Poltern und Pöbeln: Mit polemischen Parolen in den nächsten Wahlkampf?

Kurz vor der Europawahl Ende Mai scheinen sich Mitläufer verschiedener politischer Gruppierungen und Parteien in Viersen-Rahser einen regelrechten Aufkleberkrieg zu liefern. Von polemischen, sogar gewaltbereiten Parolen bis hin zur Benutzung historischer Personen ist bei der Beklebung öffentlichen Eigentums alles dabei – nicht zur Freude vieler Anwohner.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Foto: Rheinischer Spiegel

Viersen/Leserservice – Anwohnern rund um die Kirche St. Notburga war in den vergangenen Tagen das erhöhte Aufkommen von Aufklebern an den Straßenlaternen, Brief- und Stromkästen aufgefallen. Während an einem Tag AFD-Aufkleber ins Auge fielen, waren es am nächsten Aufkleber der der Linksjugend oder Antifa. Einige nicht mehr ganz neu, wobei Beobachtende davon berichten, dass die verschiedenen Aufklebenden in einem Zug entweder den bestehenden Aufkleber überkleben oder ihn zerstören. Darauf angesprochen sei die Antwort Poltern und Pöbeln gewesen.

Nicht wenige Anwohner stört der Aufkleberschwall, der je nach Kommune als Ordnungswidrigkeit oder Sachbeschädigung verfolgt wird, hinzu kommen Schadenersatzansprüche für die Reinigung und eine Neulackierung des Laternenmastes. „Ist dies das hässliche Spielbild unserer Gesellschaft? Sind Polemik und Irreführung mittlerweile fest mit der politischen Werbung verbunden?“, fragt eine Frau aus der Gruppe der Anwohner, die sich mit der Redakteurin des Rheinischen Spiegels an der Kirche St. Notburga getroffen hatten. Genannt werden wollen sie nicht, denn mit den Aufklebern geht auch Angst einher.

„Wir möchten einfach darum bitten unseren Stadtteil nicht weiter zu verunstalten“, so die Gruppe einhellig. „Auf unsere Stimmen brauchen diese Gruppen nicht zu hoffen.“ Nicht nur nicht zu hoffen, ergänzt ein weiteres Mitglied der Gruppe, auch mit der Polemik und den Lügen müsse es in den Wahlkampfinszenierungen ein Ende haben. Diese Aufkleber seinen ein gutes Beispiel dafür, dass im politischen Machtkampf bei der einen oder anderen Gruppierung lange vergessen worden wäre um wen es eigentlich geht: Um den Wähler, den Bürger, den Menschen. (nb)

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