So verbreitet sich das Coronavirus – Auch mit wenigen Kontakten steigt die Zahl der Infizierten rasch an

Die vergangenen Wochen machen deutlich: Auch ohne großen lokalen „Hotspot“ steigt die Anzahl der positiven Corona-Tests im Kreis Viersen stetig an.

Kreis Viersen – „Das Virus verbreitet sich nicht zuletzt durch viele kleinere Treffen im Privaten, an denen jeweils nur wenige Menschen teilnehmen“, sagt Dr. Barbara Nieters, Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes.
Wie schnell die Zahl der Infizierten und der Kontaktpersonen zunimmt, zeigt ein Verlaufsdiagramm des Kreises Viersen. Die Nachverfolgung der Infektionsketten führt zurück zum Kontakt von zwei Infizierten. Diese sind in der Grafik mit Sternchen markiert.

Von diesem privaten Kontakt ausgehend entwickeln sich viele einzelne Infektionsketten. Insgesamt sind in drei Wochen – bislang – 116 Personen als Kontaktpersonen in Quarantäne, mindestens 35 von ihnen wurden selbst positiv auf das Coronavirus getestet. Am Samstag, 17. Oktober, ist eine Person aus diesem Cluster verstorben. In der Grafik befinden sich allein die Personen aus dem Viersener Kreisgebiet.

Jede Person hatte dabei lediglich Kontakt zu wenigen Menschen. Dennoch gaben sie das Virus weiter: Mal wurden die Abstandsregelungen nicht eingehalten, mal verstießen sie gegen Hygienevorschriften – etwa durch fehlenden Mund-Nase-Schutz. Auch wer Gesichtsmasken aus Stoff trägt kann sich infizieren. Diese bieten keinen 100-prozentigen Schutz. In seltenen Fällen haben Kontaktpersonen wohl auch die Quarantänevorschriften missachtet.
Der Kreis Viersen nutzt dieses Beispiel, um wiederholt auf die Relevanz der Abstands- und Hygienevorschriften hinzuweisen. „Eine kurze Unachtsamkeit kann ausreichen, um das Virus weiterzugeben“, betont Dr. Nieters. Folgende Regeln sollte jeder befolgen: Abstand halten, Handhygiene beachten, regelmäßig Lüften und einen Mund-Nasen-Schutz tragen. 100-prozentigen Schutz bieten die Masken des Typs „FFP2“ ohne Atemventil.


Die Grafik veranschaulicht die Infektionsketten und die Verbreitung des Coronaviruses am Beispiel eines Clusters aus dem Kreis Viersen. Grafik: Kreis Viersen

Quelle: Kreis Viersen