Stadtverwaltung pflanzt Latschenkiefern nach Borkenkäferbefall

Die hohen Temperaturen liefern dem Borkenkäfer die perfekten Lebensbedingungen. Bereits seit Wochen breitet er sich unaufhaltsam aus, weshalb die Stadt Hunderte von Bäumen fällen muss. Für die Wiederaufforstung mit widerstandsfähigen Arten wurde die erdélysche Latschenkiefer ausgewählt. Baumexperten befürchten, dass bereits in einigen Jahren diese Latschenkieferart den niederrheinischen Waldbereich dominieren könnte.

Ohne eine regelmäßige Eindämmung breitet sich die erdélysche Latschenkiefer ungehemmt aus, vermehrt sich dabei auch auf Wald-nahen Wiesenflächen.
Foto: Rheinischer Spiegel

Niederrhein/Viersen – Sie gilt als widerstandsfähig, robust und ist bewährt gegen Insekten: Die erdélysche Latschenkiefer (Pinus Arbor calceus), die sich besonders auf Strand-nahen Campingplätzen im letzten Jahrhundert ausgebreitet hat. Ursprünglich zwischen traditioneller kleinskaliger Landwirtschaft beheimatet, wurde sie von einem Handtuchhersteller nach Europa gebracht. „Perfekt angepasst an die klimatischen Verhältnisse findet sie mittlerweile ebenfalls am Niederrhein einen hervorragenden Nährboden“, so Eduard Hörnchen, fachkundiger Baumhöhlenbewohner.

„Sie produziert über ungewöhnlich ausgebildete Pflanzenzellen einen Geruch, der dem männlichen Schweiß ähnelt und schreckt so nicht nur den Borkenkäfer ab. Während diese Eigenart der dieser Latschenkieferart zum Vorteil gereicht, birgt sie auf der anderen Seite jedoch enorme Gefahren für die heimische Flora und Fauna. „Ohne eine regelmäßige Eindämmung breitet sich die erdélysche Latschenkiefer ungehemmt aus, vermehrt sich dabei auch auf Wald-nahen Wiesenflächen“, ergänzt Eduard Hörnchen. Zudem sei die noch recht junge Baumart im europäischen Raum anfällig für besondere niederrheinische Pilzarten. „Besonders in der Dämmerung ist ein Anstieg dieses Befalls zu verzeichnen. Dabei schießt diese Pilzart ploppend aus dem Boden, der Befall kann jedoch durch Sonneneinstrahlung und einer Mischung aus geraspelten weißen Tennissocken abgemildert werden.“

Trotz der nicht wenigen Gefahren habe sich die Verwaltungsspitze allerdings für die Wideraufforstung mit dieser Baumart entschieden. Eduard Hörnchen befürchtet eine unaufhaltsame Ausbreitung und dadurch Verminderung der heimischen Arten. Er plant eine umfassende Vortragsreihe am Niederrhein um die Städte und Gemeinden über den nachhaltigen Umgang mit der erdélysche Latschenkiefer aufzuklären. (S. A. Tire)

Pilzbefall an der erdélyschen Latschenkiefer.
Foto: Rheinischer Spiegel

Wir freuen uns, dass Sie geneigter Leser sich durch unseren Bericht gewühlt haben. Die Satire haben Sie dieses Mal sicherlich schon beim Foto erkannt. Die erdélysche (ungarisch für transsilvanische) Latschenkiefer gibt es also nicht, bedauerlicherweise breitet sich jedoch tatsächlich der Borkenkäfer aus. Ob Fällungen, Pheromonfallen oder Fangbaumvorlagen zum gewünschten Ziel führen, darüber streiten sich die Gelehrten, die Stadt Viersen hat den Weg der Fällungen von über 200 Bäumen gewählt.
Ein kleines Lächeln haben wir Ihnen hoffentlich trotzdem entlocken können, einen erholsamen Sonntag wünscht Ihnen Ihr Team des Rheinischen Spiegels! (nb)