Regulierung durch den Glücksspielstaatsvertrag – wer sind die Gewinner der neuen Regelung?

Mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag kam die Rechtssicherheit ins Online-Glücksspielgeschäft. Endlich gibt es deutsche Lizenzen und Betriebe müssen nicht mehr fürchten, vom Staat angegriffen zu werden. Aber welche Anbieter profitieren von der Regelung und gibt es auch Verlierer? 

Service – Seriöse Online-Casinos profitieren

Leicht ist es für die Online-Casinos, die ohnehin schon seriös arbeiteten. Viele Casinobetreiber wendeten schon lange die deutschen Regelungen an, bevor sie im allgemeinen Glücksspielvertrag aufgenommen wurden. Doch wie ist das möglich?

  • Schleswig-Holstein – das Bundesland trat damals erst später dem allgemeinen Glücksspielstaatsvertrag bei. Zuvor vergab es jedoch Lizenzen für das Online-Glücksspiel. Daher gab es auch in den vergangenen Jahren deutsche Casinos und Sportwettenbetreiber. Allerdings waren diese nicht überall als solche erkenntlich. Da die Lizenz ausschließlich für Bürger aus Schleswig-Holstein galt, griffen alle anderen Spieler auf die Casinoversion mit EU-Lizenz zu. Der Inhalt und die Methoden waren natürlich gleich.
  • Vorbereitung – der neue Glücksspielstaatsvertrag kam nicht über Nacht. Im Grunde genommen konnte ihn jeder absehen, denn der alte Vertrag endete schlichtweg am 30. Juni. Eine Neuausfertigung, die auf die neuen Bedingungen eingeht, war absehbar.
  • Probephase – es gab eine Duldungsphase in Deutschland, während derer Casinos schon vor dem Inkrafttreten der neuen Regelung legal ihre Dienstleistung anbieten durften. Natürlich hatten sich Casinos hierauf schon vorbereitet.
  • Nutzen – es ist davon auszugehen, dass all die Casinos, die an einer deutschen Lizenz interessiert sind, lange an der Regelumsetzung oder an der Bewerbung für die Duldungsphase gearbeitet haben. Denn keine Lizenzierung funktioniert über Nacht, sodass sich viele Betreiber schon vorzeitig beworben haben. Zudem wurde immer gesagt, dass diejenigen, die die Duldungsphase bestehen, auch früher mit einer Lizenz belohnt werden.
Online-Casinos erhalten durch die Regulierung Aufwind – das gilt jedoch nur für seriöse Anbieter. Bildquelle: @ Benoit Dare / Unsplash.com

Seriös arbeitende Casinos profitieren nicht nur von der neuen Regelung, sondern auch durch die Lizenzierung. Medial wurde und wird weiterhin von illegalen Glücksspielen im Internet berichtet, was natürlich Spieler durchaus verunsichert. Leider wird in den wenigsten Berichten auf das EU-Recht und die Dienstleistungsfreiheit eingegangen, nach der die Casinos in Deutschland durchaus arbeiten durften – auch ohne Lizenz und trotz faktisch deutschem Verbot. Aus reiner EU-Sicht ist übrigens die deutsche Lizenz nicht mehr wert, als die aus Malta oder aus den Niederlanden. Für Niederländer ist die deutsche Lizenz beispielsweise nur eine EU-Lizenz.

Gerade Slot-Anbieter genau checken

Gerade aktuell wird das große Casinospiel online nicht überall geboten. Das liegt übrigens am Glücksspielstaatsvertrag und an dem Föderalismus. Jedes Bundesland muss für sich bestimmen, inwieweit und welche Spiele im Online-Casino angeboten werden. Das Live-Spiel war beispielsweise während der Duldungsphase nicht gestattet, wird aber – so lauten die Mutmaßungen – wieder eingeführt. Wann das geschieht und in welchem Bundesland dies zuerst geschieht, ist noch offen.

Aktuell können sich Spieler überwiegend mit Slots und den elektronischen Versionen des großen Spiels begeistern. Doch sollten Spieler gut hinschauen:

