Präsident der mexikanischen Mezcal-Regulierungsbehörde zu Gast in Viersen

Für die mexikanischen Kleinbauern ist die Herstellung des Agavenbrands Mezcal vielmehr als nur ein Beruf, es ist für sie Berufung. Umso wichtiger ist die Sicherheit auf dem Europäischen Markt für die geschützte Herkunftsbezeichnung. Dr. Hippocrates Nolasco Cancino, der Präsident der mexikanischen Regulierungsbehörde, ist deshalb zurzeit in Brüssel und legte auf seinem Weg einen Stopp in Viersen ein, bei dem er sich Zeit für ein Gespräch mit dem Rheinischen Spiegel nahm.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Viersen – Mezcal, der Agavenbrand aus Mexiko, begeistert weltweit immer mehr Genießer. „Die Herstellung ist kein „Job“, sie ist ein Lebensweg – das Produkt die letzte Stufe eines kulturellen Prozesses“, so Dr. Hippocrates Nolasco Cancino, Präsident der COMERCAM, der mexikanischen Regulierungsbehörde für Mezcal. Er kämpft für mehr Sicherheit auf dem europäischen Markt für die geschützte Herkunftsbezeichnung, erste Gespräche wurden in den letzten Tagen im EU-Parlament in Brüssel geführt.

„Traditionell waren und sind Mezcal-Destillerien bäuerliche Kleinbrennereien, deren Rohstoffe auf den eigenen Ländereigen angebaut werden“, erklärt Jiannis Panagou, den einen bekannt als Betreiber des Mexican-Restaurant an der Großen Bruchstraße, den anderen für seine eigene Mezcal- oder Bierproduktion. Der Viersener ist der erste Nichtmexikaner, der in diesem Jahr zum Mezcal-Botschafter ernannt wurde. „Strukturen, die bis heute erhalten geblieben sind im Gegensatz zur industrialisierten Herstellung von Tequila. Große Produktionsmengen vs. Vielfalt und mit Leidenschaft hergestellte Agavenbrände, die die Existenz der Kleinbauern sichern.“ Nicht verwunderlich, dass der Mezcal immer mehr als Beliebtheit gewinnt, auch in Viersen lässt sich mittlerweile leicht eine große Auswahl finden.

Foto: Rheinischer Spiegel

Erst seit 1994 unterliegt die Herstellung von Mezcal einer Norm, die auch die geschützte Herkunftsbezeichnung einschließt und welche seit 1997 von der Regulierungsbehörde „Consejo Mexicano Regulador de la Calidad del Mezcal A.C. (COMERCAM)“ überwacht wird. „Neun mexikanische Bundesstaaten, rund 700 verschiedene Brände, 800 Produzenten, 95 % handgemacht und alles Fair Trade“, sagt Dr. Hippocrates Nolasco Cancino lächelnd und genießt einen Mezcal an der Großen Bruchstraße in Viersen, auch wenn das niederrheinische Wetter es nicht gut mit dem weit angereisten Besucher meint. „Der Behörde gehören Kleinbauern, Markeninhaber und Experten an – ihre Produkte tragen alle das COMERCAM-Siegel, welches dem Verbraucher einen Einblick in das traditionelle Handwerk der Mezcalherstellung gibt. Es ist uns wichtig, dass jeder Verbraucher einen umfangreichen Einblick über den jeweiligen Brand erhält.“

Mit dem Einscannen des QR-Codes landen die Mezcal-Liebhaber auf der neuen Seite crm.org.mx und einer vielfältigen Information zu dem Brand, welchen sie gerade genießen, bis hin zu Fotografien des Brennmeisters – das geht auch von Viersen aus, wo Jiannis Panagou gerne von der handwerklichen Herstellung und den vielfältigen Einflüssen von Zitrusfrüchten, Minze, Feigen, Zimt oder Karamell berichtet, durch welche jeder Brand einzigartig wird. (ea)

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