Pappelreihe durch Bauarbeiten des Niersverbandes im Bereich der Dülkener Nette beschädigt

Bei Schachtungsarbeiten zur Verlegung eines Steuerkabels durch den Niersverband wurden die Wurzeln der Pappelreihe im Bereich des Weges zwischen der Betriebsstelle Dülkener Nette und der Kläranlage Dülken geschädigt. Dadurch ist die Standsicherheit der Bäume akut gefährdet.

Viersen-Dülken – Nach Begutachtung durch den zuständigen Förster, die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Viersen sowie eines Sachverständigenbüros wurde entschieden, die 20 betroffenen Pappeln kurzfristig soweit zurückzuschneiden, dass die Standsicherheit vorübergehend gewährleistet ist. „Nach der Brombeerhecke in der vergangenen Woche und dem Vorfall an der Nette, wo nach einem Sommerregen der Flusslauf voller Fäkalien vorgefunden wurde, ist eine stärkere Überprüfung der vom Niersverband vorgenommenen Arbeiten geboten: Mussten die Kabel ausgerechnet entlang der Pappelreihe verlegt werden – es hätte auch andere Möglichkeiten gegeben. Leider ist bei derartigen Maßnahmen zunehmend eine Gleichgültigkeit gegenüber der Natur und dem Artenschutz zu verzeichnen, gleich ob sie von Behörden und Technischen Verbänden selbst oder von Subunternehmern zu verantworten ist. In entsprechenden Verträgen muss künftig die gleiche Sorgfalt, wie sie für technische Abläufe vereinbart wird, auch für die Belange der Natur gelten“, so Almut Grytzmann-Meister (BUND Viersen).

Ein im Vorfeld erstelltes artenschutzrechtliches Gutachten ergab, dass mit dem Rückschnitt kurzfristig und somit ab der 25. Kalenderwoche begonnen werden kann. Eine dauerhafte Standsicherheit der Bäume kann leider auch mit dieser Maßnahme nicht mehr gewährleistet werden. Aus diesem Grund ist die Fällung der Bäume im Herbst vorgesehen. Es ist geplant, den Bereich mit standortgerechten Schwarz-Erlen wieder aufzuforsten. Weiterhin soll in einer zusätzlichen Ausgleichsmaßnahme das Anlegen einer neuen Pappelreihe durchgeführt werden. Almut Grytzmann-Meister (BUND Viersen): „Die gesunden Pappeln vor Ort, die ohne Not zerstört wurden, rettet das leider nicht mehr.“ (re)

Foto: Hans Braxmeier