Schulpolitik Viersen: CDU will keine Denkverbote

In der aktuell stattfindenden Schuldiskussion legt die CDU in Viersen nun nach. In den Augen der CDU ist die im jüngsten Schulausschuss vorgelegte Verwaltungsvorlage zum Schulentwicklungsplan zu eindimensional, so der Ausschussvorsitzende Dr. Jürgen Moers (CDU).

Viersen – „Der dem Schulausschuss vorgelegte Vorschlag zur Schließung der Viersener Realschule ist ein Vorstoß der Verwaltung, aber in unseren Augen keine Glanzleistung und darf die Politik nicht dazu verleiten, sich Denkverbote auferlegen zu lassen“, so der CDU-Politiker weiter.

Ähnlich sieht es Stephan Seidel (CDU), schulpolitischer Sprecher der Fraktion: „In der Vorlage wird zwar das Hier und Jetzt behandelt, eine tatsächliche Zukunftsausrichtung für die Viersener Schullandschaft nach 2021 vermissen wir dabei allerdings. Entscheidend ist auch, sich dabei zu vergegenwärtigen, dass die Primusschule fürs erste nur ein Schulversuch ist, der bis 2023 läuft.“

Den Blick legt die CDU dabei nun weitere Jahre nach vorne. „Wir müssen genau auf die prognostizierten Geburtenraten im Kreis Viersen, sowie auf die Schulstruktur in Viersen und in den benachbarten Kommunen schauen“, so Seidel. Dabei müsse auch auf die potentiellen Einpendlerschüler geschaut werden, also Schüler, die in anderen Kommunen wohnen und in Viersen die Schule besuchen, sie gelte es stärker zu berücksichtigen. Beide Politiker sind sich einig, dass die Kreisstadt deswegen eine breit aufgestellte Schullandschaft bereitstellen muss. „Den Vorstoß der SPD in der vergangenen Schulausschusssitzung, die Hauptschule de facto zu schließen, halten wir dabei strikt für den falschen Weg“, so die beiden Ratsmitglieder. Die CDU wird weiterhin am dreigliedrigen Schulsystem festhalten, dieses soll in Viersen in allen Komponenten gestärkt und nicht zerschlagen werden. „Die SPD verlagert das Problem einfach auf den Rücken der Schwächsten im Schulsystem und will danach zur Tagesordnung übergehen“, so Seidel.

Die beiden Politiker freuen sich besonders, dass der im vergangenen Schulausschuss beschlossene gemeinsame Antrag von den übrigen Fraktionen mit gestaltet und getragen wurde. Moers und Seidel sichern zu, dass sich die CDU um eine schnellstmögliche Lösung kümmern möchte, gerne fraktionsübergreifend. Bedingung dabei: sie müsse der Zukunft der Viersener Schullandschaft gerecht werden und der Elternwille soll weiterhin eine entscheidende Rolle spielen.