Prämierung der Karnevals-Orden des Jahres 2019

Zum 24. Mal hatte die Volksbank Mönchengladbach eingeladen, um in Zusammenarbeit mit dem Alten Zeughaus die Prämierung der schönsten Jahresorden der Karnevalsgesellschaften vorzunehmen.
Von RS-Redakteurin Marlene Katz

Hans Brüggen

Mönchengladbach – Hans Brüggen, der 2. Vorsitzende des Alten Zeughauses, begrüßte die vielen Vertreter der einzelnen Karnevalsgesellschaften. Sein Dank ging an Franz D. Meurers, den Hausherrn der Volksbank Mönchengladbach, dass diese Veranstaltung wieder in deren Haus durchgeführt werden durfte. Die Voba zeichnet auch für die Preise, das Preisgeld und auch, um die knurrenden Mägen zu beruhigen. Alle, die gekommen waren, hofften unter den ersten drei Preisträgern zu sein. Normalerweise ist zu diesem Zeitpunkt das letztjährige Prinzenpaar sowie das inthronisierte Prinzen-Paar anwesend, die aber durch einen anderen Termin verhindert waren und etwas später zu dieser Prämierung eintrafen.

Franz D. Meurers

Meurers begrüßte im Namen der Volksbank alle Karnevalisten. Sie alle hätten diesen Saal schon in vielfältiger Weise gesehen, aber noch nicht mit dieser schönen Weihnachtsdekoration. Das liege daran, weil in der nächsten Woche die Weihnachtsfeier der Angestellten dort stattfindet.

Er hatte recherchiert und stellte fest, dass diese Prämierung wirklich zum 24. Mal in diesem Hause stattfindet. In der letzten Session gab es viele Überraschungen und viele Ehrenträger. Bei dieser Gelegenheit begrüßte er auch Bernd Gothe, den Ehrenvorsitzenden des Mönchengladbach Karnevalsverbandes.

Gaby Winter mit Bernd Gothe

Dann übergab er das Mikrofon an Dietmar Wirt, den 1. Vorsitzenden des Alten Zeughauses, der in gewohnter Weise durch das Programm führte und noch einmal alle eingereichten Orden vorstellte.

Wirt begrüßte ebenfalls die Karnevalisten und beschränkte sich darauf, ihnen einen kurzweiligen Abend zu wünschen. Er hob besonders hervor, dass die Voba sie unterstütze, denn ohne deren Hilfe könnte das Alte Zeughaus diese Veranstaltung nicht durchführen. Er dankte Meurers persönlich und auch den Leuten, die im Hintergrund gearbeitet haben, an deren Spitze Markus Schmitz.

Dietmar Wirt

Da viele neue Gäste anwesend waren, wurde diesen noch einmal erklärt, wie sich die Bewertung zusammensetzt. Er war ganz begeistert, wie viel Kreativität in den Gesellschaften entsteht, um einen entsprechenden Orden zu dem Motto hinzubekommen. Für die Jury ist es nicht so einfach, die drei Besten auszuwählen. In diesem Jahr hatten 17 Karnevalsgesellschaften ihre Jahresorden eingereicht. Für die Juroren ist es einfacher zu bewerten, wenn dem jeweiligen Orden ein kleiner Textbeitrag beigelegt wird.

Die unabhängige Jury, bestehend aus Bernd Gothe, Bärbel Lenz, Denisa Richters, Hans Brüggen und Elvira Wirt betrachteten die Orden einzeln nach den Kriterien Aktualität, Zeit- und Stadtgeschichte, Witz und Humor, grafische Gestaltung und Ausstattung sowie Umsetzung des Sessionsmottos und bewerteten die einzelnen Kriterien mit 0 bis 10 Punkten. Nach Addition sämtlicher vergebener Punkte standen die drei Preisträger fest.

Heinz-Josef Katz

Wirt dankte ganz besonders Heinz-Josef Katz, der die Orden fotografisch in das rechte Licht gerückt hatte.

Dann wurden die Wettbewerbsorden mit den entsprechenden Textbeiträgen von Wirt vorgestellt. Während dieser Vorstellung wurde eine kleine Pause eingelegt, da das letztjährige Prinzenpaar Dirk und Martina, das diesjährige Prinzen-Paar Axel und Thorsten nebst Hofstaat und der Vorsitzende des MKV, Gert Kartheuser, eingetroffen waren.

Dann ging es weiter und am Schluss wurden die Orden vorgestellt, die nicht in die Bewertung fielen, wie z.B. der Prinzenpaar-Orden nebst Nadel, der Kinderprinzenpaar-Orden nebst Nadel, der MKV-Orden und viele andere.

