Oskar I. und Greta I. brachten das Glück für alle Narren mit

Der Rahser-Büttenmarsch eröffnete gewohnt die Viersener Kinderprinzenproklamation, die auch in diesem Jahr mit vielen großen, aber vor allen Dingen kleinen Künstlern und Karnevalisten wieder aufzeigte: Im Rahser hat der närrische Nachwuchs ein wunderbares Zuhause gefunden.
Von Claudia-Isabell Schmitz

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Viersen-Rahser – In einem kraftvollen Chor erschallte der Rahser-Büttenmarsch im Notburgahaus und füllte jede noch so kleine Ecke aus. Die KG Roahser Jonges startete am vergangenen Samstag mit der Kinderprinzenproklamation in die närrische Session und fast schien es so, dass der karnevalistische Nachwuchs seine Freude bis hoch in den Himmel schicken wollte. Die Begrüßung übernahm erneut Sitzungspräsident Wolfgang Genenger, aber der Nachmittag gehörte den „Kleinen“ und die hatten sich mit viel Engagement und in zahlreichen Trainingsstunden vorbereitet.

Kemal Saribas als Hoppereiter und der Hoppeditz, alias Lotte Heider, präsentierten sich auf der Bühne, als ob sie schon jetzt auf einen umfassenden närrischen Erfahrungsschatz zurückgreifen können. Für ihren Auftritt ernteten sie begeisterten Applaus und wärmten die Gäste an für den Einzug der Ex-Prinzenpaare mit Jan I. und Amy I., deren Entthronisierung kurz bevor stand.
Ein Akt, der mit der einen oder anderen Träne einherging, aber auch mit der Erinnerung an ein Kinderprinzenpaar, welches den Karneval nicht erst in der vergangenen Session gelebt hatte. Vollständig vom närrischen Virus infiziert beendeten sie ihren letzten Tanz direkt mit einem Antrag an den Viersener Festausschuss für ihr „großes“ Prinzenspiel in 2028/29 und machten dann die Bühne frei für den Zirkus-Tanz der Minis. Die Trainerinnen Fabienne Mangold und Denise Pelzer hatten sich mit den kleinen TänzerInnen wieder ein besonderes Highlight ausgedacht, perfekt als Programmpunkt vor der diesjährigen Kinderprinzenproklamation.

Jan I. und Amy I. verabschiedeten sich von ihrer Narrenschar.
Foto: Rheinischere Spiegel/Martin Häming

Mit viel Kribbeln im Bauch haben die beiden neuen „kleinen“ Tollitäten auf diesen Moment hingefiebert, als sie die Prinzenmütze und das Krönchen aufsetzen durften. Oskar I. (Beeck) und Greta I. (Walter) wurden unter anderem mit der geistlichen Unterstützung durch Roland Klugmann und Helmut Finzel in Amt und Würden erhoben. In ihrer Rede forderten sie freies W-Lan, eine Auto-freie Innenstadt, Kicken auf der Straße und Smartphones nach Wahl von der Stadt Viersen. Beide konnten den närrischen Teil ihrer Heimatstadt Viersen schon als Minis kennenlernen.

Oskar Beeck ist bereits seit seinem zweiten Lebensjahr dabei, fuhr beim Tulpensonntagszug hoch oben auf dem Wagen der KG Hoseria mit. Seit drei Jahren schon kennt man ihn über Viersens Grenzen hinweg als „Oskar aus der Tonne“. In der Rolle des Büttenredners gewann er beim Bundeswettbewerb „Jugend in die Bütt“ des Bundes Deutscher Karneval den zweiten Platz in seiner Altersklasse. Schon zweimal durfte er aus zweiter Reihe beäugen, wie man sich als Prinz gut benimmt. Denn schon seine Brüder Anton und Jakob trugen stolz das Prinzenzepter und geben nun diese Tradition an ihn weiter. So erstaunt es nicht, dass sich Oskar I. und Greta I. ausgerechnet beim Kamellepacken für das Prinzenspiel ihrer großen Geschwister Jakob und Anni in einem Karton voller Schwämme besser kennenlernten und beschlossen: Wir möchten auch einmal Kinderprinzenpaar werden.

Ein dreifaches „Ramm di Bamm“ auf das neue Viersener Kinderprinzenpaar.
Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Natürlich ist auch die neue Kinderprinzessin keine Unbekannte mehr im Karneval, schließlich hat sich Greta I. auf ihre Rolle als Prinzessin viele Jahre vorbereitet. Im zarten Alter von vier Jahren schlüpfte sie als AristoCat in der Mini-Tanzgruppe ihres Vereins – die Roahser Jonges – in ihre erste karnevalistische Rolle. Als Mariechen wirbelte sie schon über die Karnevalsbühne, führte den Saalkarneval als Hoppeditz an und zeigte zuletzt ihr tänzerisches Temperament in der Roahser Tanzgarde.

Genug Taktgefühl für das Prinzenspiel bringen beide mit: Oskar I. gibt mit der Posaune den Ton an und Greta I. weiß mit der Klarinette den richtigen Ton zu treffen. Damit ihnen die Puste im karnevalistischen Treiben nicht ausgeht, halten sie sich sportlich fit: Oskar mit Fußball beim ASV Süchteln und Fahnenschwenken für die St. Josefs/St. Gereon Schützen und Greta beim Hip-Hop und Reiten.
Gemeinsam besuchen sie das Albertus-Magnus-Gymnasium und haben sich in der Session mit vielen Hufeisen bestückt, die sie den Karnevalisten schenken, damit der Vierscher Karneval auch in der Zukunft mit viel Glück gesegnet bleibt.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Ihnen zu Ehren tanzte die Kinderprinzengarde den beliebten Stippeföttchentanz, zu der sich im Anschluss schnell die Garde des einen Tag zuvor proklamierten „großen“ Prinzenpaares Tilo I. und Ute I. gesellte. Sie bildeten einen gemeinsamen Rahmen für die Glückwünsche von groß zu klein und kein zu groß. Schließlich war die Viersener Narrenherrschaft damit komplett, etwas, auf das die Dülkener und Süchtelner noch ein wenig warten müssen und deshalb die Kinderprinzenpaare in Lauerstellung gerne Gast in Viersen waren.
Den Nachmittag rundeten der neue Sessionstanz des Roahser-Tanzpaares Jenny und Paul sowie der Sketch der Jugend, der für ein fröhliches Lachen sorgte, ab. Ein bunter Nachmittag, der am besten mit einem Ausruf beschrieben werden kann … auf das neue Viersener Kinderprinzenpaar ein dreifaches „Ramm di Bamm“. (cs)