Rat beschließt zeitweisen Umzug der Anne-Frank-Schule 

Nachdem bei einer Prüfung festgestellt wurde, dass die Stützen und Riegel des Betontragwerks der Anne-Frank-Gesamtschule in einem enormen Ausmaß verwittert sind und eine Betonsanierung erforderlich wurde, laufen die Planungen für den zeitweisen Umzug der Mittel- und Oberstufe.

Viersen – „Die Standfestigkeit der Tragkonstruktion ist auf Dauer nicht gewährleistet, es besteht kurzfristiger Handlungsbedarf“, hallt es in den Ohren vieler Eltern, Schüler und Lehrer noch nach. Ein Prüfergebnis, welches die Stadt Viersen erstmalig zu solch einem großen Ausmaß von Umzug zwingt und ein Umzug, der mit nicht wenig Kosten verbunden ist.

In der ersten Ratssitzung nach den Sommerferien beschloss die Politik die Einrichtung eines Ausweichquartiers am Schulstandort der ehemaligen Hauptschule Süd und der ehemaligen Albert-Schweitzer-Grundschule am Pestalozziweg sowie den Bau von Containeranlagen. Die derzeitigen Nutzer der Gebäude, darunter das Come-Back-Projekt der Schulverweigerer, Frühe Hilfen und andere aus dem Jugendbereich wandern in eine weitere Containeranlage hinter der Jugendeinrichtung „Insel“. Die Sanierung der Schulgebäude in der die Schüler während des Sanierungszeitraums des Standortes an der Lindenstraße ziehen – darunter eine IT-Anbindung, die Neuverglasung der zerstörten Fenster- und Türscheiben oder den Einbau neuer Brandschutztüren in den Fluren, wird die Stadt Viersen ca. 877.000 Euro kosten und darauf kommen dann noch die Kosten der Sanierung des Schulgebäudes an der Lindenstraße.

627 Schüler sind von dem Umzug betroffen, die Dachsanierung des Gebäudes an der Lindenstraße hat schon begonnen. Bereits am 20. September informierte die Schule alle Eltern und Schüler über die geplanten Maßnahmen, der Vorschlag einen Neubau in der Lindenstraße oder am Standort Rahser zu errichten, wurde von der Stadt Viersen vor allem aus finanziellen Gründen abgelehnt. Ab Februar 2018 sollen die Schüler in dem Ausweichstandort unterrichtet werden, während neben der Betonsanierung (Dauer ca. 6 bis 10 Monate, Kosten von ca. 250.000 Euro) auch einige andere Arbeiten vorgenommen werden, denn neben der energetischen Sanierung stellte sich heraus, dass die tragenden Stahlstützen im Gebäude nicht gegen Feuer geschützt sind. Regelgerecht wäre ein Feuerwiderstand von 90 Minuten, dieser ist nicht gegeben. Der Handlungsbedarf ist akut.

Für die Nachbesserung des Brandschutzes müssen Abhangdecken sowie Estrich rund um die Stützen entfernt und nach der Verkleidung der Stützten wieder angearbeitet werden. Es handelt sich um rund 100 Stützen(-paare), die sich überwiegend in Klassenräumen befinden. Positiv, die Bauarbeiten für die energetische Sanierung verkürzen sich durch den bevorstehenden Umzug weil durchgehend statt in zwei Abschnitten gearbeitet werden kann.

Aufgrund von fehlenden personellen Kapazitäten im Fachbereich 25 können die notwendigen Sanierungsarbeiten am Schulstandort Pestalozziweg (ausgenommen der Heizungs- und Sanitärarbeiten) nicht mit eigenem Personal geplant, ausgeschrieben und in der Bauausführung überwacht werden. Die Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung der AFG-Sanierung (Objektplanung und Technische Gebäudeausstattung) wurden an externe Fachbüros vergeben, die durch ein europaweites Vergabeverfahren ermittelt wurden. Es besteht die Möglichkeit, diesen Büros durch Auftragserweiterungen ohne erneutes europaweites Verfahren auch die Ertüchtigung des Schulstandortes Pestalozziweg zu übertragen. Die entsprechend höheren Honorare wurden in die oben genannten Baukosten vorab einkalkuliert. Sie belaufen sich auf ca. 35.000 Euro.

Die Maßnahme „Energetische Sanierung Anne-Frank-Gesamtschule Lindenstraße“ ist im Haushaltsplan 2017 (inkl. mittelfristiger Finanzplanung bis 2018/2019) mit förderfähigen Gesamtkosten von rund 6,85 Mio. € veranschlagt, denen Fördermittel des Landes i.H.v. rd. 5,48 Mio. € gegenüberstehen – der städtische Eigenanteil beläuft sich auf rd. 1,37 Mio. €. (dt)

Foto: Martin Häming