Schrill und Schräg – De Leck’re Jecken Show 2019

Alle, die sich mit der „KG De Leckere Jecken“ identifizieren, waren zu dieser Veranstaltung gekommen, um einmal eine andere Art einer Karnevalssitzung mitzuerleben. Obwohl diese Veranstaltung immer am Samstag vor dem 1. Advent stattfindet, war der Saal des Hauses Erholung bis auf den letzten Platz belegt.
Von RS-Redakteurin Marlene Katz

Mönchengladbach – Den Anfang machten Mitglieder der Gesellschaft mit ihren Regenbogenfahnen in Begleitung von Helene Fischer (Ex-Prinz Dirk Weise) und Kerstin Ott (Ex-Prinzessin Martina Weise). Diese Beiden sangen mit Enthusiasmus und Engagement das „Regenbogenlied“ und die Fahnenträger unterstützten dies mit einem entsprechenden Tanz. Da ging beim Publikum schon so richtig die Post ab.

Schwuppeditz Patrick Hammann

Dann begrüßte der Präsident Tobias Mesterom die Gäste und bedankte sich bei Dirk und Martina für den „Special Act“ und stellte die Tänzer im Einzelnen vor. Als Dank erhielten Dirk und Martina den Jahresorden der Gesellschaft und Dirk führte als Helene Fischer aus, dass er auf dem Flug von Berlin nach Mönchengladbach an eine Überraschung für die KG gedacht habe. Dies war der Schwuppeditz Patrick, der in einer Karre vom 2. Vorsitzenden Udo van Deursen hereingefahren und dann „abgekippt“ wurde.

Nach dem Auszug der Regenbogengruppe kam Julie Voyage, die Moderatorin des Abends, in ihrem schrillen Outfit auf die Bühne und wurde mit tosendem Applaus begrüßt. Ihr Eröffnungslied war „Hier spielt die Musik“.

Bei dieser Veranstaltung durfte natürlich nicht das amtierende Prinzen-Paar Axel und Niersius Thorsten fehlen. Die Beiden sowie auch das Kinderprinzenpaar Louis und Theresa zogen mit ihrem Hofstaat, dem MKV-Vorstand Gert Kartheuser und Horst Beines sowie der Großen Rheydter Prinzengarde und der Prinzengarde der Stadt Mönchengladbach in den Saal ein.

Prinz Axel räumte in seiner Rede ein, wenn man ihn letztes Jahr gefragt hätte, ob er Prinz sein wolle, hätte er jeden für bekloppt erklärt. Und dass es so gekommen ist, daran ist Gert Kartheuser schuld aber Danke dafür. Weiter führte er aus, dass es bisher keinerlei Probleme gegeben habe, denn alle wollen Karneval feiern, das verbindet und darauf kommt es an.

Martina und Dirk Weise

Prinz Thorsten hat sich über die Nominierung besonders gefreut, denn es wurde ein Zeichen gesetzt. Er wies darauf hin, dass hier zwei Jecke stehen, wer und was, das ist egal, denn man wolle nur Spaß haben.

Tobias Mesterom mit Patrick Hammann

Dann wandte Thorsten sich an das tolle Kinderprinzenpaar, das man nicht jedes Jahr hat und man brauche sich keine Sorgen um die Zukunft des Karnevals zu machen. Weiter wollte er von Theresa wissen, wie die Klassenkameraden sie behandeln. Sie meinte, dass man wohl sehr stolz sei, sie in ihrer Klasse zu haben und keiner lache sie aus.

Auf die Frage von Thorsten an Louis, ob er in diesem Outfit auch Fußball spiele, worauf dieser mit Stolz erklärte „auf keinen Fall“.

Natürlich wurden auch Prinzenorden verliehen, u.a. an eine bedeutende Persönlichkeit aus dem Verein und zwar an Paul Breuer (Mitte). Außerdem erhielten die Ausgezeichneten den Prinzen-Sticker, der auch gegen eine Mindestspende von 10 Euro käuflich erworben werden kann und dabei hilft, eine neue Wagenbauhalle in Mönchengladbach zu finanzieren.

Gert Kartheuser bescheinigte der Gesellschaft einen tollen Abend und wünschte ihnen weiterhin eine tolle Session. Weiter bedankte er sich beim Prinzen-Paar für ihr Engagement in Bezug auf die Wagenbauhalle.

Auf Wunsch von Rüdiger Cremers (Tante Rüdi) war bereits im letzten Jahr das Kinderprinzenpaar zu dieser Veranstaltung eingeladen worden, so natürlich an in diesem Jahr. Als Dank für ihr Kommen übergab er den Beiden einen Korb, gefüllt mit Süßigkeiten.

Da beide Prinzenpaare auf der Bühne standen, kamen sie nicht umhin, ihr gemeinschaftliches Lied „Denn hier in Gladbach tanzt der Bär“ zu singen und zum Schluss ihres Auftritts erhielt Thorsten einen Blumenstrauß und Axel eine Flasche Wein.

Dann kündigte Julie Voyage das schönste Aushängeschild von Köln an und zwar die Stattgarde Colonia Ahoj. Diese zog mit eigener Musikkapelle ein spielte bekannte Karnevalslieder. Der Shanty-Chor, der ebenfalls in dieser Garde integriert ist, trug ihre Lieder vor. Weiter ging es mit der Tanzgruppe in roten Uniformen, die Sprünge, Spagat, Würfe in die Luft zeigten, von der manch eine „normale“ Tanzgruppe nur träumen kann. Sie wechselten ihr Outfit als Matrosen und zeigten weiterhin phantastische Einlagen, wie z.B. eine Pyramide.

