Stadt plant Wohnbebauung an der Brüsseler Allee

Trotz 31 Grad und Sonnenschein informierten sich Anwohner und Politik bei der frühzeitigen Bürgerbeteiligung des Gebietes Brüsseler Allee/Bahnhofsplatz im alten Viersener Rathaus.

Viersen – Angrenzend an die historische Wohnhausgruppe des berühmten Architekten Emil Fahrenkamp gegenüber des Viersener Bahnhofsplatzes wurde bereits 2010 ein Bebauungsplan erstellt, damals noch mit einem Parkplatz, der heute hinter dem Bahnhof zu finden ist. Im Zuge der frühzeitigen Bürgerbeteiligung führte die Stadt nun ihre ersten Planungen für das neugewonnene Gebiet im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung aus, um hier eine sogenannte Raumkante zu schaffen, die als Lärmabschirmung für einen inneren Ruheraum dienen soll.

Überzeugen konnten die ersten zwei Planungsvarianten die Anwohner der Goethestraße nicht vollständig, denen ein dreistöckiger Wohnbau mit einem weiteren Staffelgeschoss „vor die Nase gesetzt werden könnte“. Wie das Gebäude dann später genau aussieht, das entscheidet der noch nicht bekannte Bauherr.

Mit dem Neubau direkt an der Straße, in dem Gewerbe und Wohnungen ihr Zuhause finden können, soll eine ruhige Seite geschaffen werden, um der durch den Erschließungsring gestiegenen Lärmbelästigung entgegenzuwirken. Eine der Anwohnerinnen berichtete, dass für sie Schlafen nur noch bei geschlossenem Fenster infrage käme, seit der Ring freigegeben wurde. Als die angekündigte Visitenkarte der Stadt, sah ebenfalls ein weiterer Anwohner den geplanten Wohnungsbau nicht. „Wenn feststeht, dass ein vierstöckiger Klotz gebaut wird, dann erschreckt mich das als eine der älteren Anwohnerinnen. Wäre ich jünger, würde ich mein Haus verkaufen“, brachte eine der Interessierten ihre Befürchtungen in der Diskussionsrunde vor.
Vorschläge von Betroffenen nach einem gepflegten Grünstreifen oder einem weiteren Parkplatz wurde wenig Hoffnung mit Verweis auf den gestiegenen Wohnbedarf in Viersen gemacht.

Bis zum 30.6. hat nun die Öffentlichkeit im Rahmen der Bauleitplanung (und damit jeder Anwohner, Viersener oder auch Interessierte) die Möglichkeit seine Fragen, Kritik und Vorschläge über die Mailadresse stadtplanung@viersen.de dem zuständigen Ansprechpartner Jörn Clasen ( 02162 101296) vorzustellen, bzw. im zweiten Obergeschoss des alten Ratshauses Viersen einsehen, bevor die Planungen fortgeführt werden. (re)

Foto: Dietmar Thelen