St. Martin zog mit leuchtenden Sternen durch die Irmgardisstadt

An den Straßenrändern füllte es sich schnell am Freitagabend, als der St. Martinsverein Süchteln-Stadt in diesem Jahr wieder zu seinem großen Fackelzug durch die Heimatstadt einlud. Begleiten durften diese St. Martin auf seinem Weg mit den Süchtelner Schulkindern zwar nicht, doch beim Feuer am Sankt-Florian-Platz kamen dennoch alle glücklich strahlend beim Feuer zusammen.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Süchteln – „In meiner Heimatstadt da sing ich froh und hell, wenn’s Martinsfeuer brennt, bin ich zur Stell’“, schrieb Fritz Giese einst in seinem Süchtelner Martinslied. „Über der Irmgardisstadt da weht ein guter Wind, er weht so hoch herab, ein Sternlein blinkt.“ Am Freitagabend leuchteten allerdings nicht nur am dunklen Novemberhimmel die Sterne. An diesem Abend waren es hunderte von kleinen Sternen, welche die Straßen säumten, und welche die eigentlichen Stars des endlich wieder stattfindenden Brauchtums waren.

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

Lange hatte der St. Martinsverein Süchteln-Stadt bangen müssen, ob nach langer Corona-Pause und einem November ohne traditionellen St. Martinszug endlich wieder gemeinsam dem Heiligen gedacht werden kann. Als das Go kam, fiel nicht nur ein Stein vom Herzen, auch die Planungen mussten innerhalb kürzester Zeit bewältigt werden.

Ein Kraftakt, der zumindest am Freitagabend aussah, als ob er ganz leicht von der Hand gegangen wäre, doch die Vorbereitungen im Vorfeld, begleitet von aktuellen Coronaauflagen, waren nicht einfach. Nicht alle St. Martinsvereine konnten dies in der verbleibenden, kurzen Zeit stemmen, umso dankbarer waren die Süchtelner, dass ihr beliebter Zug durch die Stadt dennoch stattfinden konnte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

Aufgrund der aktuellen Situation durften in diesem Jahr die Zuschauer allerdings nicht mitziehen, während die Schulkinder, angeführt von St. Martin, alias Phillip Heitzer, hin zum großen Feuer, gewohnt und passenderweise an der Feuerwehr Süchteln, zogen. St. Martin hatte hoch zu Ross nach der Aufstellung auf dem Schulhof der Brüder-Grimm-Schule auch die Real- und Hauptschule an den gewohnten Plätzen abgeholt, bis der Fackelzug die Bergstraße erreichte, wo sich die Schüler der Martinschule in den Zug einreihten. Begleitet von den Musikgruppen erstrahlten die künstlerischen und fantasievollen St. Martinsfackeln noch ein wenig mehr in der Dunkelheit und auch das leuchtend brennende Feuer konnte ihre Schönheit nicht übertreffen.

Der mehrstimmige Gesang war ebenfalls bei der Live-Übertragung des Feuers auf Social Media zu hören – ein voller Erfolg für das Konzept. „Danke liebe Süchtelner für die tolle Unterstützung bei dem Zug. Ihr habt die Kinder mit den schönen Fackeln gesehen, die Kapellen gehört und wunderbar mitgesungen“, so Wolfgang Weiß für den gesamten Vorstand. „Ich hatte viele Gänsehautmomente während des Zuges und auch am Martinsfeuer. Alle am Zugweg haben uns Kraft gegeben, uns hat es viel Spaß gemacht und es war alle Mühe wert.“ Die Entscheidung den Zug so kurzfristig zu organisieren sei richtig gewesen und so hoffen Organisatoren und Teilnehmer auf einen „normaleren“ Zug im nächsten Jahr. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

Ein Kommentar

  1. Danke für das tolle Beispiel!

    Den St. Martin, „DRAUßEN“, beim Umzug begleiten, war nicht erlaubt.

    Seniorensitzungen und andere Innenveranstaltungen, sowie diverse andere Karnevals-Sessionseröffnungen durften von hunderten Menschen besucht werden, incl. Tanz, Knutschen und weitere Körperkontakte.

    Erzählt hier bloß nicht von 2G-Regel etc., denn es wird sich zeigen, wieviele Geimpfte und Genesene hier das Virus verteilt haben, ohne es zu wissen, da ja niemand testen musste!

    Man schaue sich die täglichen Neuinfektionen im Kreis an……

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