Roahser-Häer Bernd Gormanns unterstützt Rahser-Vereine

Nach der überaus erfolgreichen Brezelverlosung zu Beginn des neuen Jahres, konnte der amtierende Roahser Häer Bernd Gormanns voller Stolz elf Institutionen eine unterstützenden Spende für die engagierte Arbeit vor Ort überreichen.

Viersen-Rahser – Woher die Roahser Häer-Tradition genau stammt, darüber streiten sich die Historiker mit mindestens zwei verschiedenen Gründungsgeschichten. So gab es um die Jahrhundertwende einen reichen Bauern, der seinem Gesinde, armen Leuten und Kranken zu Weihnachten und Neujahr Gutes tat, eine andere Erzählung spricht von unverheirateten jungen Männern (Junggesellen), die sich am 2. Weihnachtstag und in der Neujahrsnacht organisierten, ihnen voran der Häer, und von Haus zu Haus der Angebeteten zogen und mit viel alkoholischem Beiwerk traditionell eine Neujahrsbrezel dem Mädchen zur Ehre schossen.

So oder so, noch heute ist es in Viersen-Rahser Brauch, dass „der Häer jemäkt wörd“. Ihm wird am 2. Weihnachtstag als Zeichen der Amtswürde ein großer Schlüssel überreicht. Natürlich ist dies kein „Junggesellenbrauch“ wie zu vergangenen Zeiten. Sein äußeres Zeichen ist ein übergroßer Schlüssel, der symbolisch die Häuser vor Unbill schützte, die Herzen der Menschen aber aufschloss. In früheren Zeiten war der „Häer“ so etwas wie ein Bürgermeister und Schiedsmann seines Bezirkes. Sogar im Roahser Karneval wurde diese Figur schon durch den langjährigen Ratsherren Theo Sillekens verkörpert. Er trat als Büttenredner in Gestalt des „Roahser Häer im rheinischen Dialekt auf.  Die Liste der bekannten Häeren reicht so zurück bis ins Jahr 1936 mit Hans Halsig und für das Jahr 2018 wurde zur Weihnachtszeit der Bezirksschornsteinfegermeister Bernd Gormanns gewählt.

Die Funktionen des „Roahser Häer“ der heutigen Zeit beschränken sich fast nur noch auf karitative Zwecke, aber gerade diese sind für viele Vereine eine enorm wichtige Unterstützung zur Fortführung ihrer engagierten Arbeit. Gesammelt hatte der amtierende Roahser Häer so nicht nur bei seiner Amtseinführung, sondern ebenfalls bei der beliebten Brezelverlosung im Rahser Trichter. Zusammen kamen in diesem Jahr 2.100 Euro. Ein Betrag auf den der Roahser Häer, Bernd Gormanns, mit Stolz blicken konnte. „Ich freue mich, dass so viele Menschen meine Bemühungen unterstützt haben, den Kindern im Rahser etwas Gutes zu tun“, sagte er zu der gelungenen Veranstaltung. „Ich bin froh und stolz, jetzt auch zu diesem Kreis der Häere gehören zu dürfen.“

Elf Institutionen konnten so in diesem Jahr unterstützt werden, sie alle leisten einen wichtigen Beitrag im Brauchtum, im Sport, in der Bildung und vor allen Dingen für die Jugend im schönen Rahser Stadtteil. (cs)

Unterstützt wurden:

Förderverein Kinderkarneval
Förderverein Anne-Frank Gesamtschule
Gemeindschaftsgrundschule Viersen-Rahser
Kinder Tagesstätte Oberrahserstraße
SC Viersen-Rahser
Kindergarten St. Notburga
Schützenjugend St. Notburga
St. Martins-Verein Oberrahser
St. Martins-Verein Rahser West
Jugendfeuerwehr
Dart-Club Viersen-Rahser

Foto: Martin Häming