halben Wörtern ebenso wie Roberto Capitoni. Der Künstler begann seinen zweiten Teil mit einer kurzen, gekonnten Slapstickeinlage durch Mikrofonausfall und der Idee einer Problemlösung a la italienischer „Ups, war ein Unfall“-Technik.
Am späten Abend war es die Gruppe Suchtpotenzial – und zum ersten Mal in Mönchengladbach- als weibliche Spaß-Guerilla-Band mit ihrem Musikkabarett die die Veranstaltung abschloss. Knallhart eskalierten die passenden Erinnerungen zur guten, alten Zeit mit Kommunen, Gruppensex, freier Liebe und Sex, Drugs und Rock‘n‘Roll. Anstatt BH-Verbrennungen signieren wir lieber online Petitionen … hach ist heute nicht alles besser? Da hilft ja eigentlich nur „Fick** für den Frieden“. In diesem Sinne: Hab ein bisschen Mut und alles wird gut. Ein erholsamer Abend für die Seele, der gleichzeitig durchweg die Lachmuskeln strapazierte. Das gesamte TiG-Programm gibt es auf: www.dein-tig.de (cs)