Sicherstellung der Hilfsmittelversorgung – Uwe Schummer informierte sich im Sanitätshaus Lettermann

Der Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer informierte sich vor Ort im Sanitätshaus Lettermann, wie die Hilfsmittelleistungserbringer zur Entlastung der stationären Strukturen in Zeiten von Covid-19 beitragen und in ihrem täglichen Handeln als Bindeglied zwischen stationären und ambulanten Strukturen sowie zu den weiteren an der Versorgung beteiligten Akteuren wie Ärzteschaft und Pflege tätig sind.

Viersen – Sanitätshäuser stellen die ambulante Versorgung von Patienten, auch im Anschluss an stationäre Behandlungen, sicher. So verhindern sie Hospitalisierungen und gewährleisten eine zügige Entlassung von Patienten. Durch die adäquate Versorgung mit Hilfsmitteln können Operationen zudem oft verhindert, zumindest aber hinausgezögert und Folgeerkrankungen deutlich reduziert werden.

Der Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer informierte sich vor Ort im Sanitätshaus Lettermann, wie die Hilfsmittelleistungserbringer zur Entlastung der stationären Strukturen in Zeiten von Covid-19 beitragen und in ihrem täglichen Handeln als Bindeglied zwischen stationären und ambulanten Strukturen sowie zu den weiteren an der Versorgung beteiligten Akteuren wie Ärzteschaft und Pflege tätig sind. Lettermann sei ein Vorzeige-Unternehmen, in dem Inklusion gelebt wird und das sich durch eine hohe Ausbildungsbereitschaft auszeichnet.

Die Corona-Pandemie stellt die Hilfsmittelbranche jedoch vor immense Herausforderungen: Patientinnen und Patienten müssen darauf vertrauen, dass die medizinisch notwendige Versorgung unter allen Umständen gesichert ist – gleichzeitig sorgen Engpässe bei Schutzkleidung, Verschiebung von elektiven, nicht dringlichen Eingriffen, Fokussierung auf kontaktfreie Versorgungen für große Verunsicherung bei Patienten und Patientinnen.

Foto: Lettermann

Es braucht ein klares Signal, dass alles getan wird, um eine Unterversorgung zu vermeiden und gesundheitlichen Schäden durch Verschleppung von notwendigen Versorgungen vorzubeugen. Leistungserbringer müssen darauf vertrauen können, dass Umsatz- und Auftragseinbußen nicht ihre Existenz gefährden: ihre Leistung für die gesetzlich-versicherten Patientinnen und Patienten nicht zur Disposition steht – also auch wirtschaftlich abgesichert ist.

Für Ralf Lettermann, Geschäftführer des Sanitätshaus Lettermann und Aufsichtsratsmitglied der Rehavital steht daher fest: „Die Hilfsmittelleistungserbringer müssen bei der Distribution von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) durch die Gesundheitsbehörden berücksichtigt werden, um bei unmittelbarem Patientenkontakt versorgungsfähig zu sein. Zusätzlich müssen die Mehrausgaben, die infolge von COVID-19 entstehen – so bspw. bei der Beschaffung vonPSA sowie bei der hygienischen Aufbereitung von Hilfsmitteln – erstattet werden. Hierbei sei die Einführung einer Corona-Pauschale, die von den Hilfsmittelleistungserbringern beantragt werden kann, denkbar.

Uwe Schummer MdB betonte, daß es unbedingt zu verhindern sei, dass Hilfsmittelleistungserbringer als Quelle des Bezugs und der Beschaffung von Hilfsmitteln oder Schutzausrüstungen durch Beschlagnahme oder ähnlichem herangezogen und damit in ihrer Leistungsfähigkeit geschwächt werden. „Ich werde das Thema in der kommenden Fraktionswoche in Berlin aufgreifen und auf der Arbeitsebene mit dem Ministerium diskutieren.“

Die Reduktion elektiver Eingriffe oder der Verzicht auf Arztbesuche führen zu einer Gefährdung des Gesundheitszustands der betroffenen Patienten. Für die Hilfsmittelleistungserbringer bedeutet dies einen erheblichen Rückgang der Hilfsmittelversorgungen. Hierdurch entstehen erhebliche Mindereinnahmen (durchschnittlich 40 %), die die Hilfsmittelbranche bedrohen. Nach einer aktuellen Befragung* unter Hilfsmittelleistungserbringern geben 82 % der Befragten an, dass ihr Umsatz im März 2020 im Vergleich zum März 2019 (stark) abgenommen habe. In naher Zukunft wird keine Besserung erwartet – im Ausblick auf den Folgemonat Mai 2020 rechnen die Unternehmen mit weiteren Einbußen.

Die Unternehmen der Hilfsmittelversorgung bewegen sich im Spagat zwischen Versorgungspflicht und finanziellem Kollaps. Infolge von COVID-19 sind auch mittelfristige Beeinträchtigungen und Mindereinnahmen in den kommenden 12 Monaten zu erwarten.

„Nur ein Schutzschirm kann sicherstellen, dass eine flächendeckende und wohnortnahe Versorgung entsprechend dem gesetzlichen Auftrag jetzt und in Zukunft aufrechterhalten werden kann. Dieser soll unbürokratisch Mindereinnahmen infolge von COVID-19 ausgleichen. Vergleichbare Regelungen bestehen u. a. bereits für die (zahn)ärztliche sowie die Heilmittelversorgung.“ Für Ralf Lettermann geht es dabei um die gesamte Branche. „Um einen funktionierenden Übergang in den Versorgungsalltag zu ermöglichen, sollte durch die Politik ein Konzept entwickelt werden, das konkretisiert, zu welchem Zeitpunkt welche Behandlungen und elektiven Operationen wiederaufgenommen werden können.“

Um notwendige Behandlungen – auch im niedergelassenen ärztlichen Bereich – heute und in naher Zukunft sicherzustellen, sollten Patienten über die sicheren Möglichkeiten von Arztbesuchen im Rahmen einer bundesweiten Informationskampagne aufgeklärt und im Sinne der Gesundung zu notwendigen Arztbesuchen ermutigt werden. Hier bestehen nach wie vor starke Bedenken der Patienten, was oftmals zu einer Vermeidung erforderlicher Untersuchungen und Behandlungen führt. Somit können in manchen Fällen Krankenhauseinweisungen vermeidbar sein.

* Quelle: Befragung »Corona-Auswirkungen 2020« mit Unterstützung der FOM Hochschule für Oekonomie & Management gGmbH (04/2020)