St. Irmgardis-Krankenhaus ist Teil des gegründeten „Tumorzentrums Niederrhein“

Das St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort, das St. Clemens-Hospital Geldern, das Sankt Josef-Hospital Xanten und das St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln bündeln ihre Kompetenzen in der Behandlung von Krebs-Patienten. Sie haben gemeinsam mit weiteren Facharztpraxen und Kooperationspartnern der Region das „Tumorzentrum Niederrhein“ (TZN) gegründet.

St. Irmgardis – Tumorzentrum Niederrhein – Foto: Arnulf Stoffel

Viersen-Süchteln – Durch die Bündelung ihrer Kompetenzen schaffen die vier Krankenhäuser ein flächendeckendes Angebot für die bestmögliche medizinische Versorgung von Patienten mit Krebs am Niederrhein. „Ein solches Angebot ist einmalig in der Region. Unserer Netzwerk ermöglicht auch am ländlich geprägten Niederrhein eine höchstmögliche Versorgungsqualität“, so der Sprecher des neuen Zentrums, Prof. Dr. Gernot M. Kaiser. Er war bereits viele Jahre als Sprecher an der Gestaltung des Magen-Darm-Zentrums des Westdeutschen Tumorzentrums an der Universitätsklinik Essen beteiligt. Seit 2015 ist er Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am St. Bernhard-Hospital.

Auch Weiterversorgung sicherstellen

Mit der Gründung des Tumorzentrums Niederrhein kommen die Krankenhäuser sowohl dem politischen Willen als auch dem der Kostenträger und der Patienten entgegen, auch im ländlichen Raum eine hohe Versorgungsqualität sicherzustellen. Ziel des Tumorzentrums ist zunächst, die Kompetenzen der vier Kranken­häuser im Bereich der Bauchorgane zu bündeln. An den jeweiligen Standorten in Kamp-Lintfort, Geldern, Viersen und Xanten werden die Patienten wohnortnah behandelt. Durch die Bündelung der Kompetenzen ist eine moderne und bestmögliche Behandlung auch bei komplexen und anspruchsvollen Krebserkrankungen sichergestellt.

„An den vier Standorten unseres Tumorzentrums werden gemeinsam deutlich mehr Patienten mit Dickdarmkrebs-Erkrankungen behandelt, als es der nationale Versorgungsplan der Deutschen Krebsgesellschaft für bundesweite Krebszentren fordert. Die Patienten können sich deshalb bei uns am Niederrhein wohnortnah und trotzdem mit großer Kompetenz und Erfahrung behandeln lassen“, so Gernot Kaiser. Rechnet man die vier Standorte des neuen Zentrums zusammen, wurden im letzten Jahr fast 300 Patienten mit Darmkrebs operiert.

Tumorkonferenz mit niedergelassenen Ärzten

Eine Schlüsselfunktion hat im TZN dabei die gemeinsame, wöchentlich stattfindende Tumorkonferenz. Hier werden alle Fälle der im Zentrum diagnostizierten und therapierten Patienten, die eine bösartige Erkrankung an Speiseröhre, Leber, Bauchspeicheldrüse, Gallenwegen und Darm haben, besprochen. Aber auch Patienten mit anderen Tumorerkrankungen, etwa der Haut, der Lunge, der Schilddrüse sowie Blut- oder Lymphdrüsenkrebs werden in der Tumorkonferenz vorgestellt.

In der Tumorkonferenz wird mit allen Spezialisten der Tumordiagnostik und -behandlung die patientenindividuelle Therapie geplant. Die Teilnahme externer Kooperationspartner und Ärzte ist zukünftig auch im Rahmen einer webbasierten Videokonferenz möglich. Neben der Verbesserung der Versorgungsqualität ist die wohnortnahe Versorgung von Patienten, die an Krebs erkrankt sind, ein wesentlicher Vorteil. Diese können in ihrem heimischen Krankenhaus behandelt werden und zugleich die gemeinsamen Angebote aller Häuser nutzen. Das neue Netzwerk deckt alle notwendigen Behandlungsmöglichkeiten der modernen Tumormedizin ab. „Gerade bei älteren Patienten ist es wichtig, dass sie nach einer schweren Operation wieder schnell in die Normalität zurückfinden. Dazu haben wir Spezialisten in unserem Tumorzentrum. Diese arbeiten in den Kliniken für Geriatrie an den Standorten Geldern, Xanten und Süchteln“, erläutert Dr. Mark Banysch, Koordinator des neuen Tumorzentrums Niederrhein.

Im nächsten Schritt soll das Tumorzentrum Niederrhein auch für weitere Tumorerkrankungen ausgebaut werden, denn innerhalb des Verbundes arbeiten Experten für Hautkrebs, Prostatakrebs, gynäkologische Krebserkrankungen und Schilddrüsenkrebs. Die Zertifizierung als „Onkologisches Zentrum der deutschen Krebsgesellschaft“ ist in Vorbereitung und soll im nächsten Jahr abgeschlossen sein.

 

Bildunterzeile: Gemeinsam im Tumorzentrum Niederrhein: Sascha van Beek, Dr. Kerem Bulut, Dr. Theodor Heuer, Dr. Susanne Born, Dr. Ulrich Meder, Prof. Dr. Gernot M. Kaiser, Dr. Rolf Morkramer, Dr. Mark Banysch (v.l.n.r.) (Foto: Arnulf Stoffel)