Schülerinnen und Schüler werden fit: Ferien-Intensiv-Training für 25 Teilnehmende über zwei Wochen

Die Stadt Viersen hat erneut das ?Ferien-Intensiv-Training „FIT in Deutsch“ angeboten. 2018 hatte dieses Training als Pilotprojekt erstmals stattgefunden. 25 Schülerinnen und Schüler, die neu zugewandert sind, nahmen an dem Training teil.

Viersen – Die Schülerinnen und Schüler unterschiedlichen Alters kommen unter anderem aus Sierra Leone, Guinea, dem Kosovo, Thailand, Afghanistan, Syrien, Kurdistan, der Türkei und dem Libanon. Sie besuchen die Johannes-Kepler-Realschule, die Realschule an der Josefskirche, die Gemeinschaftshauptschule Süchteln und die Brüder-Grimm-Schule. „FIT in Deutsch“ fand in den beiden ersten Wochen der Schulsommerferien montags bis freitags jeweils von 8.30 bis 15.30 Uhr statt.

Zwei Sprachlernbegleiter betreuen die Schülerinnen und Schüler. Axel Schiffer und Lisa Gendrisch sind beide an der Johannes-Kepler-Schule im Schuldienst tätig. Sie haben Erfahrung im Unterricht von Deutsch als Zweitsprache.

Die Schülerinnen und Schüler treffen sich morgens um 8.30 Uhr in der Johannes-Kepler-Schule. Dort wird das gemeinsame gesunde Frühstück vorbereitet. Die Kinder und Jugendlichen lernen so, wie wichtig ein ausgewogenes Frühstück ist. Außerdem gibt die erste gemeinsame Mahlzeit des Tages Rituale und Werte weiter, die für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft wichtig sind. Die erste Hälfte des Tages gehört dem theoretischen Teil des Deutschunterrichts. In kleineren Spielen und in nachgestellten Alltagssituationen geht es um die Alltagssprache. Daneben steht Bildungssprache auf dem Programm. Hier geht es um Sprache, die in der Schule gebraucht wird. Neben Geschichten, Berichten und argumentativen Texten werden auch Bewerbungsschreiben geübt.

Das gemeinsame Mittagessen ist nicht nur fester Punkt im Tagesablauf. Es wird auch genutzt, um die Sprachfertigkeiten zu steigern. So lernen die Schülerinnen und Schüler, wie man Rezepte liest und umsetzt. Umsetzen bedeutet dabei nicht nur kochen, sondern beispielsweise auch die Zusammenstellung der Einkaufsliste. Teil dieser Alltagsaufgabe ist der gemeinsame Einkauf, bei dem Deutsch praktisch angewendet wird. Am Nachmittag geht es um die Praxis. Hier stehen beispielsweise Ausflüge an. Zu den Zielen gehören der Naturschutzhof in Nettetal, die Stadtbibliothek aber auch die Kirche St. Clemens. Weitere Programmpunkte einschließlich sportlicher Aktivitäten wurden spontan nach Wetterlage aufgenommen. Die einzelnen Ausflüge haben unterschiedliche Schwerpunkte.
So geht es einmal um Sensibilisierung für Natur und Naturschutz, dann um den Umgang mit digitalen Medien oder um die Förderung des ritualisierten Miteinanders.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten ein Zertifikat. Außerdem werden die Fortschritte und der erreichte Sprachlernstand dokumentiert.
Das hilft den Schulen bei ihrer Arbeit. Anhand der Kurzdokumentation können die Schülerinnen und Schüler in einer Art und Weise gefördert werden, die ihrem Sprachniveau entspricht.

Für die Maßnahme arbeiten mehrere Organisationen zusammen. Das Kommunale Integrationszentrum des Kreises Viersen unterstützt die Stadt mit seinem Netzwerk und in der Kommunikation mit weiteren Kooperationspartnern. Das sind beispielsweise die Landesweite Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (Laki), die Bezirksregierung Düsseldorf und das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Sprachlernbegleiter werden fachlich und pädagogisch beraten. Dabei erhalten sie Unterstützung sowohl bei Auswahl und Beschaffung des Lernmaterials als auch bei der Umsetzung der Maßnahme.

Die Kosten für das Ferien-Intensiv-Training betragen 7500 Euro. 80 Prozent davon trägt das Land. Das restliche Fünftel finanziert die Stadt Viersen als Eigenanteil. Die Stadt Viersen, die Sprachlernbegleiter und das Kommunale Integrationszentrum werten die Maßnahme anschließend aus. Das Angebot kann fortgeführt und ausgeweitet werden. Schulen sowie Sprachlernbegleiterinnen und Sprachlernbegleiter, die daran interessiert sind, können sich an das Lokale Bildungsbüro bei der Stadt oder an das Kommunale Integrationszentrum des Kreises wenden. Die Landesförderung ist zunächst bis Dezember 2022 befristet.

Foto: Stadt Viersen

Ein Kommentar

  1. Sehr gute Massnahme,

    hätte mir gewünscht, man hätte im Vorfeld davon erfahren. Es ist schwierig für Flüchtlingskinder, deren Eltern einen Sprachkurs besuchen, in den Ferien etwas zu unternehmen.

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