Um die Spannung hoch zu halten, wer denn nun zu den Preisträgern gehörte, ergriffen Dirk und Martina das Wort.

Für die Beiden war es eine gewaltige Session, denn sie sind durch die Säle auf Händen getragen worden. In Bezug auf die vielen, ihnen verliehenen Orden hatten die Beiden im Sommer keine Gelegenheit, sich diese noch einmal in Ruhe anzuschauen. Denn es sind sehr viele, auch von Gesellschaften, die keine Sitzung abgehalten hatten. Aber an die Menge von Bernd Gothe, der 3.960 Orden in seinem Besitz hat, kommen sie nicht heran.

Dirk dankte den Gesellschaften, die sich große Mühe gegeben haben, einen Orden zu entwerfen, der zum Motto und zum Prinzenpaar passt. Jetzt haben die Gesellschaften etwas länger Zeit um das Motto umzusetzen, denn seit Veilchendienstag ist es ja schon bekannt und zwar „Gladbach Jeckes Narrennest“.

Martinas Dank ging an Wirt, der die Orden so präsentierte. Jeder hat sich Gedanken gemacht und jeder meint, er ist der Schönste. Auch sieht man bei jedem Orden die Mühe zum Detail.

Wirt begrüßte das Prinzen-Paar Axel und Thorsten mit dem Hofmarschall Christian Ernst sowie den Adjutanten Dieter Lichtenhahn und Stefan Neus.

Er bescheinigte den Beiden, dass die Proklamation in der Red Box eine tolle Veranstaltung war. Was sie abgeliefert hatten, war sprachgewandt und humorvoll. Mit ihnen haben wir eine tolle Session zu erwarten. Im Vorfeld hat es viel Aufmerksamkeit und Diskussionen bezüglich Axel und Thorsten gegeben und das hatte damit zu tun, weil wir ein Prinzen-Paar haben.

Axel freute sich hier zu sein und anschließend den Gewinnern zu gratulieren. Man könne sich nicht vorstellen, wie viel Arbeit sich die Ordensgestalter machen, bis der entsprechende Orden fertig ist.

In Bezug auf Prinzen-Paar führte er an, dass der MKV sie vorgeschlagen habe und damit ist alles gesagt. Sie wollen Freude haben, denn das ist ihre Aufgabe und die nehmen sie ernst. Auch gab er den Gästen noch mit auf den Weg, einmal über Toleranz und Respekt nachzudenken.

Thorsten führte an, dass sie keine Rollenverteilung vornehmen würden und bis jetzt nur intensive Stunden erlebt haben. Weiter führte er aus, je nachdem was wir sagen, wird uns direkt die Zweideutigkeit nachgesagt. Aber – die Leute wollen Spaß und Musik und das Prinzen-Paar ist nur Beiwerk.

Bei ihrem vorherigen Termin waren sie in der St. Marien-Kirche in Rheydt, wo die Ordensverleihung des Jugendfonds durch die Große Rheydter Prinzengarde vorgenommen wurde. Pfarrer Hurtz sprach bei dieser Veranstaltung auch über den Wandel der Beständigkeit auch im Karneval.

Gert Kartheuser hob hervor, dass alle, die ihre Orden eingereicht hätten, Gewinner seien, ob erster, zweiter oder dritter. Er bescheinigte dem Alten Zeughaus einen guten Job, denn dort ist die Heimat des Karnevals. In den letzten Jahren ist viel geschehen und auch die Baugenehmigung liegt endlich vor. Bernd Gothe sei es zu verdanken, dass das Alte Zeughaus so dasteht, wie es jetzt ist.

Auch ist eine Kinderprinzenpaar-Säule vorgesehen, aber leider muss die Verwaltung noch entscheiden, wo sie hinkommt. Kartheuser hofft, dass dies im nächsten Jahr der Fall ist.

Wirt ging noch einmal auf die Situation im Alten Zeughaus ein. Es ist immer etwas zu tun und wenn man die finanzielle Seite betrachtet, kann man mit den Beiträgen der Mitglieder und Förderer gerade einmal die Fixkosten tragen. Bei Reparaturen ist man auf liebe Menschen angewiesen, die dann helfen. Was dem Alten Zeughaus fehlt, sind junge Menschen und Förderer und er macht sich Gedanken, wie es in Zukunft weiter gehen soll.

Nach drei Jahren ist endlich die Baugenehmigung erteilt worden, aber mit vielen Auflagen. So sollen z.B. befestigte Parkplätze in Angriff genommen werden, was aber Kosten in Höhe von ca. 60.000 Euro verursachen würde und vom Alten Zeughaus nicht zu stemmen ist.