  • Spielangebot – das Angebot muss zum Spieler passen. Sicherlich haben die Online-Casinos eine gewaltige Slot-Auswahl, doch arbeitet auch hier nicht jedes Casino mit demselben Spielehersteller zusammen. Wer beispielsweise die Slots von Red Tiger zocken will, der muss nach einem Casino suchen, welches diese Slots bietet. Auf dieser Seite lassen sich entsprechende Anbieter finden. Ein anderer Punkt sind progressive Jackpots. Wer gerade an diesen interessiert ist, der muss wiederum schauen, wie ein Casino sie handelt und ob diese überhaupt angeboten werden. Auch online ist es normal, dass mehrere Casinos zusammenarbeiten und einen progressiven Jackpot bieten – meist werden diese Casinos vom gleichen Anbieter zur Verfügung gestellt.
  • Zahlungsmodalitäten – wichtig sind viele Zahlungsmöglichkeiten, denn so steigt die Chance, dass ein Anbieter mit dabei ist, der ohnehin schon genutzt wird. Die Frage ist, ob PayPal bei deutschen Casinos wieder einsteigen wird. Der Konzert zog sich aus dem Online-Glücksspiel zurück, weil die Rechtslage zu heikel war. Die Auszahlung dürfte bald deutlich einfacher und schneller funktionieren. Denn nach der Lizenzierung dürfen Banken und Sparkassen auch hohe Gewinne aus dem Glücksspiel ohne Probleme annehmen, da es sich nicht länger um ein gräulich-legales Spiel handelt. Sofortüberweisungen bei Auszahlungen müssten demnächst also problemlos möglich sein.
  • Fairness – wie steht es um die Quoten? Je nach Spielautomat unterscheiden sie sich zwar, doch sollte die generelle Auszahlungsquote bei deutlich über 94 Prozent liegen. Zur Fairness zählt aber auch, dass jeder Spieler die Bedingungen, Quoten und Eigenschaften direkt auf der Slot-Seite mit angezeigt bekommt. Und dies gilt für jeden einzelnen Slot.
  • Boni – ein Bonus ist gerade bei der Neuanmeldung üblich. Die Boni unterscheiden sich, aber Spieler können davon ausgehen, dass ein höherer Bonus immer mit strikten Bedingungen verbunden ist. Genau diese Bedingungen sind wieder ein Punkt, der auch unter die Fairness fallen kann. Denn sie müssen klar ersichtlich, gut verständlich und direkt rund um das Bonusangebot aufgeführt werden. Zudem muss jeder Spieler mühelos in der Lage sein, den Boni abzulehnen, wenn ihm die Bedingungen nicht gefallen. Ein wichtiger Punkt ist zudem der Umgang mit Stammspielern. Erhalten auch sie regelmäßig Boni oder Freispiele? Werden sie weiterhin umworben?

Der Datenschutz und die Sicherheit des Spielers sind künftig weiterhin wichtig. Grundsätzlich ist es so, dass monatlich nur noch maximal 1.000 Euro für das Glücksspiel eingezahlt werden dürfen. Ein seriöses Casino beachtet diesen Wert und lehnt neue Einzahlungen auch ab, wenn das Limit schon erreicht wurde. Zudem muss ein Panikknopf vorhanden sein, mit dem sich der Spieler für 24 oder 48 Stunden selbst sperren kann. Auch die generelle Sperre über die Eintragung in eine Sperrliste ist vom Casino auszuführen und zu beachten. Diese Punkte werden bei Überprüfungen stets kontrolliert.

Fazit – für seriöse Casinos nichts Neues

Tiefgreifende Änderungen bringt der Glücksspielstaatsvertrag für seriöse Casinos nicht mit sich. Viele haben sich längst auf die neuen Anforderungen eingestellt, sodass sie ihre Lizenzbewerbung frühzeitig abgeben konnten. Das klassische Spiel über den Live-Bereich ist aktuell eingeschränkt, wird aber vermutlich zurückkommen. Bis dahin können sich Spieler mit tausenden Slots vergnügen. Wichtig ist dennoch, genau hinzuschauen und das Casino den eigenen Bedürfnissen nach auszuwählen. (opm/paz)

Vor der Anbieterwahl sollten verschiedene Merkmale eines Online-Casinos gecheckt werden. Bildquelle: @ Krzysztof Hepner / Unsplash.com

Ein Kommentar

  1. Statt Suchtprävention gibt man dem süchtigen Zocker eine erweiterte Heimat.

    „Glückspiel kann süchtig machen“. Diesen profamen Satz liest und hört man überall wo gezockt wird. Somit ist der Suchtprävention genüge getan.

    Niemand möchte wirklich Sucht bekämpfen, im Gegenteil. Das oben angeführte Beispiel zeigt, dass man bereitwillig die Sucht fördert, schließlich lässt sich damit gutes Geld verdienen.

    Warnhinweise halten keinen Süchtigen davon ab, seiner Sucht nachzugeben. Wenn dann noch die Sucht in diesem Maße unterstützt wird, kann sich jeder selbst ausmalen, wohin das führt.

    Wer nun behauptet, dass sich der „kontrollierte“ Spieler im Griff hat und weiß, wo seine Grenzen sind, der irrt sich gewaltig.

    Es gibt sie nicht, die kontrollierten Süchtigen, weder die Spieler, die Raucher, die Alkoholiker, oder die Drogensüchtigen, um nur die gesundheitlich gefährdensten zu nennen.

Kommentare sind geschlossen.