Parents for Future demonstrierten gegen „Viersens leere Umweltpolitik“

Aus Toilettenrollen waren in viel Kleinarbeit die Worte „Keine leeren Versprechungen mehr“ gestaltet worden. Sie standen für die Worthülsen ohne Inhalt, die am Globalen Klimastreik in den Mittelpunkt der Demonstrationen gerückt wurden.
Von RS-Redakteurin Dietmar Thelen

Viersen – Auf dem Sparkassenvorplatz wurde es am Freitagmittag lebendig. Gute Gespräche zwischen den Demonstranten der Gruppe Parents for Future Viersen und Passanten formten die einhellige Meinung, dass in der Politik zu wenig Entscheidungen zum Schutz des Klimas getroffen werden. Die Veranstaltung wurde meist positiv aufgenommen und zeigte, wie wichtig es ist, dass diese Gruppe mit immer wieder neuen, ideenreichen Aktionen auf die aktuelle Situation der Erde aufmerksam macht und der Politik einen Spiegel vorhält.

„Seit wir den Rat der Stadt Viersen baten den Klimanotstand auszurufen, werden wir abwechselnd mit leeren Versprechungen und Fristverschiebungen hingehalten. Selbst die Ankündigung der Bürgermeisterin, mit uns gemeinsam Maßnahmen zu überlegen, besteht bislang aus lauter leeren Worthülsen“, sagte Jochen Stürznickel. „Aber auch aus der Bundespolitik sind wir es inzwischen gewohnt Versprechungen zu hören, die dann in Vergessenheit geraten. So vergeht wertvolle Zeit, die dringend für konkrete Maßnahmen zur Reduzierung der Erderwärmung notwendig wäre.“

Anstatt den Klimanotstand auszurufen, den die Klimaschützer beantragt hatten, erkannte die Stadt Viersen in 2019 lediglich die Folgen des Klimawandels offiziell an. Foto: Rheinischer Spiegel

Anstatt den Klimanotstand auszurufen, den die Klimaschützer beantragt hatten, erkannte die Stadt Viersen in 2019 lediglich die Folgen des Klimawandels offiziell an. Die „leeren Worthülsen“ hatten die Demonstranten sichtbar gemacht und sich für ihre Beteiligung am 7. Globalen Klimastreik, an dem Klimaschützer in rund 50 Ländern teilnahmen, künstlerisch etwas einfallen lassen. Getrennt voneinander, da Treffen im Lockdown vorab nicht möglich waren, hatten sie ihre Erdkostüme und Schilder gestaltet. „Die Erde brennt, die Politik pennt“ oder „Klimastrategie Stadt Viersen – Könnte, hätte, wollte … MACHEN!“ war zu lesen.

„Um das Pariser Klimaabkommen für eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5°C einzuhalten, dürfen wir insgesamt noch ca. 285 Milliarden Tonnen CO2 ausstoßen. Machen wir weiter so wie bisher, haben wir das in 6 Jahren und 9 Monaten locker geschafft – eine extrem kurze Zeit, die wir eigentlich nutzen müssten um alle Emissionen auf null zu bringen“, sagte Ruth Roettges.

Neben den Forderungen an die Viersener Politik, mit beispielsweise einem Ausbau der Radwege oder dem Ausbau der Linie 83 und der Gründung eines runden Tischs Klimaschutz, wurden ebenfalls die Inhalte für die Bundespolitik klar geäußert. Gemeinsam mit Fridays For Future die Viersener Gruppe der Parents for Future die für Deutschland bis 2035 die Nettonull, den Kohleausstieg bis 2030 und 100% erneuerbare Energieversorgung bis 2035. (dt)

Getrennt voneinander, da Treffen im Lockdown vorab nicht möglich waren, hatten sie ihre Erdkostüme und Schilder gestaltet. „Die Erde brennt, die Politik pennt“ oder „Klimastrategie Stadt Viersen – Könnte, hätte, wollte … MACHEN!“ war zu lesen. Foto: Rheinischer Spiegel

Ein Kommentar

  1. Radikale Klimaideologen schreien und wollen Glauben machen, sie wären die Mehrheit. Änderungen werden nicht mit stalinistischen Methoden erreicht und haben auch früher nie zum Ziel geführt. Forschung und Entwicklung, neue Technologien , Masshalten und Verstand. Das sind die Wege für Zukunft und auch Wohlstand. Was soll da die Forderung nach Ausrufen eines Notstandes? Purer Populismus…..der leider oftmals dem gesunden Menschenverstand weit davonläuft.

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