Stadt Viersen plant sechs neue Kindertageseinrichtungen

Die Planung zum Ausbau der Betreuungsangebot für Kinder von einem Jahr bis zur Schulpflicht läuft bereits seit gut einem Jahr. Fast dreißig neue Gruppen sollen in Alt-Viersen, Süchteln und Dülken entstehen – Gespräche mit möglichen Trägern wurden bereits geführt.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Neue Betreuungsplätze braucht die Stadt Viersen für Kinder, denn es wird eng in den bestehenden Kindergärten. Nach Möglichkeit sollen sechs neue Kindertageseinrichtungen realisiert werden, der Jugendhilfeausschuss sprach sich dafür aus, die Planungen weiter zu verfolgen. Bereits im Frühjahr waren die Suchräume konkretisiert worden, mittlerweile waren vorhandene freie Grundstücksflächen gesichtet worden und auf ihre Tauglichkeit überprüft. Genügend Platz für eine Außenfläche oder Parkplätze – Parameter, die in die Planungen einflossen.
Ursprünglich hatten die Planer ihr Augenmerk auf regionale Träger in Viersen gerichtet und dort mögliche Ausweitungen ihrer Tätigkeit angefragt. Da jedoch bisher nur zwei Träger ein entsprechendes Interesse bekundet haben und dies für die Anzahl der neuen Einrichtungen nicht ausreichend war, wurden weitere Gespräche mit überregionalen Trägern geführt. Läuft alles nach Plan, sollen insgesamt fast dreißig neue Gruppen bis zum Kindergartenjahr 2023/24 geschaffen werden – zwölf in Alt-Viersen, zehn in Dülken und fünf in Süchteln.

Im Bereich Viersen-Ost kommt ein Grundstück im Bereich Am Rintger Bach/Zum Strötgesfeld in Frage. Da die Fläche aber nur ca. 1.530 qm groß ist, musste die Zahl der Gruppen für diesen Standort reduziert werden. Momentan geht die Verwaltung von einer drei- oder viergruppigen Einrichtung aus. Ein alternativer Standort im inneren Bereich des Neubaugebietes Burgfeld ist von der Verwaltung geprüft und verworfen worden, da er den aus dem Betrieb der Kita entstehenden Verkehr in einen bewusst verkehrsarm gestalteten Bereich bringen würde.

Foto: Westfale

An der Josef-Schürgers-Straße/Süchtelner Straße wäre einer möglichen Eröffnung bereits im Herbst 2020 zu rechnen. Die Fläche bietet ausreichend Platz für die Errichtung einer fünfgruppigen Kita inklusive Außengelände und eigenem Parkplatz, zur Vermeidung stärkeren Parkverkehrs auf der angrenzenden Oberrahserstraße. Für diesen Standort hat der Caritasverband für die Region Kempen-Viersen e.V. sein Interesse an einer Trägerschaft angekündigt. Der Träger betreibt aktuell in Viersen die beiden Kindertageseinrichtungen St. Christophorus in Dülken und St. Clemens in Süchteln. Für die Entwicklung der Fläche würde der Träger mit einem privaten Investor zusammenarbeiten.
Innerhalb der Südstadt wurde die Möglichkeit eines Interessenbekundungsverfahrens gegeben.

In Süchteln habe Horizonte, eine gemeinnützige Trägergesellschaft für katholische Tageseinrichtungen für Kinder in den Regionen Krefeld und Kempen/Viersen bereits Interesse gezeigt, denn auf dem Gelände der alten Papierfabrik und dem späteren „Nordpark Süchteln“ soll eine KiTa entstehen. Bis Ende 2021 könnte die Bauzeit für die fünfzügige Einrichtung beendet sein. Der Träger betreibt in Süchteln bereits die Kindertageseinrichtungen St. Irmgardis und St. Franziskus. Für die Entwicklung der Fläche würde der Träger mit einem privaten Investor zusammenarbeiten. Diese Aufgabe könnte beispielsweise der Investor übernehmen, der das Seniorenheim und die umliegenden Flächen entwickelt.

In Dülken an der Lindenallee/Kampweg steht zurzeit noch der Bebauungsplan im Wege, das Grundstück allerdings bietet Platz für weitere fünf Gruppen innerhalb des Stadtteils. Interesse von einem Träger, der Katharina Kasper ViaNobis GmbH, gab es ebenfalls bereits, wodurch eine Umsetzung bis Herbst 2022 möglich würde. Der Träger Via Nobis betreibt aktuell sechs Kindertageseinrichtungen in Nettetal, Grefrath, Wesseling und anderen Städten. Zur Trägergruppe gehören weitere Einrichtungen aus den Bereichen Kinder- und Jugendhilfe, Eingliederungshilfe, Seniorenhilfe etc.
Eine weitere Realisierung könnte eventuell auf einer Fläche des ehemaligen St. Cornelius-Krankenhauses an der Hospitalstraße möglich sein. Neben der Kindertageseinrichtung schlägt die Verwaltung vor, an diesem Standort die Angebote der Kita mit weiteren Angeboten, wie beispielsweise einem Angebot zur Spontanbetreuung, zu verknüpfen.

Aus dem Bereich der Kindertagespflege gibt es immer wieder Rückmeldungen, dass Eltern aufgrund von kurzfristigen Ausfällen der Tagespflegeperson Schwierigkeiten haben, die Betreuung ihrer Kinder kontinuierlich sicher zu stellen. Zusätzlich enthält der Entwurf des neuen Kinderbildungsgesetzes die Anforderung, im Rahmen der Bedarfsplanung auch Betreuungsbedarfe in den Morgen- und Abendstunden sowie an Wochenenden und Feiertagen sowie in den Ferienzeiten abzudecken.
In der Gesamtschau sei festzustellen, dass zunehmend flexible Angebote benötigt und gefordert werden. Der Ausfall von Betreuungsangeboten, beispielsweise im Krankheitsfall von Tagespflegepersonen oder bei personellen Engpässen in einer Kita, sei mit einer Berufstätigkeit nicht vereinbar und bedürfe zukünftig eines Konzeptes zur Notbetreuung. Analog bestünden Anfragen zum Beispiel im Übergang Kita – Schule, sodass Auffangmöglichkeiten für die unterschiedlichen Altersgruppen in den relevanten Zeiträumen geschaffen werden sollten. (dt/Vorlage Stadt Viersen)