Schwimm-Kinder am Start: Stadt, NEW, DLRG und KSB arbeiten mit Kitas gegen das Ertrinken

Zehn Kinder aus den Kindertageseinrichtungen Robend und Junkershütte werden die ersten „Schwimm-Kinder Viersen?“. Stadt, NEW, DLRG und der Kreissportbund starten das Projekt. Bei einem Pilot-Kurs in den Sommerferien werden grundlegende Erfahrungen gesammelt, die anschließend in das Konzept einfließen werden.

Viersen – Der Ferienkurs im Schwimmbad Ransberg wurde vom Jugendamt der Stadt Viersen in Auftrag gegeben. Für die praktische Umsetzung sorgen Fachkräfte der NEW. Zehn Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren sind dabei. Sie lernen mit Spiel und Spaß erste Schwimmbewegungen. Am Ende werden sie kurze Strecke selbstständig schwimmend zurücklegen. Dann können sie auch in schultertiefem Wasser abtauchen und einen Ring vom Beckenboden heraufholen.

Eine Erzieherin jeder beteiligten Kita begleitet die Kinder. Sie werden in der Umkleide und bis zum Becken hin unterstützt. Während der Schwimmzeit sind die Erzieherinnen als Vertrauenspersonen der Kinder ebenfalls im Wasser. Noch in den Sommerferien wird es zehn „Schwimm-Kinder Viersen“ geben. Nach den Ferien soll aus der Pilotveranstaltung ein dauerhaftes Kursangebot werden. Anders als bei dem Ferienprogramm werden dann nicht mehr einzelne Kitas zur Teilnahme aufgerufen. Vielmehr soll „Schwimm-Kind Viersen“ Teil des Konzeptes Kinderarmut der Stadt werden.

Foto: Stadt Viersen

Cigdem Bern, für den Jugendbereich verantwortliche Beigeordnete der Stadt Viersen, sagte: „Mit diesem Angebot tragen wir als Stadt dazu bei, dass die Zahl der Viersener Kinder steigt, die beim Eintritt in die Grundschule schwimmen können. Die Kinder lernen, sich in Notsituationen im Wasser zu helfen. Mein Dank gilt allen Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern. Erst mit deren Unterstützung konnten wir das Projekt „Schwimm-Kind Viersen“ verwirklichen.“

Neben den Kindern stehen auch Erwachsene im Blickpunkt: Die DLRG-Ortsgruppe Viersen-Süchteln bietet in Zusammenarbeit mit der städtischen Jugendsportlocation „Die Insel“ Ausbildungen zum Rettungsschwimmer oder zur Rettungsschwimmerin an. Angesprochen werden sollen damit interessierte Erzieherinnen und Erzieher sowie Fachkräfte aus Jugendhilfe und Jugendarbeit der Stadt Viersen. Die DLRG unterstützt das Projekt Schwimm-Kind außerdem durch Besuche in Kitas. Hier wirbt die Organisation für Sicherheit im Wasser. Die Botschaft lautet kurz zusammengefasst: Schwimmen rettet vor Ertrinken. Wie nötig dieser Appell ist, zeigen die Auswertung von Tests Viersener Zweitklässler für das Programm „Sportplatz Kommune“. Dabei zeigte sich, dass fast die Hälfte aller teilnehmenden Grundschülerinnen und Grundschüler nicht schwimmen konnte.

„Sportplatz Kommune“ ist ein Projekt des Landes Nordrhein-Westfalen und des Landessportbundes NRW. Es setzt die Kampagne „Kommsport“ fort. Die Stadt Viersen und der Kreissportbund arbeiten hier bereits seit 2016 erfolgreich zusammen. „Schwimm-Kind Viersen“ wird ebenfalls mit Geld aus diesem Projekt gefördert. Der Kreissportbund lobte die bisherige erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt. Hier seien Hemmschwellen abgebaut und gute Bedingungen geschaffen worden. „Sportplatz Kommune“ dient der Bewegungs- und Sportförderung. Dabei sollen Schulen, Kitas und Sportvereine vernetzt werden. Die Akteure in den Kommunen und des (organisierten) Sports sollen die Sportentwicklung als gemeinsames Arbeitsfeld erkennen.

Gemeinsam mit den Sportvereinen soll das bisher an Schulen praktizierte Bewegungsangebot auf Kitas ausgeweitet werden. Hier geht es unter anderem darum, bestehende Projekte wie das der „Bewegungskindergärten“ zu ergänzen. Wichtig ist dabei, dass die Partner des Projekts auf Augenhöhe zusammenwirken. Denn die Angebote schaffen Vorteile für alle Beteiligten. Wenn dieser Grundgedanke gelebt wird, wird die Zusammenarbeit weitergehen, auch wenn zum Jahresende 2019 die Landesförderung für Viersen ausläuft.

Die Förderung der Mitgliedschaft in Vereinen ist auch eines der Ziele des Projektes „Schwimm-Kind“. Darüber hinaus sollen auch die Kinder, die an den nach den Ferien angebotenen Kursen teilnehmen, ein „Schwimm-Kind“-Handtuch erhalten. Menschen, die hier unterstützen wollen, können dies durch eine zweckgebundene Spende tun: Förderverein Kinder-, Jugend-, und Familienförderung, Stichwort „Schwimm-Kind“, Kontonummer DE
4142 3205 0000 0002 7150 01 bei der Sparkasse Krefeld.

Weitere Informationen gibt es bei: Stadt Viersen, Fachbereich 41/IV, Abteilung Kinder-, Jugend- und Familienförderung des Jugendamtes, Anne Caniels, Telefon 02162 9184220, E-Mail jugendarbeit@viersen.de.
Sportvereine, die sich für das Projekt „Sportplatz Kommune“ interessieren, können sich wenden an: Kreissportbund Viersen, Gregor Krolewski, Telefon 02162 391742, E-Mail Gregor.Krolewski@kreis-viersen.de.