Stadtschützenfest „Tischlein deck dich“ in Mönchengladbach

Offiziell eröffnet wurde, wie immer, das Stadtschützenfest mit Serenaden und Übergabe des „Jolde Vurel“. Hierzu versammelten sich die Bruderschaftler am St. Vith und zogen dann gemeinsam zum Vorplatz des Rathauses Abtei.

Mönchengladbach – Hier begrüßte Bezirksbundesmeister Horst Thoren die anwesenden Schützen, aber ganz besonders das Europakönigspaar Leo und Irma Niessen in Begleitung ihres Sohnes Bram und Fred van Hal, welches für zwei Tage am Stadtschützenfest teilnehmen wollte. Ebenso begrüßt wurde der noch amtierende Bezirkskönig Walter Dunkel mit seinen Ministern Silke McCoy und Stefan Pitsch.

Seit Jahren ist es Usus, dass der „Jolde Vurel“ bei der Eröffnung offiziell übergeben wird. So auch in diesem Jahr. Heinz-Josef Katz, der den Vogel seit 25 Jahren trägt, erhielt diesen aus der Hand von Bezirksbundesmeister Thoren. Begleitet wurde Katz von Stadtoffizier Peter Voswinckel.

Nach einigen Musikstücken, von den Alphornbläsern aus Korschenbroich, von Trommlerkorps und Musikkapellen, setzte sich der Zug Richtung Sonnenhausplatz in Bewegung, wo sich in diesem Jahr zum ersten Mal alles abspielte.

Bevor es zum Schießen um die Bezirkskönigswürde ging, gaben die Ehrengäste einen Schuss auf die Ehrenscheibe ab. Auf der Rückseite der Scheibe wurde vorher ein Punkt aufgemalt und wer mit seinem Schuss diesem als nächstem lag, erhielt dann die Scheibe. In diesem Jahr war der erfolgreiche Schütze Herbert Pauls.

Dann ging es los. Acht Könige hatten sich gemeldet, um Bezirkskönig zu werden. Es wurde immer spannender, denn der Vogel wollte einfach nicht fallen und die Sonne meinte es nur zu gut mit Bewerbern und Gäste. Erst beim 156 Schuss fiel der Vogel von der Stange. Der neue Bezirkskönig hieß somit Jens Rupp von der von der St. Vitus-Laurentius Bruderschaft MG-Stadtmitte. Er wird in die Geschichte als Sonnenkönig eingehen. 1. Minister ist Michael Verbocket, von der St. Josef Bruderschaft MG-Stadt Westend. 2. Ministerin ist Barbara Kremer, von der St. Margareten Bruderschaft Hockstein.

Beim Ball der Könige am Samstagabend in der Alten Reithalle wurden dann die „alten Bezirksmajestäten“ verabschiedet sowie der Bezirksprinz und Bezirksschülerprinz mit ihren Rittern. Des Weiteren gab es Auszeichnungen für verdiente Mitglieder im Bruderrat. Hierzu war der Bundesvorstand mit Emil Vogt als Bundesschützenmeister, Wolfgang Genenger als Vize-Bundesschützenmeister, Peter-Olaf Hoffmann als Bundes-Schatzmeister und Diözesanbundesmeister Josef Mohr eigens angereist.

Die Ehrungen erhielten Theo Dieken mit dem Goldenen Stern, Heinz-Josef Rebig mit dem Schulterband zum St. Sebastianus-Ehrenkreuz und Berndt Knitter mit dem Hohen Bruderschaftsorden (HBO). Der Bundesvorstand hatte für den Bezirksbundesmeister Horst Thoren eine ganz hohe Auszeichnung im Gepäck. Er erhielt den Großen Goldenen Stern, der nur an 28 lebende Personen verliehen wird.

Das Europakönigspaar erhielt als Geschenk ein Glasbild „Bruder sein ist mehr“, welches den Hl. Sebastianus inmitten eines Baumes darstellt und im unteren Teil das Münster.

Der Sonntag beginnt immer mit einem Empfang beim Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners. Hier erhalten die abgedankten Bezirksmajestäten als Dank für das verflossene Jahr den Orden des Bürgermeisters. Für den Europakönig Leo Niessen war es eine ganz besondere Ehre, auch den Orden des Oberbürgermeisters zu erhalten. Auch die übrigen Könige der einzelnen Bruderschaften erhielten ebenfalls den Orden des OB.

Die „Königswache Better Männ“ und der „Jode Vurel“ geleitete dann die Schützen und Ehrengäste zur Krönungsmesse in das Münster. Diese Messe wurde gehalten von Weihbischof Everardus de Jong aus Roermond, Bezirkspräses Johannes van der Vorst und Probst Dr. Peter Blättler.

Nach dieser zu Herzen gehenden Messe stellten sich die Schützen auf, denn der große Festzug konnte beginnen. Allen voran fuhr der neue Bezirkskönig Jens Rupp mit seinen Ministern Michael Verbocket und Barbara Kremer in einer wunderschönen Kutsche. Dann folgte das Europakönigspaar Leo und Irma Niessen mit ihrem Adjutanten Heinz-Josef Katz in einem Cabrio der Firma Faba.

Dann folgten 38 Bruderschaften, die in sechs Blöcke aufgeteilt waren und jeweils von einem Spielmannszug und einer Musikkapelle begleitet wurden. Natürlich angeführt von zwei/drei Stadtoffizieren.

Nachdem Schützenkönige und Ehrengäste auf der Tribüne Platz genommen hatten, meldete General Lothar Erbers die Parade beim Oberbürgermeister an. Dabei holt der General die Erlaubnis zur Parade ein. OB Hans Wilhelm Reiners bemerkte: „Ich wähnte Euch in Pension“. Darauf erwiderte der Schützengeneral: „Herr Oberbürgermeister, die Oberbürgermeister in dieser Stadt kommen und gehen, aber ……“. Damit spielte Erbers auf die Neuwahlen im nächsten Jahr an.

Dann marschierten die Schützen, teils im Stechschritt und die Klompenfrauen an der Tribüne vorbei. Den Abschluss dieses Spektakels bildeten die Serenaden und der Große Zapfenstreich, bevor sich der Zug dann zur Bühne auf dem Sonnenhausplatz begab, wo die neuen Majestäten auch der breiten Bevölkerung vorgestellt wurden.

Während des Umzuges werden die Schützen einer jeweiligen Bruderschaft gezählt und die Bruderschaft mit den meisten Aktiven erhält dann den Pokal der Rheinischen Post. Das war in diesem Jahr die St. Josef Bruderschaft aus Venn mit 75 Bruderschaftlern. Auch ist für die größte Frauengruppe ein Pokal vom Bezirksbundesmeister Thoren vorgesehen. Der Damenpokal ging an die Frauen der St. Apollinaris Bruderschaft Hardterbroich mit 35 Bruderschaftlerinnen, vor den Frauengruppen von Günhoven und Speick mit jeweils 33 Teilnehmerinnen.

Das diesjährige Stadtschützenfest klang mit einem tollen Bühnenprogramm aus.