Rock-Kultur-Werkstatt Viersen: Ska bringt auch im Herbst den Sommer wieder

Jamaikanische Klänge gemischt mit Swing, Rock und Punk – eine zunächst ungewöhnliche Mischung, die aber schnell überzeugt und schon lange ihre Fans gefunden hat. Mit direkt drei Bands hatte die Rock-Kultur-Werkstatt Viersen zu einem Ska-Abend eingeladen und für das nasskalte Herbstwetter genau die richtigen Töne getroffen.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Entstanden in den späten 1950er Jahren auf Jamaika, ist dieser Stil heute nicht mehr aus der Musikszene wegzudenken. Auch wenn die ursprünglichen Klänge sich im Laufe der Zeit in drei unterschiedliche Wellen entwickelt haben, so erkennt man doch immer noch den typisch jamaikanischen Lebens- und Musikstil. Dass sich Reggae allerdings auch mit Swing, Rock oder sogar Punk verträgt, das bewiesen sogar drei Bands beim SKA-Abend in der Rock-Kultur-Werkstatt Viersen. Dazu wurden die verschiedenen Stile gekonnt in einen Cocktailshaker gegossen und fleißig gemixt, wodurch eine partytaugliche Mischung entstand.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Ska ginge eben auch, wenn draußen Minusgrade herrschen und so herrschte trotz abgestellter Heizung eine mehr als wohlige Sommerwärme im Konzertraum der RKW an der Gerberstraße. Damit die fast schon karibische Wärme auch blieb, brachte die Band Close to Freedom aus Mönchengladbach direkt die richtige Ausgewogenheit von Ska und Reggea mit. 2013 sicherte sich die Rock ’n‘ Reggae-Kapelle Close to Freedom in Mönchengladbach den Siegerplatz beim Band-Contest auf dem Potpourri-Festival. Schiebende Drums, tiefe Bässe, saftige Riffs und ein Bläsersatz sorgten für einen flippigen Auftritt, der eindeutig nach einer Wiederholung schrie.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Gekonnt servierten die Scruffyheads aus Köln ihren Mix aus Reggae, Swing und Rock sogar noch mit einem Zuckerrand und Schirmchen. Ein ungewöhnlicher Stilmix, der nicht nur in der RKW gut ankam, sondern auch schon auf den Bühnen im In- und Ausland mit Künstlern wie Fettes Brot, Gentleman oder Bad Manners.

In ihre schnellen Offbeats und kraftvollen Punkrock hatte auch die Band Rafiki passende Reggae-Parts eingearbeitet und bewiesen auf der Viersener Bühne, warum die Szene sie zu den eindrucksvollsten Bands für deutschsprachigen Skapunk zählt. Seit mittlerweile fünfzehn Jahren sorgen die Bandmitglieder aus Unterfranken selbst im Winter für Sommer und Sonne mit ihrem melodischen Gesang sowie unverkennbaren Sound, der im Ohr nachklang und mit dem auch noch bis spät in den Abend hinein gefeiert wurde. (dt)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming