Schwerer Raub auf Viersener Gaststätte: Verhandlung nach 13 Jahren

Im April 2006 fand ein gemeinschaftlicher schwerer Raub auf eine Viersener Gaststätte statt. Erst Jahre danach konnten die Täter durch einen DNA-Treffer identifiziert werden, nun startet Ende Juni die Verhandlung vor der großen Jugendkammer des Landgerichts in Mönchengladbach.

Viersen – Es ist der 25.04.2006, der Abend ist um 22.30 Uhr weit fortgeschritten, als vier oder fünf Maskierte eine Gaststätte in Viersen betreten und einen gemeinschaftlichen schweren Raub begehen. Viele Jahre liegt diese Tat zurück, doch irgendwann kommt es zu einem DNA-Treffer. Am 24. Juni 2019 beginnt erneut das Verfahren gegen Yashin-Yilmaz K. aus Köln, drei Fortsetzungstermine wurden für die Verhandlung angesetzt.

Der mittlerweile 35-Jährige habe laut Anklage, gemeinsam mit dem gesondert verfolgten und derzeit flüchtigen Ibrahim B. und zwei oder drei weiteren Mittätern eine Gaststätte in Viersen aufgesucht. Bereits beim Betreten der Gaststätte habe eine der maskierten Personen einem Zeugen mit einer Pistole an die Schläfe geschlagen, ihn gefesselt und ihm Bargeld, Handy und eine Armbanduhr abgenommen. Sodann sei der Zeuge in gefesseltem Zustand in die Toilettenräume gebracht worden. Der Angeklagte und die weiteren maskierten Personen hätten dann bis etwa 3:15 Uhr in der Gaststätte auf weitere Gäste gewartet, diese ebenfalls geschlagen, gefesselt, ausgeraubt und in die Toilettenräume verbracht. So hätten sie bei weiteren zwölf Gästen Bargeld, Handys sowie einen Autoschlüssel und den dazugehörigen Wagen erbeutet.

Da Yashin-Yilmaz K. und seine Mittäter maskiert waren, hätten sie zuerst nicht identifiziert werden können. Durch einen DNA-Treffer, der mit Spuren an Zigarettenstummeln aus dem Lokal übereinstimmte, seien der Angeklagte und Ibrahim B. Jahre später als Täter ermittelt worden. Die Hauptverhandlung zu dem vorliegenden Anklagevorwurf wurde erstmals im Jahr 2014 vor der 1. großen Jugendkammer des Landgerichts Mönchengladbach begonnen. Die nicht in Untersuchungshaft befindlichen Angeklagten ergriffen seinerzeit nach mehreren Verhandlungstagen die Flucht, sodass die Hauptverhandlung abgebrochen werden musste. Gegen die Angeklagten wurde Haftbefehl erlassen. Yashin-Yilmaz K. hat sich nunmehr von sich aus der Strafverfolgung gestellt. (nb/Landgericht Mönchengladbach)