Sinan Panta: Ein Leben für den Behindertensport

Ohne Förderer wie ihn würde der Behindertensport in der Türkei noch in den Kinderschuhen stecken. Sinan Panta heißt der Präsident des Sportvereins „Sakarya Ampute Engelliler Spor“, der sich für die Entwicklung des Behindertensports einsetzt. Momentan ist er zu Gast in Viersen und nahm sich Zeit für ein Interview zu seiner engagierten Arbeit.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Sakarya/Viersen – Seit mittlerweile ist Sinan Panta Präsident des Behindertensportvereins „Sakarya Ampute Engelliler Spor“ und setzt sich für die Menschen ein, die im Sport noch immer häufig zu „Nebendarstellern“ gemacht werden. Gerade in seinem türkischen Heimatland ist er mit vielen Problemen konfrontiert, seinen Urlaub verbringt er in Viersen und besucht hier mit viel Leidenschaft die heimischen Fußballvereine und -felder, darunter natürlich auch Borussia Mönchengladbach, deren Vereinsfarben mit dem türkischen Behindertensportverein verbunden sind.

Seine Leidenschaft für den Fußballsport kommt nicht von ungefähr, denn Sinan Panta war selber siebzehn Jahre lang als Profifußballer aktiv. Erfahrungen, die er heute in seine leidenschaftliche, ehrenamtliche Arbeit einbringt, denn der Sakarya Ampute Engelliler Spor umfasst zurzeit rund 150 Sportler mit ganz unterschiedlichen Behinderungen. Panta gründete den Club für fünf Jahren und klopfte an die Türen, hinter denen Behinderte nicht gesehen wurden, holte sie ins Licht und in die Fußballstadien oder Schwimmbäder.

Für die Viersener Unternehmerin Iris Kater hatte Sinan Panta, Präsident des türkischen Behindertensportvereins „Sakarya Ampute Engelliler Spor“ ein Trikot mitgebracht. Foto: Rheinischer Spiegel

Keine einfache Aufgabe, denn behindertengerechte Einrichtungen sind nicht überall üblich in der Türkei. Mittlerweile hat der Verein Räume zur Nutzung gefunden, ein Stadion und ein Schwimmbad, denn auf dem Platz stehen nicht nur Fußballer mit nur einem Bein, im Wasser tummelt sich zudem gekonnt eine Schwimmerin ohne Beine, die bereits auf dem internationalen Terrain erfolgreich ist. Aufgrund der hohen Kosten wirbt Sinan Panta stetig aktiv um neue Förderer. „Ich bin glücklich, wenn sie glücklich sind“, sagt er und seine Augen leuchten. „Jeder behinderte Mensch kann Sport treiben, egal um was für eine Behinderung es sich handelt. Unser Ziel ist es, behinderten Menschen den Sport zu ermöglichen. Eigentlich sind wir die Behinderten, weil wir diese Menschen zu Hindernissen machen. Wir beleidigen sie indem wir sagen was sie nicht können. Wir stellen Hindernisse in den Weg, indem wir keine besseren Möglichkeiten bieten und keine behindertengerechten Sportanlagen betreiben. Wir verursachen ihnen Probleme. Lassen Sie uns unsere behinderten Menschen zum Sport ermutigen.“

Zurzeit plant Vereinspräsident Sinan Panta einen Besuch in Japan mit sechszehn seiner Spieler. Auf ihrer Reise steht bereits ein Fußballspiel gegen eine japanische Behindertenmannschaft an. Ein besonderer Aufenthalt, denn in Tokio finden in diesem Jahr die 25. Paralympischen Sommerspiele statt. (cs)

Der engagierte Ex-Profifußballspieler Sinan Panta ließ es sich nicht nehmen auch auf dem Tuspi-Platz im Rahser gegen das „Leder“ zu treten. Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming