Sirenenwarnsystem – Im Notfall werden nicht alle Viersener erreicht

Nachdem das Land NRW Gelder für den Aus- und Ausbau eines Sirenenwarnsystems auch Viersen zur Verfügung gestellt hat, ging es im Ordnungs- und Straßenverkehrsausschuss um die ersten Informationen im Rahmen der Haushaltsberatungen. Prüfungen haben ergeben, dass nicht nur Neubaugebiete schlecht beschallt werden in einem Notfall, zudem sind einige der Sirenen technisch überaltert und können bei einem Stromausfall nicht betrieben werden.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – Eher als ein Tropfen auf den heißen Stein sind die 34.000 Euro, die das Land NRW der Stadt Viersen zur Verfügung gestellt hat um den Aus- und Aufbau eines Sirenenwarnsystems voran zu treiben – die tatsächlichen Kosten werden im sechsstelligen Bereich liegen und aus städtischer Tasche bezahlt werden.
Zwar wurde das Sirenennetz in Viersen nur teilweise demontiert, nach der Bedrohung des Kalten Krieges und im Zuge der Einführung der Alarmierung der Feuerwehr mittels Funkmeldeempfänger, dennoch zeigt sich immer wieder, dass es zu Vorfällen kommen kann, die eine schnelle Alarmierung der Bevölkerung erfordern. Das Viersener Sirenennetz besteht zurzeit aus 20 Sirenen, wovon allerdings nur zwei Sirenen neuerer Bauart sind, die ebenfalls durch Fördergelder des Landes NRW möglich wurden.

So kann bei Extremwetterlagen, Freisetzung von Gefahrenstoffen oder Bombenfunde nur mehr schlecht als Recht die erste Phase, Aufmerksamkeit erzeugen, durchgeführt werden, an die sich das Informieren anschließt. Der Arbeitskreis Zivil- und Katastrophenschutz der AGBF NRW sieht ein funktionstüchtiges Sirenennetz als erste Wahl zur Warnung und Information bei Gefahrenlagen. Das Informieren erfolgt mittlerweile über ein modulares Warnsystem unter anderem über Rundfunk und Fernsehen, welchem auch die Warn-Apps NINA und KATWARN angeschlossen sind.

Aufgrund der immer größer werden Bedeutung der Warnung der Viersener wurden Überlegungen angestellt, ein ganzflächiges Konzept für die Stadt Viersen zu erstellen. Allerdings wurde bei einer Überprüfung festgestellt, dass seit Errichtung des Sirenennetzes im Stadtgebiet zahlreiche Neubaugebiete geschaffen wurden, die nur unzureichend oder gar nicht beschallt werden. Zudem sind viele Gebäude mit Sirenen nicht mehr in stadteigener Nutzung. Ein weiteres Problem sind die Sirenen, die bei Stromausfall nicht betrieben werden können, technisch überaltert sind und für dies es keine Ersatzteile mehr gibt. So ist die bestehende Schallausleuchtung des Stadtgebietes nicht flächendeckend gegeben. Das nun erstellte Konzept sieht vor Sirenenstandorte und die eigentlichen Sirenen zu ändern oder auszutauschen, damit die Viersener bei einer Gefahrenlage die Sirenen auch wirklich hören. Grundlage hierfür ist die Erstellung eines Beschallungsplans und ein Sirenennetz, welches technisch auf dem aktuellen Stand ist, annähernd flächendeckend wirkt, dauerhaft und unwetterresistent ist, bei etwaigen Stromausfällen noch funktionstüchtig wirkt, sowie möglichst auf öffentlich und ständig zugänglichen Gebäuden errichtet ist. (ea)

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