Letzte Vorbereitungen zum Schützenfest: Rahser-Sappeure setzten ihren Schützenmaien

Das Schützenfest der St. Notburga-Bruderschaft wirft seine Schatten voraus. Fleißig wurden in den vergangenen Wochen Röschen gedreht, die letzten Planungen abgeschlossen. Auch der Maien der Rahser-Sappeure steht nun am „Trichter“ und weist stolz auf das kommende Ereignis hin.

Viersen-Rahser – In den Straßen erklang plötzlich ein Trömmelchen zu der sich die eine oder andere Flöte gesellte. Das Viersener Tambour-Corps hatte aufgespielt und die Rahser-Sappeure mit ihrem Schützenmaien abgeholt. Eine Woche vor Schützenfestbeginn im Rahser setzen sie traditionell ihren Maien, begleitet von Gästen, Zuschauern und befreundeten Schützen, am Rahser-Trichter auf, beweisen auch hier, dass sie handwerklich geschickt und immer tatkräftig dabei sind.

Ihr König in diesem Jahr ist Wolfgang Genenger, langjähriges Mitglied der Sappeure, CDU-Ortsbürgermeister in Süchteln sowie Ratsmitglied und fest verbunden nicht nur als stellvertretender Bundesschützenmeister mit dem Brauchtum und den engagierten Vereinen in allen Viersener Stadtteilen. Mit dem 90. Schuss fiel der begehrte Königsvogel der Gruppe innerhalb der St. Notburga-Bruderschaft und mit ihm sicherte sich Wolfgang Genenger bereits zum dritten Mal die Sappeurkönigswürde.

Foto: Rheinischer Spiegel/Melanie Häming

Wenn auch nicht in Viersen, reicht die Geschichte der Sappeure zurück bis in das 18. und 19. Jahrhundert. Schon damals waren sie immer hilfreich zur Stelle. Der Lageraufbau, das Fällen von Bäumen, der Bau von Annäherungsgräben oder die Beseitigung von Hindernissen – sie bereiteten der nachrückenden Infanterie den Weg, marschierten stets an der Spitze der Truppe. Auf ihrer Bärenfellmütze prangte damals wie heute der Pützer, eine Art Bürste aus Federn (heute aus Kunststoffasern). Immer dabei trugen sie eine langstielige Zimmermannsaxt. Ebenfalls die Farbe der Uniform ist geblieben: Das Königsblau sticht bei jedem Schützenfest heraus und ist seit 37 Jahren eine Zier in der Rahser Bruderschaft.

Fritz Häming gründete im Jahre 1982 die Viersener Gruppierung im Rahser, die in dieser Form nur im Düsseldorfer und Neusser Raum bekannt war. Gläserbürsten kannte man nur in der Spüle einer Theke, aber als Kopfschmuck auf einem Tschako, einem Beil statt einem Gewehr und blaue Uniform, statt grün war eine revolutionäre Entscheidung. Diese Gruppierung ist nun ein Aushängeschild in der St. Notburga-Schützenbruderschaft. Wo immer man mit Muskelkraft gebraucht wird, die Sappeure stehen sofort bereit. Daher ist die Bruderschaft stolz auf ihre Truppe, die natürlich das gesellige Dasein und das familiäre Miteinander in den Vordergrund des jährlichen Treibens stellt.

Ansprechpartner für Interessierte ist der Major der Sappeure Fritz Häming, Sittarder Straße 93, 41748 Viersen, Telefon: 02162/23996, Mail: M.Haeming@gmx.de. (mh)

Foto: Rheinischer Spiegel/Melanie Häming