St. Konrad Kapelle erstrahlt in neuem Glanz

Mit einem neuen Anstrich, der Umgestaltung des Chorraums, neuen Kirchenbänke und der Gestaltung einer Altarinsel wurde die Renovierung der Kapelle St. Konrad an der Niers abgeschlossen, welche als kirchliches Schmuckstück nun wieder für Gottesdienste genutzt werden kann. 
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen/Willich – Am Grenzweg, in direkter Nachbarschaft zur Niers und zu Viersen gelegen, steht die Kapelle St. Konrad auf Willicher Boden, obwohl sie nach wie vor der kirchlichen Gemeinde in Viersen zuzuordnen ist. Vor mittlerweile über achtzig Jahren wurde das Gotteshaus errichtet und es lohnt sich, die Kapelle einmal in den näheren Blick zu nehmen. Während der Wirtschaftskrise 1931 vergab das Arbeitsamt Kempen kleine Grundstücke an die Bauherren, die zwischen dem Eisenbahndamm hier ein eigenes Haus bauen konnten. So entstand hier die Siedlung am Grenzweg, dessen Bewohner bereits 1934 bei der Pfarre St. Joseph in Viersen den Antrag auf ein eigenes Gotteshaus stellten, denn der Weg zu den umliegenden Kirchen war weit und beschwerlich.

Der Bau der Kapelle wurde zum größten Teil durch eine großzügige Spende möglich, wodurch bereits im Oktober desselben Jahres das Richtfest gefeiert wurde. Zum Schutzpatron auserkoren wurde Konrad von Parzham, ein Klosterbruder, der zu dieser Zeit gerade heiliggesprochen wurde und bereits ein Jahr später konnte die Kapelle ihre Weihe erhalten. Viele bauliche Veränderungen gingen ins Land und zu ihrem 75-jährigen Bestehen erhielt die Kirche eine Pfeifenorgel, für welche sich nach dem Neubau des Altenheims St. Notburga kein Platz mehr in dem kleinen Andachtsraum fand. So wohlklingend sie war, auch für die Kapelle St. Konrad war die Orgel zu groß, nahm so viel Platz weg, dass sie die Wege innerhalb der Kapelle beengte.

Die kleine Kapelle an der Niers erstrahlt nach der Sanierung im neuen Glanz. Foto: Rheinischer Spiegel

Einen weiteren baulichen Nachteil erfuhr die Kapelle in den 90er Jahren mit dem Einbau neuer Fenster, die zu Stockflecken an den Wänden der Kapelle führten. Zudem entstand ein Schimmelbefall durch einen Dachschaden, der Anfang 2011 der Bausubstanz der Kapelle erneut zu schaffen machte. Weihbischof Karl Borsch erkannte im vergangenen Jahr, wie wichtig und dringend der Erhalt der Kapelle war. Die Orgel wurde verkauft, da sich kein anderer Platz fand und so stand der Sanierung des kirchlichen Schatzes an der Niers nichts mehr im Wege. In den vergangenen Monaten wurden unter anderem die Farbschichten entfernt, der Chorraum wurde umgestaltet, eine neue Beleuchtung geschaffen und die Kirchenbände erneuert. Eine neue Lüftungsanlage soll nun dafür sorgen, dass Stockflecken und Schimmelbildung Vergangenheit sind. Der Mittelgang ist mittlerweile bereits wieder nutzbar und auch der Altar, der aus einer alten Kommunionbank aus St. Joseph gestaltet wurde, hat eine Erneuerung erfahren. Gut drei Tonnen wiegt der neue Altar, der ebenso wieder Ambo, aus belgischem Granit gestaltet wurde. Ihn umrahmen die Figuren der Madonna und des heiligen Konrad, die den Abschluss der neuen Altarinsel bilden.

Mit der Einsegnung des neuen Altars durch Bischof Dr. Helmut Dieser werden am 8. Dezember in einer heiligen Messe um 11.00 Uhr zudem ebenfalls die Reliquien ihren Platz finden, die bisher im Altar des Papst-Johannes-Zentrums aufbewahrt wurden. (nb)

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