Stoffmarkt in Viersen: Ein kurzer Spaziergang im Regen

Erneut fand der deutsch-holländische Stoffmarkt auf einem Freitag statt. Während die einen den für Berufstätige ungünstigen Tag beklagten, machte der Regen anderen einen Strich durch den geplanten Besuch zum längeren Stöbern.

Foto: Rheinischer Spiegel/oj

Viersen – Die Lücken zwischen den Ständen waren nicht zu übersehen, der Regen plätscherte unentwegt auf die Plastikabdeckungen. Doch wer sich davon nicht abhalten ließ, der fand unter den Folien bunte Stoffe, Borden oder Schnittmuster. An den Ständen vorbei hetzen meist bekannte Stammkunden, mit Regenschirm bewaffnet und mit wetterfesten Schuhen ausgestattet. Die deutsch-holländischen Aussteller warten geduldig, legen gerne die Schutzfolien zur Seite wenn der interessierte Besucher näher kommt.

Sommerfarben soweit das Auge reicht, auch wenn an diesem Tag der Sommer eine Pause einlegt, mit oder ohne Muster, mit kleinen bunten Bären und dazu passenden Knöpfen. Daneben Garn, Nadeln oder ein umfangreiches Angebot von Gardinen, Baumwolle oder Seide. Auch heimische Händler haben ihre Türen geöffnet, der Regen wird stärker. Die Besucher zerstreuen sich schnell. Mit trockenen Füßen ist kaum noch ein Durchkommen. Auch Maike Heller versteckt die Tüte mit dem gerade gekauften Stoff unter ihrem Mantel. Nach einer hellblauen Seide hätte sie lange gesucht, für eine Freundin, die demnächst heiratet und für die sie das traditionelle Strumpfband näht. Ein Einzelstück, etwas Besonderes, an das sich ihre Freundin immer erinnern soll. Eigentlich wollte diese gerne mitkommen, „aber sie muss arbeiten“, so Heller. „Ich finde es sehr schade, dass der Markt nicht an einem Wochenende stattfindet. In der heutigen Zeit arbeiten die meisten Frauen und können nicht in der Woche ein solches Angebot besuchen.“ Auch der Händler, der die Seide anbietet ist mit dem Tag nicht glücklich, die Einnahmen sind zu gering, gerade durch das schlechte Wetter. (cs)