Rotary Spende: „Tobe-Raum“ hilft Kindern und Jugendlichen

Der mittels einer Spende des Rotary Club Mönchengladbach in Höhe von 12.500 Euro eingerichtete Raum zur Regulation von Emotionen im Bethanien Kinder- und Jugenddorf in Schwalmtal hat jetzt seine Pilotphase erfolgreich abgeschlossen.

Mönchengladbach/Schwalmtal – „Das Konzept hat sich im Alltag absolut bewährt, der Raum ist sehr förderlich für unsere Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen“, sagt Stephan Joebges, Verwaltungsleiter im Kinderdorf, das hauptsächlich Kinder aus Mönchengladbach aufnimmt. Die einjährige Entwicklungs- und Erprobungsphase des Raums wird damit beendet und in den Alltagsbetrieb übernommen.

Wie ein Raum zur Regulation von Emotionen aussieht?
Bunte gepolsterte Wände und Böden, Boxsäcke in verschiedenen Größen, die von der Decke hängen, ein großes Fenster nach draußen und ein kleines in der Tür ohne Schloss – so sieht der Schutzraum aus, der von den Kindern einfach als „Tobe-Raum“ bezeichnet wird.

In den vergangenen Jahren wird das Bethanien Kinderdorf in Schwalmtal mit immer mehr Anfragen zur Aufnahme von Kindern und Jugendlichen konfrontiert, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in ihren ursprünglichen Familien bleiben können. Die Unterbringung der jungen Menschen findet entweder in familiären Wohngruppen oder in Kinderdorffamilien statt und wird durch speziell geschulte Pädagogen begleitet.

Positive Reaktion von Kindern und Jugendlichen
Der Raum kommt nicht nur bei den Betreuern, sondern auch bei den Kindern und Jugendlichen gut an: „Da gehe ich rein, wenn ich wütend oder sauer bin und danach geht es mir besser“, sagt die 12-jährige Sarah. „Manchmal gehe ich auch mit meinem großen Bruder hierhin und wir kabbeln.“ Insgesamt wird der Raum mindestens einmal täglich für etwa 20 bis 30 Minuten von Kindern genutzt, die im geschützten Rahmen Dampf ablassen oder auch einfach mal toben möchten.

Stressabbau über Bewegung
„Bei den von uns betreuten Kindern und Jugendlichen kommt aber auch immer mal wieder zu Wutausbrüchen, deren Ursachen oft lange zurückliegen und den Kindern meist nicht bewusst sind“, sagt Sonja Aldenhoff, Kindheitspädagogin im Bethanien Kinderdorf. „In solchen Phasen geht es erst einmal darum, dass die Kinder ihre Wut abbauen können, damit wir wieder Zugang zu ihnen finden. Dabei hilft uns der neu eingerichtete Raum.“

Dr. Gunther Voswinckel, Past-Präsident des Rotary Club Mönchengladbach und Initiator des Projektes, hat sich aktuell vor Ort über den Projektstatus informiert: „Wir danken dem Bethanien Kinder- und Jugenddorf für die professionelle Arbeit und Umsetzung des Projektes, die wir mit unserer Spende unterstützen konnten.“

Dr. Harald Vergossen, Rotary Club MG, Sonja Aldenhoff, Sarah, Stephan Joebges, alle Bethanien Kinder- und Jugenddorf, Dr. Gunter Voswinckel, Rotary Club MG. Foto: Rotary Club/Medienbüro Müller-Bringmann