„Orte des Schreckens“ – Gedenken und Erinnerung beim historischen Stadtrundgang

Die ehemalige Synagoge, die Metzgerei Stern, das Wohnhaus Stern oder der Germania-Saal, das Parteiheim der NSDAP – insgesamt zehn Stationen lagen auf dem Weg des historischen Stadtrundgangs, der zum Wochenendbeginn zahlreiche Interessierte nach Dülken zog, um in ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte einzutauchen.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Viersen-Dülken – Über 100 Menschen nahmen an dem historischen Stadtrundgang teil, zu dem der Verein zur Förderung der Erinnerungskultur e. V. Viersen 1933–45 eingeladen hatte, darunter ebenfalls Vertreter der politischen Fraktionen sowie die Dülkener Ortsbürgermeisterin Simone Gartz und der Süchtelner Ortsbürgermeister Wolfgang Genenger.
Drei verschiedene Gruppen, unter der Leitung von Franciska Lennartz der Archivarin im Kreisarchiv Viersen, Historikerin Beatrix Wolters, dem ehemaligen Leiter des Stadtarchivs Viersen, Dr. Arie Nabrings, und dem Archivar des Kreisarchivs Viersen, Marcus Ewers, erfuhren dabei erschreckende, meist unbekannte Tatsachen zu den Ereignissen der Nazi-Zeit im beschaulichen Dülken.

Erinnerungen, die mahnen sollen und einen Einblick gaben in längst vergangene Zeiten an der ehemaligen Synagoge, für die in der Martin-Luther-Straße seit den 1980er Jahren eine bronzene Gedenktafel an den damaligen Standort erinnert oder auf dem teilweise erhaltenen Friedhof am Kampweg. Nur 25 Grabsteine erinnern an dunkle Tage ebenso, wie die zwölf Stolpersteine, die an vier Standorten in das Gehwegpflaster eingelassen sind. Und wer hätte gedacht, dass an der Lange Straße einst das „Haus der Bürgergesellschaft“ ganz in der Nähe des NSDAP-Parteiheims an der Lange Straße, Ecke Eintrachtstraße lag. Längst ist auch das Hakenkreuz an der Stadtsparkasse in Dülken in Vergessenheit geraten, welches bei dem Rundgang, der ein Zeichen gegen Antisemitismus und Rechtsradikalismus setzte, einen eigenen Platz in den Darstellungen fand. (ea)

An dem Rundgang gegen Antisemitismus und Rechtsradikalismus nahmen ebenfalls die Dülkener Ortsbürgermeisterin Simone Gartz und der Süchtelner Ortsbürgermeister Wolfgang Genenger teil. Foto: privat