Politik stimmt Konzept für Spielplatzpaten zu

Der Jugendhilfeausschuss hat sich am Dienstagabend für das Pilotprojekt Spielplatzpaten ausgesprochen. Zunächst soll das Angebot auf drei Plätzen getestet werden.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – Zunächst ist es erst einmal ein Pilotprojekt, welchem der Jugendhilfeausschuss zugestimmt hat und dem jetzt zunächst ein Konzept der möglichen Aufgaben und die Verantwortung einer Spielplatzpatenschaft vorausgeht, bevor der Test mit drei Spielplätzen voraussichtlich im Frühjahr 2022 starten wird. Hier gereicht zum Vorteil, dass solche Projekte bereits in anderen Städten erfolgreich durchgeführt werden und auf diese Erfahrungswerte zurückgegriffen werden kann.

Zudem schafften die geplanten Spielflächenpatenschaften Bürgerverantwortung für „einen gesellschaftlichen Teilbereich, in dem sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit ihren jeweils durchaus unterschiedlichen Bedarfen gleichberechtigt begegnen. Sie werten Spielflächen zu Erlebnisorten im öffentlichen Raum für alle Altersgruppen auf, etwa durch Planung und Organisation von Festen und Veranstaltungen. Spielplatzpatenschaften unterstützen Beteiligungen, sie managen einen Spielmaterialienverleih und sorgen dafür, dass sich Kinder und Jugendliche mit diesem Freizeitort verbunden fühlen können.“

Kreativspielplatz am Konrad-Adenauer-Ring – Foto: Rheinischer Spiegel

Da solche Spielplatzpaten auch Verantwortung für die jeweilige Spielfläche übernehmen, könnten sie zudem Missstände, wie volle Mülleimer oder defekte Geräte, zeitnah melden. In Krefeld oder Oberhausen allerdings habe sich gezeigt, dass die vielfältigen Aufgaben der Patenschaft meist nicht mit einer Person zu realisieren seien, weshalb Gruppen von Personen, vielleicht sogar Kindertagesstätten oder Firmen, sinnvoll seien. „Die Paten haben dabei weder die Verpflichtung, noch das Recht zur Vermittlung in Streitfragen oder für Gerätesicherheit Sorge zu tragen, Paten verfügen auch nicht über Hausrecht zum Verweis von Personen von der Fläche, noch ahnden sie Verstöße wie etwa Rauchen oder ähnliches. Paten sind eher als Mittler zu verstehen.“

Alle aktuell neunzig Spiel- und Bewegungsflächen für Kinder und Jugendliche in Boisheim, Dülken, Süchteln und Viersen, davon 68 öffentliche Spielplätze und 22 Bolzplätze und die Sonderflächen wie den BMX-Dirt-Park, die Skate Plaza, die kleine Skate Anlage am Spielplatz Konrad-Adenauer-Ring und kleinere Spielmöglichkeiten zu bestücken sei dabei allerdings fast unmöglich. Dennoch gäbe es Bürger, die sich für Spielflächen in ihrer Umgebung verantwortlich fühlen und Verunreinigungen oder Beschädigungen melden. Dies wird in Zukunft noch einmal deutlich vereinfacht werden, da sukzessive für alle 68 öffentlichen Spielplätze eine neue Beschilderung eingeführt wird, auf der unter anderem eine entsprechende E-Mail-Adresse für die einfache Kontaktaufnahme vermerkt ist.

Jedes neue Projekt beginnt bekannterweise mit einem Anfang, weshalb nun drei Spielflächen ausgewählt werden sollen, die mit einem Container und Spielzeug ausgestattet werden. Die Paten selbst werden zunächst durch eine Fachkraft stundenweise betreut. Insgesamt rund 11.500 Euro werden an Kosten im ersten Jahr dabei eingerechnet – ob und wie das Projekt weitergeführt wird, dass entscheidet nach der Pilotphase der Jugendhilfeausschuss. (nb)