„painted rocks“ – Ein Hobby schwappt über den großen Teich an den Niederrhein

Beschriftet mit einem schönen Spruch, bunt wie ein Schmetterling, ein Auto oder sogar ein Schiff. In der gesamten Region sind plötzlich bemalte Steine zu finden. „Einfach so“ liegen sie da, wirken fast wie verloren gegangen – doch das sind sie nicht, denn diese Steine wurden versteckt um gefunden zu werden.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Region – Unter der Parkbank auf dem grauen Gehweg leuchtet der bemalte Stein mit einer Sonnenblume und einer bunten Wiese. Liebevoll ist der Kiesel bemalt worden. Doch er nicht verloren worden, er wurde genau hier versteckt, damit sich andere freuen, wenn sie ihn finden. „painted stones“ heißt das neue Hobby, welches bereits andere Bundesländer überrannt hat und ursprünglich aus den USA stammt.

Kleine Kunstwerke entstehen hierbei, die nicht in einer Galerie landen, sondern den Menschen Freude bringen sollen. Erstmals aufgetaucht scheint die Idee in der amerikanischen Facebook-Gruppe „painted rocks“ zu sein, auch wenn das Steinebemalen bereits zu den Kindergartenjahren dazu gehört. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland immer mehr Facebookgruppen, in denen sich die Fans der „painted rocks“ zusammenschließen. Einige von ihnen nehmen am Tag gut und gerne Hundert neue Mitglieder auf. Sie heißen unter anderem „VieStones #viestones 4senStones #4senStones“ und fast in jeder Stadt ist mittlerweile eine eigene Stein-Gruppe entstanden.

Foto: Hans Braxmeier/Pixabay

Julia Pötter hat sich ebenfalls von dem Hype anstecken lassen. Mittlerweile produziert sie die Steine mit ihren zwei Töchtern in Massen. Zwanzig Stück sind am vergangenen Wochenende entstanden – jeder einzelne individuell gestaltet. Ihre Tochter Anna (9) hofft, dass ihr Lieblingsstein, ein kleines Haus mit einer Familie, irgendwo ein schönes Zuhause findet. „In einem Regal, dort wo alle ihn sehen“, lacht sie. Und nicht nur Kinder finden gefallen an dem neuen Hobbytrend, der mittlerweile alle Altersstufen und Geschlechter begeistert. Hildegard Meier ist 76 Jahre alt, das Bemalen unterstützt die Bewegung der mittlerweile leicht steifen Finger.

Manfred (51) malt um zur Ruhe zu finden nach einem langen Arbeitstag. Seine Steine versteckt er in einem Park und hofft, dass sie jemandem ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Teilweise werden sie sogar im Vorfeld oder nach dem Finden gepostet. Dabei würde er nicht nur die Steine bemalen, sondern ebenfalls fleißig danach Ausschau halten. Alleine ist der dabei nicht mehr, denn die kleinen Kunstwerke sind heiß begehrt und die Fangemeinde wächst stetig. (ea)

Ein Kommentar

  1. ZAPUH Stones – das sind die Wandersteine vom Niederrhein, die gleichzeitig Botschafter für den Hospizdienst ZAPUH Grenzland sind. Die Steine, der schon über 220 Mitglieder umfassenden Gruppe, erzählen vom Leben und Sterben, tragen Mutworte und Hoffnungszeichen.
    Eine wunderbare Sache!

    Wer Steine findet, bitte posten oder Fundort und Foto an info@zapuh.de senden.
    Die Steine dürfen aber immer auch behalten werden. Auch das zu hören, freut uns!

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