Auch wenn man die Ausstellungsfläche vergrößern würde, könnte man die oberen Räumlichkeiten nicht mehr vermieten, denn dieses Zubrot ist für sie sehr wichtig.

Dann wurde es spannend. Die Plätze von 10 bis 4 wurden den Gästen vorgestellt.

-10. Platz – KG Rot-Weiß Rheydt-Dorfbroich – 137 Punkte

-9. Platz – KG Ruet-Wiss Okerke – 142 Punkte

-8. Platz – Große Gladbacher KG – 151 Punkte

-7. Platz – KG Gelb-Blaue Funken der Stadt Mönchengladbach – 153 Punkte

-6. Platz – KG Die Kreuzherren Wickrath – 154 Punkte

-4. Platz – KG Schwarz-Gold-Rheydt – 159 Punkte

-4. Platz – KG De Leckere Jecke – 159 Punkte

Die Siegerorden:

-3. Platz KG Rheybach

Auch mit diesem Orden in Form einer traurig dreinblickenden Biene wird mit viel Ironie Kritik geübt und gefragt, was denn eigentlich aufblühen soll – etwa die Leerstände von Geschäften und Lokalen in der Rheydter Innenstadt oder das Verbot der Eigeninitiative zu Verschönerungen des Marktplatzes? Die am Rheydter Ring geschaffenen Blumenstreifen betrachteten die Rheybacher anfangs mit Sorge: sie fürchteten, dass die durch die Blumen angelockten Bienen am Dieselmief der vorbeifahrenden Autos ersticken könnten. Letztlich war ihre Sorge unbegründet, denn der fehlende Regen im Sommer bedeutete das Aus für die Blumen. Die kümmerlichen Reste führten dazu, dass die Biene auf dem Orden so ein trauriges Gesicht macht.

-2. Platz KG Wenkbülle

Die Wenkbülle stellten mit ihrem Orden die Frage, ob Mönchengladbach wirklich aufblüht. Neben den Negativbeispielen wie der baufällige Bahnhof mit den neuen Türen, der nun unter Denkmalschutz stehende hässlichste Bahnhofstunnel Deutschlands und das Verbot von Blumenkübeln auf dem Rheydter Marktplatz stellten sie auch Bereicherungen fest. Hierfür dargestellt sind das Minto, die geplanten Folgeprojekte am Abteiberg, am Markt und dem ehemaligen Gelände des Maria-Hilf-Krankenhauses sowie am Europaplatz. Weiter verweisen sie auf das Montforts-Quartier, das Textiltechnikum, den Hangar, den Sparkassenpark, die Redbox, alles Bausteine mit Strahlkraft. Mit dem Orden weisen sie aber auch darauf hin, dass sie bereits vor 11 Jahren mit ihrem damaligen Orden auf Missstände wie den Bahnhof und Haus Westland hingewiesen haben und diese Probleme noch immer nicht gelöst sind.

-1. Platz KG Eisenbahner

Mit ihrem Orden in Form eines Blumenstraußes stellten die Eisenbahner Projekte in der Stadt dar, die sie teils positiv, teils negativ betrachteten. Die positiv erachteten Projekte – die Markthalle, die Seestadt und die Maria-Hilf-Terrassen stellten sie durch blaue Blumen mit lachenden Gesichtern, die negativ wahrgenommenen Projekte – die von städtischer Seite abgelehnten privat aufgestellten Blumenkübel auf dem Rheydter Marktplatz, das traurige Kapitel des Haus Westland und der Zustand des Rheydter Bahnhofs ist durch graue Blumen mit traurigen Gesichtern ausgedrückt.

Zum Abschluss dieses Abends ergriff Franz D. Meurers noch einmal das Wort und freut sich jetzt schon, im kommenden Jahr zum 25. Mal diese Veranstaltung als Hausherr der Volksbank durchführen zu können.

Er bedankte sich bei Dirk und Martina für die tolle Session im letzten Jahr und überreichte Ihnen als Dank eine Flasche Wein und für Martina einen Gutschein für einen Blumenstrauß.

An Axel und Thorsten gewandt wünschte er ihnen viel Spaß in der kommenden Session und hofft auf viele Zusammenkünfte. Die Beiden erhielten jeweils eine Flasche Wein und Sekt, versehen mit einer roten Nase, dem Aushängeschild des Prinzen-Paares.

Dieser Abend endete dann mit einer leckeren Suppe, kalten Getränken und vielen Gesprächen.