Sonn Männ feierten im „Gürzenich vom Klinikum“

Eine verlorene Wette und ein buntes närrisches Programm präsentierte sich den Gästen im Grand Sato Saal des Wegberger Klinikums bei der ersten Karnevalssitzung der Sonn Männ. Nicht fehlen durften natürlich die Kloetschköpp, die beim Heimspiel den Saal zum Beben brachten.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Wegberg – Mit viel Leidenschaft hatte die Karnevalsgesellschaft Sonn Männ Klinkum 1951 e.V. das Gürzenich vom Klinikum hergerichtet für ihre stimmungsgeladene Karnevalssitzung, bei der keine närrischen Wünsche offenblieben. Nicht verwunderlich, dass von Anfang an die Stimmung nicht nur gut, sondern fantastisch war als das Kinderprinzenpaar Prinzessin Lena I. (Langerbeins) und Prinz Simon I. (Schuermann) das jecke Volk sowie zahlreiche Gäste aus der ganzen Region begrüßen durfte und tänzerisch das Bühnenprogramm mit der Prinzengarde eröffnet wurde.

Der geplante Eisbrecher, die heimische Band De Kloetschköpp mit dem Präsidenten der Gesellschaft, Franz-Gerd Zaunbrecher, am Keyboard legte dabei noch einmal eine Schüppe drauf – eine Stimmung die den Abend nicht mehr versiegen wollte, denn wenn sich nicht musikalische Höhepunkte boten, dann wurden die Lachmuskeln trainiert. Erster Anwärter des Abends für die beste Büttenrede wurde so Manni Müchen, der ehemalige Sänger der Kloetschköpp, mit seinen Einblicken in ein manchmal kurioses Rentnerleben.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Erstmals fast ehrwürdig ruhig wurde es mit der Verleihung des VKEL-Verdienstordens durch Jürgen Boix, dem Vorsitzenden der Karnevalsgesellschafen der Erkelenzer Lande (VKEL), an den zweiten Geschäftsführer Michael Szychla für seine aktive Vereinsarbeit, die mit viel Beifall im Anschluss begleitet wurde und sich nahtlos anreihte an eine verlorene Bürgermeister-Wette mit einem Regentenspruch von vor 30 Jahren und an die Tänze der Garde, denn auch die große und kleine Garde hatten an diesem Abend ihre gekonnten Auftritte.

Das Programm änderte sich, als die KG Flöck op ihren Auftritt der „Wilden Weiber“ erst einmal frei machte für die Rednerin Änne aus Dröpplingsen. Entwickelt wurde die Kunstfigur Änne eher beiläufig, als die Iserlohner Komödiantin und Kabarettistin Monika Badtke 1996 beim Internationalen Frauentag auf der Bühne stand. Seither hat Ännes liebenswerte Schnoddrigkeit, ihre oft unfreiwillige Komik mehr und mehr ein Eigenleben entwickelt, welches sie mit viel Zustimmung bei den Sonn Männ ausleben konnte. Mit Gehhilfe hatte sie sich den Weg durch den Saal schnell gebahnt, berichtete gekonnt von Kostümbällen im Altentreff oder dem Vortrag eines Schönheitschirurgen und griff sich als charmanten in-den-Mantel-Helfer Till Eulenspiegel, meist besser bekannt als Klaus Reinders.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Dann aber gehörte das Mikrofon Sonja Opwis, der Präsidentin der KG Flöck op, die gerne zu Gast war und herzlich vom Elferrat begrüßt wurde. Mit dem Wegberger Dreigestirn und mit den Wilden Weibern hatten die Flöck op einen begeisternden Mix aus Revue und Ballett mitgebracht. Beste Stimmung also mit dem die Karnevalsgesellschaft die Pause eröffnete und in die auch nach einigen ruhigen Minuten gerne wieder zurückgefunden wurde mit dem XXL-Männerballett – The Dancecompany, Bauchredner Fred van Halen oder Rednerin Anne Vogd.

Seit mittlerweile über 18 Jahren sind die zehn „Jungs“ des Männerballetts XXL der Dancecompany im Karneval unterwegs und sorgen im Dreiländereck Deutschland, Holland und Belgien für beste Unterhaltung, noch nicht ganz so lange wie einer der meistgebuchten Bauchredner, aber nicht weniger gekonnt auf der Bühne. Seit den 70er-Jahren ist Fred van Halen gern gesehener Gast nicht nur im Brauchtum. Mit dabei, Super-Vogel Aky mit einem überaus selbstbewussten Auftreten. Er redet wie ihm der Schnabel gewachsen ist und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es gibt nichts was ihn in Verlegenheit bringen könnte – absolut nichts, wie sich bei den Sonn Männ sehr schnell zeigte. Aber wer konnte dem flotten Vogel denn schon böse sein, als er keine Gelegenheit ausließ mit den Damen zu flirten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Ebenfalls als Comedy-Nummer hatte Anne Vogd aus Aachen den Dreh schnell gefunden die Karnevalisten im Klinikum nicht mehr loszulassen. Seit sie 2016 den SWR 3 Comedy Förderpreis gewann, ist sie als Kabarettistin, Kolumnistin und Karnevalistin viel unterwegs. Zu Recht wie sich zeigte, denn die Tücken des Alltags waren ihr nicht fremd – Tücken mit denen sie einen Lacher nach dem anderen für sich einnahm. Ein aufmerksames Publikum, das auch beim Auftritt der Ki Ka Kai a aus Boisheim nicht nachließ. Mittlerweile hat sich eine feste Freundschaft zwischen den Vereinen entwickelt, ein Besuch des Boisheimer Prinzenpaares mitsamt Tanzgarde durfte daher nicht fehlen.

Eine gelungene Mischung, die nur noch von der Karnevals-Cover-Band „SO!LALA“ getoppt wurde. Moderne Arrangements und aktuelle Hits aus dem Kölner Karneval zu 100% live beendeten das Programm, bei dem keiner mehr ruhig auf den Stühlen sitzen blieb.

Am Karnevalssonntag lädt die Gesellschaft zu ihrer zweiten Sitzung ein. Ab 19.11 Uhr gibt es ein völlig anderes Programm mit viel Spaß an d’r Freud an einem Abend, an dem kein Auge trocken bleiben wird, wenn der Chor „Wer send he ob dor Klenkem und fiere Karneval“ im Klinikum anstimmt. (dt)

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller