Roahser-Häer unterstützt Rahser-Vereine

Nach der überaus erfolgreichen Brezelverlosung zu Beginn des neuen Jahres, konnte der amtierende Roahser Häer, Werner Lohmanns, voller Stolz zehn Institutionen eine unterstützenden Spende für die engagierte Arbeit vor Ort überreichen.

Viersen-Rahser – Woher die Roahser Häer-Tradition genau stammt, darüber streiten sich die Historiker mit mindestens zwei verschiedenen Gründungsgeschichten. So gab es um die Jahrhundertwende einen reichen Bauern, der seinem Gesinde, armen Leuten und Kranken zu Weihnachten und Neujahr Gutes tat, eine andere Erzählung spricht von unverheirateten jungen Männern (Junggesellen), die sich am 2. Weihnachtstag und in der Neujahrsnacht organisierten, ihnen voran der Häer, und von Haus zu Haus der Angebeteten zogen und mit viel alkoholischem Beiwerk traditionell eine Neujahrsbrezel dem Mädchen zur Ehre schossen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

So oder so, noch heute ist es in Viersen-Rahser Brauch, dass „der Häer jemäkt wörd“. Ihm wird am 2. Weihnachtstag als Zeichen der Amtswürde ein großer Schlüssel überreicht. Natürlich ist dies kein „Junggesellenbrauch“ wie zu vergangenen Zeiten. Sein äußeres Zeichen ist ein übergroßer Schlüssel, der symbolisch die Häuser vor Unbill schützte, die Herzen der Menschen aber aufschloss. In früheren Zeiten war der „Häer“ so etwas wie ein Bürgermeister und Schiedsmann seines Bezirkes. Sogar im Roahser Karneval wurde diese Figur schon durch den langjährigen Ratsherren Theo Sillekens verkörpert. Er trat als Büttenredner in Gestalt des „Roahser Häer im rheinischen Dialekt auf. Die Liste der bekannten Häeren reicht so zurück bis ins Jahr 1936 mit Hans Halsig und für das Jahr 2019 wurde zur Weihnachtszeit Werner Lohmanns gewählt.

Die Funktionen des „Roahser Häer“ der heutigen Zeit beschränken sich fast nur noch auf karitative Zwecke, aber gerade diese sind für viele Vereine eine enorm wichtige Unterstützung zur Fortführung ihrer engagierten Arbeit. Gesammelt hatte der amtierende Roahser Häer so nicht nur bei seiner Amtseinführung, sondern ebenfalls bei der beliebten Brezelverlosung im Rahser Trichter. Zusammen kamen in diesem Jahr 1.500 Euro. Ein Betrag auf den der Roahser Häer, Werner Lohmanns, mit Stolz blicken konnte.
Zehn Institutionen konnten so in diesem Jahr unterstützt werden, sie alle leisten einen wichtigen Beitrag im Brauchtum, im Sport, in der Bildung und vor allen Dingen für die Jugend im schönen Rahser Stadtteil.

Unterstützt wurden in diesem Jahr der Förderverein Kinderkarneval mit einer Spende, die der Roahser Häer persönlich bei der 1. Kindersitzung übergeben hatte,  das Viersener Tambour-Corps, die Kindertagesstätte Oberrahserstraße, den SC Viersen-Rahser, den Kindergarten St. Notburga, die Schützenjugend St. Notburga, den St. Martins-Verein Oberrahser, den St. Martins-Verein Rahser West, die Jugend-Feuerwehr Rahser und den Dart-Club Viersen-Rahser, die ihre Spenden im Schattodrom entgegen nehmen durften. (dt)