Projekt „Schwein haben“ ging an den Start – Die Biographie von Ferkel „Frieda“ verfolgen

Niedlich sieht „Frieda“, das Ferkel, mit seiner rosa Haut und dem kurzem Ringelschwanz aus. Es wurde am 23. September auf dem „Stautenhof – Mein Biohof“ in Anrath geboren, hat elf Geschwister, ist weiblich und gesund.

Region/Mönchengladbach – Seine Mutter ist ein Schwein der Schweizer Landrasse und der Vater ein Duroc. Dies erfuhren die Teilnehmer bei der Auftaktveranstaltung des Projekts „Schwein haben“ in der Citykirche Alter Markt in Mönchengladbach und sahen zum ersten Mal Fotos von „ihrem“ Ferkel. Rund ein Jahr werden sie sowie weitere Interessenten, die jederzeit hinzustoßen können, das Schwein, dem der Name „Frieda“ gegeben wurde, von der Aufzucht bis hin zu seiner Schlachtung verfolgen und begleiten.

Das Projekt, ins Leben gerufen vom Büro der Regionen Mönchengladbach und Heinsberg in Kooperation mit der KAB Diözese Aachen und den Katholikenräten der Regionen Heinsberg und Mönchengladbach, ist einzigartig in der Region. Dies wurde bei der Auftaktveranstaltung deutlich, wo die erste Bindung zum Schwein durch die Namensfindung erfolgte. Aus mehreren Vorschlägen der Teilnehmer, die entweder in Präsenz oder Online anwesend waren, darunter so Namen wie Schnüffel und Hans im Glück setzte sich schließlich „Frieda“ durch. Dies veranlasste Hans-Peter Katz, Vorsitzender des Katholikenrats der Region Mönchengladbach, zur Äußerung: „Wir sind nun zuständig für Frieda.“

Rege Beteiligung live und online bei der Auftaktveranstaltung des Projekts „Schwein haben“. Fotos: Eva Weingärtner

Er und Elisabeth Laumanns vom Katholikenrat Mönchengladbach hatten die Teilnehmer zu Beginn der Veranstaltung begrüßt und dabei das Projekt „Schwein haben“ sowie seine Zielsetzung vorgestellt. Rund um die Lebensphase des im Mittelpunkt stehenden Schweines gebe es eine Reihe von Veranstaltungen zur Tierhaltung, Konsumverhalten, Produktions- und Arbeitsbedingungen, Landwirtschaft, Umwelt- und Schöpfungsverantwortung mit der Zielsetzung, Denkanstöße zum eigenen Fleischkonsum zu geben, Fehlentwicklungen aufzuzeigen, Blickwinkel zu verändern und eine eigene Haltung zum Thema zu entwickeln, erklärte Elisabeth Laumanns. Und Hans-Peter Katz stellte heraus, dass man das Schwein gekauft habe, „um den gesellschaftlichen Abstand zur tatsächlichen Schweinemast zu durchbrechen und Betroffenheit durch die Nähe zum Tier zu schaffen“. Er lud zu einem Quiz ein, bei dem sich so mancher Teilnehmer verschätzte als es um Zahlen in der Schweinemast ging. So erfuhren sie unter anderem, dass 24,7 Millionen Schweine in Deutschland geboren und geschlachtet werden, Deutschland in Europa vor Spanien der Schweineproduzent Nummer eins ist und weltweit hinter China und der USA den dritten Platz einnimmt.

Danach erläuterte Hans-Peter Katz den Verlauf des vom 1. August 2021 bis zum 28. Februar 2023 sich erstreckenden Projekts. So findet am 30. Oktober eine Exkursion zum Stautenhof in Anrath statt, eine weitere im Januar/Februar 2022 zum Lehrbetrieb Landwirtschaftsschule Haus Düsse in Bad Sassendorf. Im März geht es um das Thema Tierhaltung/Tierwohl, im April um Produktionsbedingungen. Im Mai/Juni ist die Schlachtung und Vermarktung von „Frieda“. Es folgen dann noch Veranstaltungen ab August 2022 zum Konsumverhalten, zur Auswirkung auf die Landwirtschaft und Schöpfungsbewahrung. Anschließend bot sich den Teilnehmer die Gelegenheit zu diskutieren, was sie für das Projekt „Frieda“ für wichtig befinden. Dabei gab es eine Reihe an Ideen und Anregungen zum Beispiel eine Fahrradexkursion zu Metzgern und eine Infoveranstaltung zum Schächten. Es wurden Fragen gestellt wie „Geht Tierwohl in Gefangenschaft?“, „Was ist Bio?“ und „Wie geht humanes Schlachten?“. Stichworte fielen wie Antibiotika-Einsatz in Futtermitteln und lange Transportwege. „Wir haben heute viele Impulse bekommen und werden diese für die Weiterarbeit mitnehmen“, sagte Hans-Peter Katz. Und forderte noch jeden auf, als Multiplikator das Projekt „Schwein haben“ weiter bekannt zu machen und viele zum Mitmachen zu gewinnen.

Das Projekt „Schwein haben“ wendet sich an Jung und Alt, Familien, Kinder und Jugendliche, die jederzeit bei einzelnen oder mehreren Projektveranstaltungen ein-steigen und mitmachen können. Alle Termine finden sich auf der Projekthomepage www.projekt-schwein-haben.de. Hier kann man sich auch zu den Veranstaltungen anmelden sowie die Biographie des Ferkels „Frieda“ weiter verfolgen. Die nächste Veranstaltung ist eine Exkursion zum „Stautenhof – Mein Biohof“ in Anrath am Samstag, 30. Oktober, um 10 Uhr, bei eigener Anreise. Vorgestellt wird „Frieda“ sowie der Betrieb. Weitere Informationen auch bei der KAB Diözese Aachen, Telefon 0241-400180 oder dem Büro der Regionen Mönchengladbach und Heinsberg, Telefon 02161-980633. (opm/Eva Weingärtner)

Ein Kommentar

  1. Wird denn auch die Realität gezeigt? Das Abschneiden des Ringelschwanzes, das Schleifen der Zähne und das Vegetieren auf der eigenen Kacke in dunklen stinkenden Fabrikhallen – so wie 98% aller Schweine in Deutschland vegetieren? Solche Projekte haben doch nur einen Sinn, wenn nicht die 2% Ausnahmen gezeigt werden. Biofleisch wird in Deutschland so gut wie nicht verkauft. Jedes Gericht in der Kantine, im Schnellimbiss, im Restaurant, jedes Fertiggericht aus dem Supermarkt beinhaltet billigstes Folterfleisch aus Massentierhaltung. Auch wenn noch so viele beteuern, dass sie nur ganz wenig vom Metzger des Vertrauens konsumieren, ist es doch nur Heuchelei. Übrigens, auch dem netten Schlachter von nebenan, kann man nur vor den Kopf und die Ladentheke gucken. Google: Metzgerei Mecke aus Werne NRW

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