Veranstaltungsbranche ließ Deutschland rot erstrahlen – Ein Hilferuf

Die Corona-Pandemie hat Eventlocations, Künstler, Messebauer und viele andere Betroffene innerhalb der Veranstaltungsbranche hart getroffen. Bereits jetzt droht eine riesige Pleitewelle und immer noch ist kein Ende der Corona-Maßnahmen in Sicht. Zum Anfang der Woche illuminierten deshalb in über 250 Städten Betriebe ihre Gebäude bei der „Night of Light“ in einem roten Licht als flammenden Appell an die Politik. #nightoflight #nightoflight2020
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Deutschland – Praktisch über Nacht war durch die behördlichen Auflagen während der Corona-Krise einem riesigen Wirtschaftszweig die Arbeitsgrundlage entzogen worden. Mittlerweile droht der Veranstaltungswirtschaft eine riesige Pleitewelle mit unabsehbaren Folgen für den Arbeitsmarkt und die kulturelle Vielfalt. Während mittlerweile die ersten kleineren Veranstaltungen wieder stattfinden dürfen und auch die Messelandschaft nicht von der Verlängerung des Verbots von Großveranstaltungen bis mindestens Ende Oktober betroffen ist, ist immer noch ein großer Teil der Branche vom Aussterben bedroht – hinzu kommt, dass die ersten Künstler bereits Insolvenz beantragen mussten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Hier greift die Aktion „Night of Light“, die Marktteilnehmer aus allen Bereichen der Veranstaltungsbranche am Montagabend vereinte und durch die nicht nur in Deutschland 5.041 Firmen 5.220 Gebäude erstrahlen ließen. Das rote Licht sollte ein Zeichen setzen für die gefährdete Branche und zu einem Dialog mit der Politik aufrufen um Lösungen und Wege gemeinsam aus der dramatischen Lage zu finden.

Foto: Andreas Bongartz/Stage99 Event-Dienstleistungen, Dülken

In Viersen beteiligte sich die Firma Messebau Fruhen am Kränkelsweg ebenso wie die Stage99 Event-Dienstleistungen in Dülken, welche die Windrose in ein passendes Licht hüllten. Rockschicht und Kletterhalle taten es ihnen ebenso gleich wie der Grefrather EisSport & EventPark oder die Albert Mooren Halle in Oedt.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Bereits 1926 meldete Heinrich Fruhen eine Schreinerei als Gewerbebetrieb in Viersen an, hieraus entstand später die Fruhen Messebau GmbH & Co. KG. 1987 wird das Unternehmen der dritten Generation übergeben. Neuer Geschäftsführer ist Bernd Fruhen. Aus der Gebrüder Fruhen OHG Messe- und Innenausbau wird im Laufe der Jahre die heutige Fruhen Messebau GmbH & Co. KG, deren Produkte auf Messen nicht mehr wegzudenken sind.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Messen die in Deutschland hunderttausende von Besuchern anziehen und ebenso im Mittelpunkt der Veranstaltungen stehen wie Konzerte, Volksfest oder Firmenfeiern. Events, die bis auf Weiteres gar nicht oder nur unter erheblichen Auflagen stattfinden können. Die derzeitigen Hilfsprogramme für die Veranstaltungswirtschaft bestehen im Wesentlichen aus Kreditprogrammen, die jedoch eine erneute Zahlungsunfähigkeit in Verbindung mit der Überschuldung der betroffenen Unternehmen zur Folge haben werden.

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

„Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht! Die aktuellen Auflagen und Restriktionen machen die wirtschaftliche Durchführung von Veranstaltungen quasi unmöglich“, so der Initiator der Aktion „Night of Light“ und Vorstand der LK-AG Essen, Tom Koperek. Die Night of Light sollte deshalb ein leuchtendes Mahnmal und ein flammender Appell zur Rettung eines Wirtschaftszweigs sein, der echte Hilfe anstelle von Kreditprogrammen benötigt. Nun hoffen die Beteiligten auf einen Branchendialog mit der Politik, um gemeinsam einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Weg aus der Krise zu finden. (ea)

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz