Regionale Arbeitsgruppe „Keine Gewalt gegen Schiedsrichter“ startet Unterschriftenaktion

Die Gewalttaten gegen Schiedsrichter haben in den vergangenen Jahren an Häufigkeit und Brutalität deutlich zugenommen. Die Tönisvorster Arbeitsgruppe „Keine Gewalt gegen Schiedsrichter“ sammelt deshalb nun mit einer online Petition Unterschriften, die dem DFB vorgelegt werden sollen.

Region – Die unzähligen, verbalen Angriffe gegen Schiedsrichter auf den Sportplätzen, die im öffentlichen Leben zu Strafanzeigen führen würden und der Nährboden der Gewaltexzesse sind, haben in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Bereits 2003, nach einem brutalen Angriff auf einen Kollegen, hatte sich deshalb die Schiedsrichter-Arbeitsgruppe „Keine Gewalt gegen Schiedsrichter“ im Kreis Kempen-Krefeld gegründet, die sich nun mit einer online Unterschriftenaktion auf der Plattform Open-Petition an das Präsidium des DFB wendet.

„Im Namen vieler Schiedsrichter und unzähliger Befürworter eines von Respekt und Fairness geprägten Fußballs verbinden wir diese Petition mit klaren Vorstellungen, was die Basis im Umgang mit den Gewaltangriffen von Ihnen, dem Präsidium des DFB, erwartet“, so die Arbeitsgruppe, denn in Anbetracht dieser Gewaltexzesse will die Gruppe unmissverständlich Klartext reden. Es sei allein auf glückliche Umstände zurückzuführen, dass es bisher noch keinen schwerverletzten oder toten Schiedsrichter gegeben habe. „Wir steuern inzwischen, ohne Übertreibung, sehenden Auges auf ein Unglück zu, wenn nicht schnell, wirkungsvoll und erkennbar bis an die Basis Veränderungen herbeigeführt werden. Veränderungen, die in vielen Bereichen der DFB vorgeben und auf den Weg bringen muss“, erklärt die Petition weiter. „Sich aber, wie durch Herrn Ronny Zimmermann (Vize-Präsident DFB und zuständig für Schiedsrichter) in einem Interview zuletzt betont, als Präsidium des DFB nur für die ersten 3 Ligen zuständig zu erklären, ist eine schallende Ohrfeige für jeden Schiedsrichter in den unteren Klassen. Sowohl die E-Mails mit unseren Spiel-Ansetzungen sind mit „DFB SR-Ansetzung“ überschrieben als auch unsere Ausweise tragen ausdrücklich den Titel „DFB Schiedsrichterausweis“. Nirgendwo steht dort „nur“ Saarland, Bayern, Niederrhein o. ä. Somit ist der DFB, ob die Vertreter wollen und akzeptieren oder auch nicht, das Präsidium des Verbandes, dessen Mitglieder wir Schiedsrichter sind.“

Foto: Rheinischer Spiegel

Wenn der DFB die Schiedsrichter im Rahmen der Ansetzungen zu einem Spiel entsende, dann habe es ihn auch zu interessieren, wie es diesen dort ergeht. Wenn dann ein Schiedsrichter attackiert wird, dann habe sich der DFB zu kümmern. Es sei völlig inakzeptabel, sich dies von der eigenen Agenda an Regional- und Landesverbände wegdelegieren zu wollen. Eine Vielzahl an Maßnahmen könnte der DFB auf den Weg bringen, so sei es nicht zu akzeptieren, dass je nach Landesverband unterschiedliche Strafen für Angriffe auf Schiedsrichter verhängt würden oder das Gewalttätern eine zweite Chance eingeräumt werden würde – schließlich würde ein Schiedsrichter, der schlägt oder tritt in Deutschland nie mehr in einem Verein Fußball spielen. Ebenfalls eine Anzeige durch den Verband müsse folgen um ein deutliches Signal zu setzen und auch die fehlende Rechtschutzversicherung über den DFB spricht die Arbeitsgruppe offen an. Nur einige Punkte, denn die Liste sei lang und die Arbeitsgruppe bietet als Hilfe bei der Umsetzung an.

„Wir reden von Menschen, die als Sportler nichts anderes im Sinn hatten, als mit Freude und Ehrgeiz ihrem Schiedsrichter-Hobby nachzugehen und dabei zum Opfer von Gewaltattacken werden. Einem Hobby, dass im Freundes- und Bekanntenkreis sowie in der Öffentlichkeit immer häufiger zu ungläubigem Kopfschütteln führt, da niemand nachvollziehen kann, wie man sich freiwillig dieser Situation aussetzen kann. Um es vorwegzunehmen, es ist ein wunderschönes Hobby! Allerdings sind die Begleitumstände schon lange nicht mehr akzeptabel. Es ist nicht hinnehmbar, dass viele Schiedsrichter inzwischen, auch wenn nichts passiert, schon mit einem mulmigen Gefühl zu ihren Spielleitungen fahren.“ Die Problematik sei auch nicht als „gesellschaftliches Problem“ wegzuschieben und in dem Zusammenhang gehaltsvolle Forderungen an die Politik zu formulieren, denn es sei ein Problem, welches sich ganz besonders beim Fußball findet. Weiterlesen auf openpetition.de! (cs)

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