NRW bringt fälschungssichere Schulbescheinigungen gegen das Ergaunern von Kindergeld auf den Weg

Nordrhein-Westfalen erprobt in den drei Kommunen Gelsenkirchen, Düren und Horn-Bad Meinberg die Einführung von fälschungssicheren Schulbescheinigungen. Ziel ist es, Verwaltungsleistungen im Zuge der Digitalisierung zu erleichtern und Rechtssicherheit bei dem Bezug von Kindergeldleistungen zu gewährleisten.

NRW – Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat dazu zusammen mit den drei Familienkassen in Nordrhein-Westfalen sowie der Familienkassen-Direktion in Nürnberg fälschungssichere Schulbescheinigungen mit analogen und digitalen Sicherheitsmerkmalen entwickelt. Die neuen Bescheinigungen werden zunächst in 99 Schulen in drei Modellkommunen getestet. Die Projektlaufzeit beträgt sechs Monate. Die Dokumente sollen nach einer erfolgreichen Erprobung landesweit zum Einsatz kommen.

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen: „Mit den fälschungssicheren Schulbescheinigungen wollen wir dem Ergaunern von Kindergeld einen Riegel vorschieben. Die Familienkassen in Nordrhein-Westfalen haben in den vergangenen Jahren zunehmend immer wieder Fälle von Sozialleistungsmissbrauch mit gefälschten Schulbescheinigungen aufgedeckt. Damit wird auf Kosten der Steuerzahler betrogen – und den Kommunen fehlt das Geld an anderen Stellen. Um dem Einhalt zu gebieten, hat die Landesregierung das Projekt auf den Weg gebracht. Ich danke allen Beteiligten, dass wir den Prototyp für fälschungssichere Schulbescheinigungen entwickelt haben und jetzt testen. Unser Ziel ist am Ende der Pilotphase ein flächendeckender Einsatz.“

Die fälschungssicheren Schulbescheinigungen können nur durch die Schulen selbst erstellt werden und liefern den Familienkassen über einen QR-Code verschlüsselte Informationen über die Echtheit der Bescheinigung. Bislang gibt es keine einheitlichen Standards für die Ausstellung von Schulbescheinigungen. Die Schulen sind selbst dafür verantwortlich, in welcher Form und mit welchen Inhalten sie ihren Schülern und Schülerinnen die Aufnahme in die Schule und die Teilnahme am Schulunterricht bestätigen. Dies haben sich Täterinnen und Täter zunutze gemacht und durch selbst erstellte Schulbescheinigungen die Familienkassen über die Existenz und den Schulbesuch von Kindern getäuscht, die es zum Teil überhaupt nicht gibt oder die mit ihren Eltern längst nicht mehr in Deutschland wohnen.

Yvonne Gebauer, Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen: „Schülerinnen und Schüler haben ein Recht auf Bildung. Dieses Recht ist ein hohes Gut, es darf nicht missbraucht werden. Fälschungssichere Schulbescheinigungen sollen dazu beitragen, Betrug zu verhindern. Das Schulministerium stellt dafür die erforderliche Software zur Verfügung, sodass die Projektschulen die Bescheinigungen ganz einfach per Knopfdruck erstellen können.“

Sören Haack, Leiter der Familienkasse NRW West: „Die Beantragung von Kindergeld wird – vornehmlich von Antragstellern aus Süd-Ost-Europa – durch die Vorlage gefälschter Schulbescheinigungen begleitet. Bislang war es für die Familienkassen bei der Antragsprüfung auf Kindergeld nur erschwert möglich, Original und Fälschung zu erkennen und nur mit erheblichem Prüfaufwand die missbräuchliche Gewährung von Kindergeld zu verhindern. Die zukünftig fälschungssicheren Schulbescheinigungen sind aus Sicht der Familienkassen in Nordrhein-Westfalen ein ganz entscheidender Beitrag bei der wirkungsvollen Bekämpfung des unrechtmäßigen Leistungsbezugs im Kindergeld.“

Quelle: Land.nrw