Sturm auf die Burg: Das Königshaus unterlag an der heimatlichen Niers

Traditionell fand am Schützenfestmontag der St. Konrad Schützengilde am Grenzweg der Sturm auf die Burg statt. Bei viel Körpereinsatz der Gruppen, Wasser-, Farb- und Mehlbomben hatte die Burg keine Gegenwehr zu bieten.

Viersen/Willich – Schon weit vor dem Beginn des freundschaftlichen Kampfes machten sich die Angreifer mit einer Sirene der Fahnengruppe und ersten Böllerschüssen bemerkbar. Die massive Burg stand zu dieser Zeit noch sauber, gut geschützt und wartete. Vor ihr zeigte das Königshaus, verkleidet als Mönche, gemeinsam mit ihren Verteidigern, dass sie sich nicht geschlagen geben wollten. König René Recken und Königin Katja Terkatz, mit ihren Ministern Manolo Fernandez Cardero (mit Lea) und Frank (Fipp) Fippinger (mit Heike) warteten gespannt, die Spannung stieg von Sekunde zu Sekunde.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die erst Angriffswelle ging von den Verteidigern der Burg aus, die die führenden Angreifer der Buure (Guido Meskes), Fahnengruppe (Timo Solis) und der Gruppe Edelweiß (Christian Schroers) farbig „teerten“  und federten. Eine Attacke, die die Burgstürmer nicht auf sich sitzen ließen und die Zaubermäuse, die Kleinsten der Schützenbruderschaft, den Angriff eröffnen ließen. Wasser- und Kleisterbomben trafen die mächtigen Mauern, welche nicht zu fallen schienen. Die Verteidiger gingen bereits bei dieser Angriffswelle kein Risiko ein und starteten den Wasserstrahl mit feinstem Nierswasser. Grund genug für die zahlreichen Zuschauer, die es sich auf der Burgseite entlang der Niers bequem gemacht hatten, einen Schritt zurückzuweichen, während auf der anderen Seite der Niers der Schlagabtausch ohne Gefahr beobachtet werden konnte. Hier stand traditionell der Panzer der Edelweiß-Gruppe, die der Burg mit Mehlbomben, Fallobstbeuteln und Wasserbomben „ans Fell“ wollten.

Den Kleinen kamen die Großen zu Hilfe, die das Königshaus fallen sehen wollten, während Kommentator Gerd Zenses hörbar viel Freude an dem Durcheinander hatte. Um die Verteidiger kampfunfähig zu machen setzen sie auf gegorenes Gras und Teichfiltermatsche, die Meter weit zu riechen waren, bevor Sägespäne in die Luft geblasen sich mit den Mehlwolken vermischten und die Sicht einschränkten. Kein Grund aufzugeben. Schritt für Schritt kämpften sich die Angreifer weiter vor, der Generalangriff der Gilde-Gruppen war gestartet. Die Bomben flogen zielsicher über die Befestigung, während sich die Burgherren mit weiteren Wasserfontänen verteidigten.

Nach gut 30 Minuten gelang es den Angreifern das Tor zu überwinden, König René Recken aus der herrschaftlichen Burg zu ziehen und, wie es sich für einen zünftigen Sturm auf die Burg gehört, kräftig in die Niers zu werfen, bevor den restlichen Stab der Verteidiger das gleiche Schicksal ereignete. Das Königshaus hatte sich wacker geschlagen, da waren sich die Zuschauer einig, am Ende blieb ihnen nur gemeinsam zu feiern. So, wie es ebenfalls traditionell üblich ist und in der Niers den starken Zusammenhalt dieser Schützengilde widerspiegelt. (cs)