Ratten-Ausstellung in Viersen: Peta erstattet Strafanzeige gegen Künstler Gereon Krebber

Bereit die Zirbel, das neue Ausstellungsstück der Viersener Skulpturensammlung, sorgte in den vergangenen Wochen für einen Shitstorm in den sozialen Medien. Nun hat Peta Strafanzeige gegen den Düsseldorfer Kunstprofessor Gereon Krebber erstattet, der Ratten für sein „Kunstprojekt“ geteert hat und in der Städtischen Galerie im Park ausstellt.

Foto: Rheinischer Spiegel

Viersen – Mit großen Worten hatte die Viersener Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) im Juni die umstrittene neue Skulptur im Park neben der Städtischen Galerie eingeweiht, die Werke des Künstlers Gereon Krebber hervorgehoben. Während die Zirbel zahlreich mit einem „Hundehaufen“ verglichen wurde, wuchs ebenfalls die Kritik an der Ausstellung, in der mumifizierte Ratten als Mobile gezeigt werden. Nun hat die Tierschutzorganisation Peta gegen den Künstler Strafanzeige erstattet und fordert die Viersener Stadtverwaltung auf die Ausstellung zu beenden.

„Für ein „Kunstprojekt“ aus acht toten Ratten hat der Bildhauer Gereon Krebber mehrere Tiere getötet und geteert, um sie in einer Art Mobile in der Städtischen Galerie Viersen auszustellen. Fünf der Ratten hatte der Professor der Kunstakademie Düsseldorf nach eigenen Angaben selbst im Garten hinter seinem Haus gefangen und ausgeweidet“, so Peta. Peta hat nun Strafanzeige gegen Krebber bei der Staatsanwaltschaft Köln erstattet. Tiere für ein Kunstprojekt zu töten verstößt gegen § 17 Nr. 1 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Die Tierrechtsorganisation fordert zudem die Viersener Ordnungsbehörden auf, die Ausstellung des Exponats unverzüglich zu untersagen, da die Zurschaustellung rechtswidrig getöteter Tiere als „Kunst“ das Töten von Tieren verharmlost und auch als jugendgefährdend einzustufen ist.

„Tiere zu töten und sie in einer Galerie auszustellen, hat nichts mit Kunst zu tun, es ist ein kaltherziges Verbrechen. Insbesondere von einem Kunstprofessor hätten wir erwartet, dass er sich mit der geltenden Rechtslage auskennt und diese auch einhält“, so Peter Höffken, Fachreferent bei Peta. „Das Ratten-Mobile verherrlicht Tierquälerei und verletzt mit jedem Tag seiner Ausstellung die Würde der Tiere.“ Tierschutz sei in Deutschland Staatsziel mit Verfassungsrang. Kunstschaffende könnten sich nach gängiger Rechtslage daher bei der Tötung von Tieren nicht auf die im Grundgesetz geschützte Kunstfreiheit berufen. Vielmehr sei gemäß Tierschutzgesetz ein „vernünftiger Grund“ für die Tötung von Tieren unabdingbar. „Bereits vor Aufnahme des Tierschutzes in das Grundgesetz durch Artikel 20a entschieden Gerichte bei Kollision der Kunstfreiheit und des Tierschutzes teilweise zugunsten des Tierschutzes. Wurde dagegen der Kunstfreiheit größerer Wert eingeräumt, beruhte dies oftmals auf der Argumentation, der Tierschutz könne mangels seines Verfassungscharakters für die Kunstfreiheit keine verfassungsimmanente Schranke im Sinne von Artikel 5 Abs. 2 GG bilden. Mit Inkrafttreten des Artikels 20a GG im Jahr 2002 ist dies hinfällig und die Möglichkeit, Tiertötungen zu künstlerischen Zwecken zu rechtfertigen, wird seitdem abgelehnt. Im April 2013 haben die Verantwortlichen der Art Cologne in vorbildlicher und verantwortungsvoller Weise gezeigt, dass Tierschutz in der Kunstwelt durchaus von Bedeutung ist: Sie ließen einen auf der Kunstmesse ausgestellten Fink umgehend aus dem Trubel entfernen“, so Peta. (Peta/cs)