Orpheum startet mit eigenem Flughafen und Rockerclub in die Session 2020

In Dülken und weit über die Stadtgrenzen hinaus sind sie bekannt für ihre legendären Bühnenstücke zur Karnevalszeit. Im Jahr 2019 feierten die sympathischen Männer in Rot mit weißer Fliege ihr 150-jähriges Bestehen mit einem Prinzen aus eigenen Reihen, Paul I. (Krampe).
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen-Dülken – Eine nahezu unscheinbare Halle, irgendwo im Dülkener Industriegebiet Mackenstein. Nichts lässt von außen ahnen, welche wahnsinnigen Arbeiten dort vollbracht werden. Es wird gesägt, geschraubt, gehämmert. Es ist laut, riecht nach Farbe und Sägemehl liegt förmlich in der Luft. Kein Wunder, denn anderthalb Dutzend Männer arbeiten hier seit September dreimal wöchentlich an den Bühnen, auf denen das Orpheum dann im neuen Jahr spielen soll. Unter der Leitung des Künstlers Angelo Pirisino besteht die Truppe aus Männern verschiedenster Gewerke – Schreiner, Tischler, Metallbauer, Architekt und viele mehr. Sie alle wissen, wie sie von der Bühnenkulisse bis hin zur Technik eine reibungslose Show auf die Bühne bringen können und setzen dabei auf Kreativität, Spaß und Humor.

Orpheum Dülken
Foto: Rheinischer Spiegel

In jeder Ecke der Halle entsteht etwas Neues, darunter sogar ein Flugzeug, das die Orpheumsbrüder in ihrem neuen Bühnenstück vom Dülkener Flughafen aus in den Orient bringen wird. Dort heil angekommen, machen sie auf ihrer Reise dann eine Vielzahl interessanter Bekanntschaften. Idee und Skript zur orientalischen Reise ist geistiges Werk von Marcus Büschges und Dietmar Creutz, die mit der Orpheum’s Baut ihre Ideen vereint haben. Auch dem zu früheren Zeiten gerne in Gaststätten ausgetragenen Zweikampf zur Osterzeit, dem Eiertitschen, wird sich gewidmet. Das traditionelle „Aat Dölker Stöckske“ nimmt in diesem Jahr, geschrieben von Andre Schmitz, Bezug auf diesen Brauch, an dem wohl auch der ein oder andere Viersener teilnehmen durfte.

Orpheum Dülken
Foto: Rheinischer Spiegel

Bereits im April, also kurz nach dem letzten großen Feiern, gab es die Autorensitzung des Orpheums, in der die Umsetzbarkeit der einzelnen Stücke entschieden wurde. In den Sommerferien begann dann der „musikalische Haarzopf“ Hans-Peter Faßbender mit der Komposition passender Musik. Natürlich werden auch die fantasievollen Kostüme nicht zu kurz kommen, denn passend zu Bühnenstück & Co., müssen die Darsteller auch im Scheinwerferlicht gut aussehen. Die Verantwortung darüber tragen Werner Baulig und Lutz Oellers, die unter anderem auf einen tausende Kostüme umfassenden Fundus zurückgreifen können.

Ob sie für das von Peter Hören geschriebene Intermezzo, das Treffen des Rockerclub Orpheum MC Dülken auch schon Lederkutten geschneidert haben, werden Freunde, Gönner und Zuschauer dann bei der Premiere am Samstag, dem 18. Januar 2020 um 18 Uhr im Dülkener Bürgerhaus selber feststellen können, wenn bis spät in die Nacht die Gäste begeistert werden. (dt)


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