Schottergärten: „Die Stadt Viersen muss mit gutem Beispiel voran gehen!“

Der BUND Stadt und Kreis Viersen fordert in einem Bürgerantrag die Vermeidung von Schottergärten. Dabei geht es vor allen Dingen um die Forderung an die Stadt, auf allen öffentlichen Flächen und an allen öffentlichen Gebäuden die Möglichkeit für Begrünungen zu schaffen. Somit könne die Verwaltung künftig mit gutem Beispiel vorangehen, um auch bei privaten Bauherren ein Umdenken zu erreichen. Die Stadt Viersen wurde nun beauftragt eine Vorlage zu dieser Thematik zu erarbeiten. 
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Viersen – Schottergärten bestimmen immer mehr das Stadtbild. Auf großen Flächen verschwindet die Blütenvielfalt, stattdessen entstehen Schotter- und Betonwüsten. Hier bittet der BUND Viersen den Rat und die Verwaltung künftig Bürgeraktivitäten zur „Begrünung“ der privaten Grundstücke, Haus- und Garagenfassaden, Hausdächer etc. tatkräftig zu fördern, sie zu unterstützen und auf den stadteigenen Flächen selbst aktiv zu werden oder auf eigenen städtischen Flächen das natürliche Grün dem Betongrau vorzuziehen. Da die Stadt Viersen demnächst ebenfalls über die Ausrufung des Klimanotstands entscheiden will, wären die vom BUND Stadt und Kreis Viersen geforderten Maßnahmen ganz im Sinn dieser Zielsetzung, berichtet Almut Grytzmann-Meister, Vorsitzende der BUND Stadt und Kreis Viersen-Gruppe. „Vorgärten, Haus- und Dachfassaden verbinden den öffentlichen Raum mit dem privaten Grundstück. Sie stellen deshalb nicht nur eine entscheidende Verbesserung der Luftqualität dar, sie erhöhen auch wesentlich die Wohnqualität im innerstädtischen Raum und bieten Möglichkeiten gegen das Insektensterben.“ 

Die BUND-Vorsitzende in der Stadt und im Kreis Viersen, Almut Grytzmann-Meister, setzt sich seit über 25 Jahren für den Umwelt- und Tierschutz ein. Foto: Rheinischer Spiegel/hm

Stefan Feiter (FDP) sah den Eingriff in das Eigentumsrecht der Hauseigentümer kritisch, denn durch den Bestandsschutz einer Mauerbegrünung würde sich eine Modernisierung als schwierig gestalten. Für eine Weiterverfolgung des Themas allerdings sprachen sich alle weiteren Parteien im Ausschuss für Stadtentwicklung und -planung aus, die die Verwaltung mit der Erarbeitung einer Vorlage beauftragten. Ebenfalls der Vorschlag durch Thomas Gütgens (CDU) in der nächsten Sitzung das Thema und die bisherige sowie geplante Arbeit der Stadt Viersen in einem eigenen Tagesordnungspunkt bearbeiten zu wollen, wurde positiv aufgenommen. Es gelte das wichtige Thema voranzutreiben, so Gütgens, der darauf verwies, dass das Thema nicht zum ersten Mal im Ausschuss behandelt worden war. Es ginge aber auch nicht um die Erstellung einer Broschüre, sondern darum ein Umdenken zu erreichen. 

„Leider hat die Verwaltung in ihrer kurzen Vorlage sich ausschließlich sehr allgemein und unverbindlich zum Thema Schottergärten geäußert“, so Almut Grytzmann-Meister. „An keiner Stelle der Vorlage wird eine einzige konkrete Maßnahme genannt, die erkennbar eine effektive Wirkung gegen den Klimanotstand aufzeigt.“ Beratende Gespräche mit den Bauherren zu führen und Regelungen zu verfeinern sieht der BUND in Stadt und Kreis Viersen nicht als zielführend an. „Sowohl das alles überragende Thema des Klimanotstandes und die dringend erforderlichen Gegenmaßnahmen, wie Bestandsschutz für Stadtbäume oder die Begrünung von Dächern und Mauern, wurden nicht behandelt“, ergänzt Grytzmann-Meister. „Was geschieht mit den bereits in großer Zahl bestehenden Schottergärten? Allein nur mit der Feststellung, dass diese Schotterwüsten überhand nehmen, wird noch keine einzige dieser Versiegelungsflächen beseitigt.“ Eine durch die Natur- und Tierschutzorganisation erhoffte politische Grundsatzentscheidung wurde im Ausschuss allerdings nicht getroffen, ob verwaltungstechnische Möglichkeiten in Zukunft greifbar ausgeschöpft werden, darunter beispielsweise eine Ergänzung der Friedhofssatzung zu mehr grünen Gräbern, wird die Zeit zeigen. Almut Grytzmann-Meister dazu: „Wir haben das Thema Schottergärten nur deshalb in den Vordergrund und an den Anfang gestellt, weil wir glauben, dass man mit der Lösung dieses überschaubaren Problems in Viersen einen guten Anfang machen kann.“ (ea)

Ein Kommentar

Kommentare sind geschlossen.