St. Irmgardis-Krankenhaus: Zum zweiten Mal Kooperation mit palästinensischer Universität

Natalie Stempel und Christian Goddemeier, zwei Schüler der Krankenpflegeschule am St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln, sind für vier Wochen zum Austausch in Palästina. Ibraheem Ghoul und Ahmad Albast, zwei Schüler der An-Najah National Universität Nablus, kamen dafür im Gegenzug zum Praktikum nach Süchteln.

Viersen – „Wir haben nun zum zweiten Mal ein Austausch beider Schulen, nachdem im vergangenen Jahr die Premiere war“, informiert Thomas Becker, Kaufmännischer Direktor des Krankenhauses.
„In Palästina findet die Pflegeausbildung im Rahmen eines Studiums statt“, berichtet Ilona Thelen, Schulleiterin der Süchtelner Krankenpflegeschule. Vier Jahre dauert dort das Studium der Krankenpflege, es schließt mit einem Bachelor-Abschluss ab. Die beiden jungen Menschen, die jetzt die deutsche Pflegeausbildung in Süchteln kennenlernen, wollen sich im Bereich Anästhesie spezialisieren. Diese Spezialisierung, die auf Master-Niveau abschließt, dauert weitere zwei Jahre.

Ibraheem Ghoul und Ahmad Albast arbeiten im Rahmen ihres Praktikums im St. Irmgardis-Krankenhaus auf der Intensiv-Station, im OP-Bereich und auf den Stationen mit. Sie leben in der Zeit gemeinsam mit den anderen Schülern und Schülerinnen im Wohnheim der Schule, lernen aber auch die deutsche Kultur kennen, kochen und gestalten ihre Freizeit mit den Krankenpflege-Schülern und Schülerinnen gemeinsam.

Freuen sich über den erfolgreichen Einsatz der beiden palästinensischen Studenten im St. Irmgardis Krankenhaus Süchteln (v.l.) Walter Hammes (Rotary-Präsident) Ahmad Albast, Ibraheem Ghoul (Studenten), Thomas Becker (Kaufmännischer Direktor) und Ilona Thelen (Schulleiterin Krankenpflegeschule). Foto: St. Irmgardis-Krankenhaus

„Wir haben sowohl das St. Irmgardis-Krankenhaus mit seinen Mitarbeitern und Patienten, als auch die Region hier am Niederrhein sehr gastfreundlich, hilfsbereit, freundlich und offen erlebt“, erzählt Ahmad Albast von seinen Eindrücken. „Wir haben hier bei den Ärzten oder in der Pflege auf jeden Fall gute Freunde gefunden. An den Wochenenden hatten wir auch die Gelegenheit, uns einmal näher in den umliegenden Städten umzusehen. Wenn wir nun wieder zurück in unsere Heimat reisen, nehmen wir einen sehr positiven, bleibenden Eindruck von unseren knapp vier Wochen Aufenthalt hier in Süchteln mit.“

Eine Einschätzung, die Ibraheem Ghoul teilt. „Sowohl für das St. Irmgardis-Krankenhaus, als auch für unsere Universität in Nablus ist diese Kooperation sehr bereichernd. Aber nicht nur die Teams, sondern auch Patienten waren stets offen im Umgang mit uns – das wird uns noch lange im Gedächtnis bleiben. Wir gehen jetzt mit viel Fachwissen über moderne, professionelle Arbeitsabläufe in der Pflege nach Palästina zurück. Beeindruckt haben uns auch die modernen Geräte, mit denen hier gearbeitet wird. Wir haben während unseres Aufenthaltes in Süchteln daher auch ständig fotografiert und dokumentiert, um unser neu erlerntes Wissen möglichst gut festzuhalten“, so der junge Palästinenser.

„Für unsere Schüler und Schülerinnen ist dieser Austausch etwas ganz Besonderes“, erläutert Ilona Thelen. „Denn die Ausbildung in Palästina ist schon anders als bei uns.“ Am College für Krankenpflege der Universität Nablus werden zukünftige Krankenschwestern und -pfleger ausgebildet, die mit den unterschiedlichsten Teams im Bereich der Pflege zusammenarbeiten können. Sie sollen die Bedürfnisse der Patienten erfüllen und die Qualität der Gesundheitsversorgung in den verschiedenen Einrichtungen in Palästina verbessern.

Die beiden palästinensischen Schüler arbeiten im An-Najah National University Hospital und studieren gemeinsam an der Universität mit 23.000 Studenten an 13 verschiedenen Standorten. Sie ist die größte Universität in den palästinensischen Autonomie-Gebieten.
„Damit dieser Austausch möglich wurde, hat der Rotary Club Viersen-Schwalm-Nette die Kosten für die Flüge der beiden Studenten aus Palästina übernommen“, dankt Ilona Thelen dem Rotary-Präsidenten Walter Hammes. Das Süchtelner Haus selbst übernahm die Kosten für Unterkunft und Verpflegung.