Diese Garde war mit allem aufgezogen, was es gab und auf Wunsch des Publikums gab es eine Zugabe, die vom Kommandanten mit den Worten angekündigt wurde „jetzt seht ihr die schärfsten Schenkel von Köln“.

Natürlich darf auch das Eigengewächs der Gesellschaft nicht fehlen und zwar die Lecker‘ LaLaBoys mit Paul Breuer, Peter Breuer-Tervooren und Rüdiger Cremers. Sie sangen sich mit einem Lied auf die Bühne und stellten dann ihr Mottolied „Gladbach Jeckes Narrennest“ vor, das den Gästen voll unter die Haut ging. Weiter stellten sie eine große Palette ihrer bisherigen Lieder vor.

Paul Breuer wandte sich an das Prinzen-Paar und sagte ihnen mit Stolz, dass sie das Argument waren, die Stattgarde hier zu haben. Weiter war er irre stolz, dass Mönchengladbach so ein tolles Prinzen-Paar hat, welches zu Toleranz steht und dieses auch nach außen bringt. Alle freuen sich von ganzem Herzen, dass Axel und Thorsten die Stadt vertreten.

Vor 10 Jahren hatten die Lecker‘ LaLaBoys bereits ein Lied geschrieben und gesungen und zwar „Schwuler Prinz“. Dieses Lied wollten sie auch jetzt präsentieren und baten dazu Axel, Thorsten, Louis und Theresa auf die Bühne und dann ging da oben die Post ab.

Antje Pikantje

Als nächsten stand eine Büttenrednerin auf der Bühne und zwar Antje Pikantje. Mit ihren Witzen reizte sie die Lachmuskeln der Gäste. Dann zog sie ihr Hollandkostüm aus und sang das Lied von Trude Herr „Ich will keine Schokolade“.

Jetzt hatte Julie Voyage ihren Soloauftritt. Sie hatte das Lied „Su simmer all, he hinjekumme“ umgedichtet und der gesamte Saal sang zum Schluss immer mit „Dat es jet, wo mer stolz drop sin“.

Julie Voyage

Weiter erzählte sie von ihren Marktbesuchen. Wenn man in Köln eine Pflaume haben will, ist das ein Prümmche. Bei einer Plüschprumm handelt es sich um einen Pfirsich. Als sie wieder einmal auf dem Markt war, baute ein Mann am Horizont einen Stand auf, den sie gern vertreiben wollte.

Sie fragte ihn, was er denn feil biete, worauf dieser antwortete, Äppel mit allen Geschmäckern. Sie bat um einen Apfel mit Spargelgeschmack, worauf die zwei erhielt. Auf die Frage warum zwei, meinte der Mann, es gibt weißen und grünen Spargel. Hierauf konnte Julie nichts sagen und wollte einen Apfel mit Erdbeergeschmack, den sie auch bekam und dieser schmeckte wirklich nach Erdbeeren.

Jetzt wollte sie andere Register ziehen. Sie bat um ne Appel, der nach Mösch schmecken sollte. Sie bekam einen, biss hinein und meinte: der schmeckt nach Kacke, worauf der Verkäufer erwiderte, dann müssen sie ihn drehen.

Lecker Schnittchen

Auch ein Eigengewächs der Gesellschaft sind die Lecker Schnittchen. Dabei handelt es sich um acht junge Männer, die in diesem Jahr in orientalischen Gewändern auf die Bühne kamen und zwar vier Haremsdamen, drei Eunuchen? und ein Sultan. Bei ihrem Tanz mit Hebefiguren merkte man, wie viel Liebe und Leidenschaft hierin lagen und mit welcher Begeisterung jeder der Tänzer dabei war. Natürlich kamen sie auch ohne Zugabe nicht von der Bühne und wedelten bei ihrem Auszug mit roten Pompons.

Jetzt kam der musikalische Einsatz von Julie Voyage. Mit ihren „Kölschen Liedern“ heizte sie die Stimmung im Saal nicht nur weiter an, nein, sie stieg auf einen der Tische und feuerte die Gäste dadurch immer weiter an.

Das Finale des Abends war dann die Revue de Travestie. Hier stellten Mitglieder der Gesellschaft in unterschiedlichsten Outfits die Lieder bekannter Sänger zur Schau, so z.B. Roland Kaiser mit Maite Kelly, Sarah Connor usw.

Zum Schluss zogen das Prinzen-Paar sowie die Aktiven des Abends mit Regenbogenfahnen auf die Bühne. Dieses Bild spiegelte den ganzen tollen Abend wieder. Man kann der Gesellschaft zu dieser Show nur gratulieren.

Prinz Axel ergriff noch einmal das Wort und bescheinigte Julie Voyage, dass man keine bessere Moderatorin bei dieser Veranstaltung hätte haben können. Weiter führte er aus, dass der Karneval und die Welt bunt sei, aber jeder Jeck ist anders und Axel und Thorsten feiern nur Karneval, denn alles ist normal.

Mit einer After-Show-Party ging auch dieser Abend weiter bis in den frühen Morgen.

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