Rheinisches Kohle-Revier: Ende Gelände beendet Massenaktion nach fast 48 Stunden Blockade

Nach drei Tagen beendet Ende Gelände die Massenaktion gegen Kohleabbau. Über 6000 Menschen blockierten an diesem Wochenende zentrale Knotenpunkte des Rheinischen Braunkohlereviers. Fast 48 Stunden besetzten AktivistInnen die Schienenzufuhr zum Kraftwerk Neurath, Deutschlands größtem Kohle-Kraftwerk.

Region/Viersen – Die Polizei Aachen berichtet, dass bei der Gleisbesetzung der Ende-Gelände-Bewegung an der Hambachbahn nahe Rommerskirchen KollegInnen durch Demonstranten massiv angegangen wurden. Personen haben versucht die Polizeiketten zu durchbrechen und sich so polizelichen Maßnahmen zu entziehen. Mehrfach wurde den Personen im Vorfeld angeboten, die Gleise freiwillig zu verlassen. Durch die REW AG wurde laut Polizeimeldung Strafanzeige erstattet.

Im Tagebau Garzweiler standen die Bagger still, nachdem am Samstag Tausende Aktivist*innen in den Tagebau eingedrungen sind. Parallel zu den Aktionen von Ende Gelände fanden Großdemonstrationen von Umweltverbänden, Umsiedlungsbetroffenen und Schulstreiks von Fridays for Future mit über 40.000 Teilnehmenden statt. Ende Gelände fordert mit seinen Aktionen zivilen Ungehorsams den sofortigen Kohleausstieg und einen grundlegenden sozial-ökologischen Systemwandel.
„Wir haben dieses Wochenende Klima-Geschichte geschrieben. Noch nie war die Bewegung so vielfältig und noch nie waren wir so entschlossen. Denn die Zeit drängt: Die Klimakrise erfordert einen sofortigen Kohleausstieg. Weil die Politik versagt, haben wir selbst dafür gesorgt, dass die Kohle-Bagger stillstehen“, so Nike Malhaus, Pressesprecherin von Ende Gelände.

Foto: Martin Häming/Rheinischer Spiegel

„Während der Aktionen kam es zu massiven Grundrechtseinschränkungen durch die Polizei. AktivistInnen wurden über 13 Stunden in der prallen Sonne auf dem Bahnhofsvorplatz Viersen festgehalten, nachdem die Polizei den Zugverkehr dort einstellte. Ihnen wurde außerdem verwehrt, eine angemeldete Demonstrationsroute zu laufen. Über Stunden hat die Polizei die Versorgung der AktivistInnen mit Wasser und Essen verhindert. Es ist absurd, dass die Regierung so viel Zeit und Geld darauf verwendet, unseren legitimen Protest für Klimagerechtigkeit zu bekämpfen. Würde die Politik auch nur halb so viel Energie in ihre Klimapolitik stecken wie in ihre Polizeieinsätze, dann hätten wir gar keinen Anlass für unsere Aktionen,“ so Kathrin Henneberger, Pressesprecherin von Ende Gelände. (Quelle: Polizei Aachen/Ende Gelände)


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