Richtig guter Christstollen vom Bäcker – Innung ließ weihnachtliche Produkte aus der Region testen

Handwerk schmeckt. Wie gut, das ließ die Niederrheinische Bäcker-Innung Krefeld-Viersen-Neuss bei der Stollen- und Weihnachtsgebäckprüfung testen.

Region – Zum „Einkaufen bei Kerzenschein“, so der Titel der Krefelder Innenstadtveranstaltung am vorletzten November-Samstag, hatte Markus Theißen keine Gelegenheit. Der Qualitätsprüfer vom Verband des Rheinischen Bäckerhandwerks war der wichtigste Mann bei der Stollen- und Weihnachtsgebäckprüfung der Niederrheinischen Bäcker-Innung Krefeld-Viersen-Neuss. Am Stand der Innung im Kaufhaus Sinn an der Hochstraße in Krefeld machten zahlreiche Passanten einen Zwischenstopp, um dem Prüfer – mit dem gebotenen Abstand – über die Schulter zu schauen.

Obermeister Rudolf Weißert und Kollegen aus dem Innungsvorstand erläuterten den Interessierten die Kriterien der Prüfung und erzählten Interessantes rund um das Thema Christstollen und Weihnachtsgebäck. Unterstützt wurden sie von der rheinisch-westfälischen Brotprinzessin Carlotta Stinges aus Brüggen-Bracht: „Dies ist meine erste Stollenprüfung in diesem Amt“, berichtete sie. Für die Stadt Krefeld schaute Bürgermeisterin Kerstin Jensen vorbei und informierte sich über die Prüfungsbedingungen.

Die Christstollen und das Weihnachtsgebäck, hauptsächlich die verschiedenen Arten von Spekulatius, wurden wieder anonymisiert abgegeben, damit der Prüfer nicht weiß, wessen Produkt er gerade testet. „Bei der Prüfung gelten sensorische Kriterien“, sagte Markus Theißen, „Sehen, Hören, Riechen, Fühlen bzw. Tasten und Schmecken.“ Zwischen den Proben nahm Theißen für die Geschmacksnerven einen kleinen Schluck vom schwarzen Tee. Derweil beantworteten Rudolf Weißert und seine Kollegen die Fragen der Passanten und erläuterten: Christstollen gibt es in rund 100 verschiedenen Arten. Bei einigen, wie beispielsweise beim Königshofer Altbierstollen aus Krefeld, werden die Zutaten vor dem Backvorgang eine bestimmte Zeit lang in Alkohol eingelegt. Weißert kennt auch einen Kollegen aus Rheinland-Pfalz, der gemeinsam mit einem Winzer einen Eisweinstollen kreiert hat. Spekulatius mögen die Weihnachtsgebäck-Liebhaber hauptsächlich als Gewürz- und Butterspekulatius, beide auch mit Mandeln und dann auch in verschiedenen Größen.

Das Ergebnis der Prüfung: Die teilnehmenden und prämierten Bäckereien aus dem Innungsbereich sind die Betriebe van Densen und Bölte (beide aus Tönisvorst), Lomme, Vollkornbäckerei Wiefels und Weißert (alle drei Krefeld), Stinges und Söhne sowie Lehnen (beide aus Brüggen-Bracht), Poeth aus Kempen-St. Hubert, sowie Wiljo Klein, Otten und Esser aus Neuss und Meerbusch sowie zwei auswärtige Betriebe. Die teilnehmenden 13 Betriebe haben insgesamt 77 Proben abgegeben. Der Prüfer vergab 68-mal die Note „sehr gut“ und siebenmal die Note „gut“. „Sowohl die Anzahl der Proben als auch die Ergebnisse sind sehr zufriedenstellend“, bilanzierte Obermeister Rudolf Weißert.

Die Bäcker engagierten sich erneut für den guten Zweck: Sie verkauften Königshofer Altbierstollen, wobei ein Teil des Erlöses für die Krefelder Tafel bestimmt war. Insgesamt seien, so Weißert, bei Aktionen der Bäcker-Innung bereits 1.000 Euro für die Krefelder Tafel zusammengekommen. Die parallel stattfindende Kooperation mit der Brauerei Königshof, also der Verkauf des Altbierstollens, laufe noch bis Weihnachten. (opm)

Gute Laune bei der Stollenprüfung (v. l.): Brotprinzessin Carlotta Stinges, Obermeister Rudolf Weißert, Josef Bölte, Bürgermeisterin Kerstin Jensen, stv. Obermeister Erich Lehnen, Sebastian van Densen und Prüfer Markus Theißen.
Foto: Kreishandwerkerschaft

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