Stadt.Land.Markt und Blaulichtmeile: „Zwei Seiten einer Medaille“

Während zum Jubiläum der Viersener Feuerwehr auf der Blaulichtmeile nicht nur Kinderaugen glücklich erstrahlten und rund um die Arbeit der leistungsstarken Truppe viel geboten wurde, fehlte dem Stadt.Land.Markt ein ganzes Stück „Land“ mit großen Lücken zwischen den Ständen.

Viersen – Alles was ein Blaulicht auf dem Dach trägt und einiges mehr bot die Viersener Feuerwehr zu ihrem 150-jährigen Jubiläum auf der südlichen Hauptstraße bei ihrer Blaulichtmeile und den Besuchern wurde so viel zum Ausprobieren geboten, das die Auswahl schwer fiel. Ein Rauchsimulationshaus, eine Feuerlöscher-Trainingsanlage für jedermann und vielfältige Vorführungen der Jugendfeuerwehr, die über die Rettung aus einem Unfall-Pkw informierte oder der Einsatz unter Chemieschutzkleidung bei einem ausgetretenen chemischen Gefahrenstoff – nur einige Angebote der Blaulichtmeile, die die kleinen und großen Gäste am gestrigen Sonntag begeisterten. Während in einer Fotobox gelacht wurde, konnte an anderer Stelle das Anlegen der Schutzkleidung ausprobiert werden, natürlich „stilecht“ mit Atemschutzgerät oder ein Sondermodel des Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs im Design der Feuerwehr Viersen als Erinnerung erworben werden. Ebenso die Drehleiter und zwei historische Löschfahrzeuge ließen die Herzen höher schlagen, während die Kinder auf der Hüpfburg in Form eines Feuerwehrautos toben konnten.

Zu der Feuerwehr hatten sich zudem die Polizei Viersen, das Rote Kreuz Viersen und das Technische Hilfswerk gesellt, die mit Reanimations-Aktionen und Betonkettensägenschneiden für jedermann die Besucher begeisterten.

Einige Meter dahinter begann am Sparkassenvorplatz der Stadt.Land.Markt, der nicht nur ungünstig am gleichen (traditionellen) Tag mit dem Süchtelner Stadtkinderfest geplant war, bereits nach einigen Metern zogen sich die Stände auseinander, große Lücken an denen die Besucher entlangspazierten. Auf dem Sparkassenvorplatz reges Treiben beim Bullriding auf dem Remigiusplatz, am anderen Ende des Marktes, nur einige Stände. Die vielen angekündigten Tiere beim Stadt.Land.Markt waren auf wenige Anbieter beschränkt und auch dazwischen fehlte ein ganzes Stück „Land“ oder die angekündigte Qualität, mit der der Markt überzeugen wollte. Unter den wenigen Anbietern, die tatsächlich traditionelles Handwerk rund um einen Landmarkt zu bieten hatten, aber die Gruppe „Den olden Tied“ aus den Niederlanden die mit Kupferschmied, Korbmacher oder Stickarbeiten einen Blick auf handwerkliches Können boten.

Daneben immer wieder Firmenstände, die selten etwas mit dem Land-Motto zu tun hatten. Meist nur einseitig war der Spaziergang bei bestem Herbstwetter durch die Viersener Innenstadt schnell beendet, denn trotz des verkaufsoffenen Sonntags blieben nicht wenige Türen verschlossen. Kein Wunder, dass die befragten Besucher wenig „gute Haare“ an dem Markt ließen, mit dem die Stadt Viersen das Land in die Stadt holen wollte. (dt)

Foto: Martin Häming