PIRATEN Kreis Viersen fordern Einschränkung von Glyphosat

Mit einem aktuellen Antrag wendet sich das Kreistagsmitglied Emanuel Mitromaras an den Kreis Viersen, wodurch mit einem Beschluss der Einsatz von Glyphosat im Kreis Viersen einschränkt werden soll.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Kreis Viersen – Der Einsatz des Pflanzengifts Glyphosat ist umstritten. Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC)
schätzen das Mittel als krebserregend ein. Darüber hinaus hat Glyphosat einen negativen
Einfluss auf die Artenvielfalt in Flora und Fauna. Diesen Bedenken zum Trotz hat die EU-Kommission
im November 2017 die Zulassung des Pflanzengiftes Glyphosat um fünf Jahre verlängert.

Mit einem Antrag an den Kreis Viersen hat sich in dieser Woche das PIRATEN-Kreistagsmitglied Emanuel Mitromaras zu Wort gemeldet: „Der Einsatz eines Pflanzengifts, dessen Unschädlichkeit für die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger nicht klar bewiesen ist, darf nicht weiter genehmigt werden. Auch wenn ein lokales Verbot nicht möglich ist, so kann der Kreis Viersen doch in seinen Rahmen einiges tun, um den Einsatz von Glyphosat im Kreis Viersen einzuschränken.“

Im Februar 2019 sorgten australische Wissenschaftler mit einer Studie über das weltweite Insektensterben für Aufsehen. Ihre Botschaft: ‚Wenn wir so weitermachen wie bisher, könnte es schon in 100 Jahren keine Insekten mehr geben.‘ Die wesentliche Ursache dabei sei neben Flächenversiegelung und Lichtverschmutzung die industrielle Landwirtschaft. Sie wird als verantwortlich gesehen für einen Rückgang der Biodiversität insgesamt, von dem die Insekten als größte Gruppe im Tierreich ganz besonders betroffen sind. In Deutschland bestätigte das 2017 eine Langzeitstudie ehrenamtlicher Forscher, die rund 75 Prozent Verlust an Biomasse bei Fluginsekten an verschiedenen Standorten im ganzen Land ergab. „Bedenkt man allein die wirtschaftliche Bedeutung der Bestäubungsleistung von Insekten, für die es in absehbarer Zeit keinen technischen Ersatz geben wird, erschließt sich die ganze Tragweite dieser Entwicklung“, so Emanuel Mitromaras. „Es gibt heute neue Möglichkeiten, umweltschonend dem Unkraut auf den Feldern den Kampf anzusagen, wie der folgende Bericht ‚Roboter statt Glyphosat: Odd.Bot jätet Unkraut‘ zeigt.“
Das niederländische Start-up Odd.Bot präsentiert auf der CES einen Roboter, der Pflanzen aus dem Boden ziehen kann. Eine Alternative zu chemischen Unkrautvernichtungsmitteln wie Glyphosat soll der Odd.Bot Weed Whacker darstellen: Der Roboter fährt autonom über Anbauflächen und kann dank Bilderkennung zwischen Nutzpflanzen und ungewolltem Gesprieße unterscheiden. Alles, was auf dem Feld nicht genehm ist, entfernt der Roboter per mechanischem Greifarm.

Foto: hpgruesen/Pixabay

„Mit dem Aktionsplan ‚Natürlich.Digital.Nachhaltig‘ möchte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) digitale Innovationen für Umweltschutz und ein nachhaltigeres Leben nutzen. Auf der Internetseite des BMBF wird auf das deutsche Projekte unter ‚Digitale Lösungen für eine nachhaltigere Landwirtschaft‘ und ‚Arten schützen mit Künstlicher Intelligenz‘ hingewiesen.
Die Kreisverwaltung sollte interessierten Bauern beiseite stehen und helfen, die sich für dieses Verfahren Interessieren“, erklärt Mitromaras weiter. „Union und SPD haben sich im Koalitionsvertrag dazu verpflichtetet, ein ‚Aktionsprogramm Insektenschutz“ aufzulegen, um wirksame Maßnahmen gegen das Insektensterben zu ergreifen. Im Juni 2018 hat die Bundesregierung Eckpunkte für dieses ‚Aktionsprogramm Insektenschutz‘ beschlossen.“
Mit großer Freude habe das Kreistagsmitglied gelesen, dass der vom Umweltministerium vorgelegte Maßnahmenkatalog klare Vorschläge im Bereich der Landwirtschaft enthält, darunter die Reduzierung des Einsatzes von Pestiziden.

„Das erfolgreiche Volksbegehren Artenvielfalt in Bayern und die Zustimmung von 79 Prozent der Befragten für einen verbindlichen Insektenschutz laut Emnid-Umfrage vom März 2019 haben gezeigt, dass Bürgerinnen und Bürger ein entschiedenes und umfassendes Handeln zum Schutz der Biodiversität fordern. In mehreren weiteren Bundesländern sind Volksbegehren zur Artenvielfalt und zum Insektenschutz in der Planung oder kurz vor dem Start“, sagt Emanuel Mitromaras. „Das Artensterben ist Fakt. Es brummt und summt immer weniger in unserer Landschaft, Heimat. Zeit, das jetzt entschieden zu ändern.“ Sein Antrag umfasst den Beschluss mit dem der Kreis Viersen den Einsatz von Glyphosat auf dem Gebiet des Kreises Viersen ablehnt. Zudem hofft er auf einen Antrag an die Kreisverwaltung sich zu verpflichten auf kreiseigenen Flächen kein Glyphosat einzusetzen. Zudem sollen Pächter von Flächen im Besitz des Kreises Viersen dazu aufgerufen werden, auf die Verwendung glyphosathaltiger Mittel zu verzichten sowie bei der Neuverpachtung von Flächen und bei der Verlängerung von Pachtverträgen ein Verbot zur Nutzung von Glyphosat vertraglich festzuschreiben. Die Kreisverwaltung soll ferner beauftragt werden, in Gesprächen mit der Landwirtschaftskammer und dem Landwirtschaftlichen Kreisverband darauf hinzuwirken, dass landwirtschaftliche Betriebe eine Selbstverpflichtung zum Verzicht auf den Einsatz von Glyphosat unterzeichnen. (nb)

Ein Kommentar

  1. Mit dem Roboter sollten die Piraten die Unkrautbekämpfung 2020 mal auf 1000 qm demonstrieren. nicht Reden MACHEN.

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