Sanierung der Albert-Schweitzer-Grundschule – Eine halbe Million Mehrkosten

Der Haupt- und Finanzausschuss hat in seiner vergangenen Sitzung über eine halbe Million Mehrkosten bei der Sanierung der Viersener Grundschule an der Bachstraße im Ortsteil Hamm beraten. Eine Maßnahme, die sich von Anfang an schwierig gestaltete – schlussendlich musste sie um ein ganzes Jahr verschoben werden.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – Um 584.000 € und damit fast 20 % verteuert sich die Sanierung und Anbau der OGS der Albert-Schweitzer-Grundschule in Viersen-Hamm. Die Stadt Viersen hatte dem Haupt- und Finanzausschuss in dieser Woche hierzu eine Verwaltungsvorlage präsentiert, die der Ausschuss einstimmig dem Stadtrat empfiehlt.

Während die ursprüngliche Planung bei 2.966.000 Euro lag, wird nun mit einer halbe Million Euro mehr gerechnet werden. Die Deckung soll durch Mehreinzahlungen durch im Haushalt nicht eingeplante Fördermittel aus dem Förderprogramm „Beschleunigter Infrastrukturausbau OGS“ in Höhe von 89.000 € und Minderauszahlungen in Höhe von 495.000 € erfolgen.

Der Neubau einer OGS, die Teilsanierung einschließlich Brandschutzertüchtigung und der Ausbau der IT-Infrastruktur im Hauptgebäude sowie die Sanierung des Turnhallendaches stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Die Stadt Viersen informierte darüber, dass in den Ausschreibungsverfahren der Gewerke Rohbau, Holzbau, Gerüstbau, Dachdecker, Fassade, Rolltor, Sanitär, Heizung, Erdsonde, Lüftung und Elektroarbeiten keine Angebote eingereicht wurden. Lediglich für das Gewerk Fenster-, Türen- und Sonnenschutzarbeiten lagen zwei Angebote vor, die jedoch laut Verwaltung überteuert waren. Aufgrund der fehlenden Angebote in den anderen Gewerken wurde diese Ausschreibung ebenso aufgehoben.

Um 584.000 € und damit fast 20 % verteuert sich die Sanierung und Anbau der OGS der Albert-Schweitzer-Grundschule in Viersen-Hamm. Foto: Rheinischer Spiegel

Da ein Großteil der Arbeiten nur in den Sommerschulferien durchführbar gewesen wäre, musste die Baumaßnahme letztendlich um ein ganzes Jahr verschoben werden. Durch diese Zeitverzögerung und der damit durchschlagenden, allgemeinen Kostensteigerung im Baubereich sind erste Mehrkosten entstanden. Hinzu kamen weitere Kosten unter anderem durch zwingend erforderliche Maßnahmen aufgrund der bei der Baudurchführung vorgefundenen schlechten Bausubstanz im Altbau. So sind zum Beispiel im Schulgebäude ungeplanterweise in sämtlichen Räumen die Deckenunterkonstruktionen zu erneuern gewesen, da die Befestigung dort nicht mehr den heutigen Vorschriften entsprach. Daraus ergaben sich weitere ungeplante Folgearbeiten wie das Streichen der Wände.

Ebenso die Unterverteilung der Turnhalle musste erneuert werden. Vom Fachingenieur wurde vergessen, die vom Brandschutzingenieur geforderte Brandmeldeanlage in die Ausschreibung aufzunehmen. Für die OGS waren aufgrund der Kampfmitteluntersuchung umfangreiche Bodenarbeiten und anschließend die Erstellung einer Baustraße erforderlich. Die Fassadenplatten im Sockelbereich mussten mittels Verschraubung befestigt werden, da die geplante Verklebung fachtechnisch nicht umsetzbar war. Zusätzlich ergaben sich Materialpreiserhöhungen aufgrund des Bauverzuges und ebenfalls Mehrkosten beim Gerüstbau kommen hinzu, die durch die längeren Standzeiten entstanden waren. Ein weiterer großer Kostenfaktor ist der Dachstuhl der Turnhalle. Wegen der nach Dachabdeckung vorgefundenen Schäden musste dieser in Teilen erneuert werden. (nb/opm – Stadt Viersen)